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Aushilfe erpresst den Betrieb wg Kündigung

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  • Aushilfe erpresst den Betrieb wg Kündigung

    Hallo,

    ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich hier Richtig bin oder ob es eher in Arbeitsrecht gesollt hätte... Sorry im Vorfeld, sollte ich hier falsch sein.

    Es geht um Folgendes:

    Ich bin Betriebsleitung eines kleinen Cafes und habe kurz vor meinem Urlaub eine Aushilfe eingestellt.
    Als ich wieder kam stellte ich fest, dass der Mitarbeiter stinken faul ist und habe mit Ihm daraufhin gleich ein Gespräch unter vier Augen geführt, dass er sich doch bitte etwas zusammreißen möchte und ich erwarte, dass er die Ihm aufgetragenen Aufgaben erledigt. Leider änderte sich sein Verhalten nicht, so das ich nun beschlossen habe Ihm zu kündigen.
    Ich habe Ihm also gesagt, dass es leider mit der Zusammenarbeit nicht weiter klappt und habe Ihm die Kündigung vorgelegt.
    Er ist völlig an die Decke gegangen 😳
    Drohte sofort, dass uns das teuer zu stehen kommt und er uns verklagen wird. (Warum weiß ich zwar nicht, da wir die Frist von 4Wochen einhalten, aber ok)
    Er sagte sofort, dass er zu den eingetragenen Schichten nicht erscheinen wird und auch eine Krankmeldung dafür einreichen wird. Er hat die Kündigung nicht unterschrieben da ich vergessen hatte den Satz zu vermerken, dass wir die Fesetzliçhe Kündigungsfrist von 4Wochen einhalten werden.
    Jetzt habe ich dies überarbeitet und ihm per Einschreiben mit Rückschein zukommen lassen, woraufhin er mich anrief und meinte, ich solle Ihn nächste Woche 30Std eintragen, aber er kommt nicht sondern bringt eine Krankmeldung.

    Aber das kann doch so nicht einfach gehen!?
    Er kündigt sein Kranksein an und ich kann nichts machen, weil ich nicht Nachweisen kann das er dies gesagt hat?
    Er war vergangene Woche schon im Plan eingetragen, durch seine Aussage das er nicht kommen wird habe ich diesen natürlich umgeschrieben. Aber wäre das nicht ein Grund für unentschuldigtes Fehlen?
    Aber wie sieht es aus, wenn ich ihn dafür jetzt Fristlos kündige? Er hat sich ja nicht Krank gemeldet!?

    Ich werde mit dem Kerl noch irre und weiß langsam auch nicht mehr, was ich noch Richtig und was Falsch mache.

  • #2
    AW: Aushilfe erpresst den Betrieb wg Kündigung

    Hallo,

    bei der Androhung einer Krankmeldung (ohne dass der AN tatsächlich krank ist), kann fristlos gekündigt werden.

    Siehe BAG, Urteil vom 12.03.2009, Az. 2 AZR 251/07

    Es wäre ggf. sinnvoll, wenn Sie den Text Ihrer ersten Kündigung und der per Einschreiben/Rückschein nachgeschobenen Kündigung hier einstellen.
    Man kann bei der Formulierung viel falsch machen.

    Oder Sie konsultieren einen Anwalt.

    Wenn schon im Kündigungsschreiben Fehler sind und die Kündigung ggf. deswegen ungültig ist, müssen Sie noch sehr lange weiter das Gehalt des AN zahlen!

    Haben Sie einen Zeugen für das Telefonat mit dem AN und seiner Androhung nicht zu kommen?

    Wenn der AN bereits unentschuldigt gefehlt hat, würde ich ihn erst einmal abmahnen und auffordern, zur nächsten Schicht wieder zu erscheinen. In der Abmahnung muss ganz klar die Konsequenz stehen: "Wenn Sie zur nächsten Schicht nicht erscheinen, sind wir gezwungen, Ihnen fristlos zu kündigen".
    Ohne die Ankündigung dieser Konsequenz können Sie ihm nämlich nicht fristlos kündigen!
    Die Abmahnung muss dem AN nachweislich zugehen. Einem Zeugen die Abmahnung zum Lesen geben, vor seinen Augen in den Briefumschlag stecken und dann gemeinsam zum Haus des AN fahren und in den Briefkasten des AN einwerfen.

    Um die Sache aber wirklich rechtssicher zu formulieren, würde ich Ihnen wirklich zu einem Anwalt für Arbeitsrecht raten, da der AN ja bereits angekündigt hat, dass er Sie verklagen wird.

    Hier noch ein paar Links:
    RA Dr. Palm
    RA Dr. Schrameyer
    Anwaltsauskunft
    (aus diesem Link wird sehr deutlich, dass man den Einzelfall genau würdigen muss und lieber einmal zu viel abmahnt, als einmal zu wenig)

    Grüße
    Leo
    Nicht die Dinge selbst, sondern nur unsere Vorstellungen über die Dinge machen uns glücklich oder unglücklich.
    Epiktet (50-13, griech. Philosoph
    ************************* ************************* **********************
    Meine Beiträge stellen meine eigene Meinung dar und sind nicht als Rechtsberatung zu verstehen.

    Kommentar


    • #3
      AW: Aushilfe erpresst den Betrieb wg Kündigung

      Zitat von JaninaJessica Beitrag anzeigen
      Hallo,

      ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich hier Richtig bin oder ob es eher in Arbeitsrecht gesollt hätte... Sorry im Vorfeld, sollte ich hier falsch sein.

      Es geht um Folgendes:

      Ich bin Betriebsleitung eines kleinen Cafes und habe kurz vor meinem Urlaub eine Aushilfe eingestellt.
      Als ich wieder kam stellte ich fest, dass der Mitarbeiter stinken faul ist und habe mit Ihm daraufhin gleich ein Gespräch unter vier Augen geführt, dass er sich doch bitte etwas zusammreißen möchte und ich erwarte, dass er die Ihm aufgetragenen Aufgaben erledigt. Leider änderte sich sein Verhalten nicht, so das ich nun beschlossen habe Ihm zu kündigen.
      Ich habe Ihm also gesagt, dass es leider mit der Zusammenarbeit nicht weiter klappt und habe Ihm die Kündigung vorgelegt.
      Er ist völlig an die Decke gegangen 😳
      Drohte sofort, dass uns das teuer zu stehen kommt und er uns verklagen wird. (Warum weiß ich zwar nicht, da wir die Frist von 4Wochen einhalten, aber ok)
      Er sagte sofort, dass er zu den eingetragenen Schichten nicht erscheinen wird und auch eine Krankmeldung dafür einreichen wird. Er hat die Kündigung nicht unterschrieben da ich vergessen hatte den Satz zu vermerken, dass wir die Fesetzliçhe Kündigungsfrist von 4Wochen einhalten werden.
      Jetzt habe ich dies überarbeitet und ihm per Einschreiben mit Rückschein zukommen lassen, woraufhin er mich anrief und meinte, ich solle Ihn nächste Woche 30Std eintragen, aber er kommt nicht sondern bringt eine Krankmeldung.

      Aber das kann doch so nicht einfach gehen!?
      Er kündigt sein Kranksein an und ich kann nichts machen, weil ich nicht Nachweisen kann das er dies gesagt hat?
      Er war vergangene Woche schon im Plan eingetragen, durch seine Aussage das er nicht kommen wird habe ich diesen natürlich umgeschrieben. Aber wäre das nicht ein Grund für unentschuldigtes Fehlen?
      Aber wie sieht es aus, wenn ich ihn dafür jetzt Fristlos kündige? Er hat sich ja nicht Krank gemeldet!?

      Ich werde mit dem Kerl noch irre und weiß langsam auch nicht mehr, was ich noch Richtig und was Falsch mache.
      Hallo, Janina
      eigentlich hat Leo1952 schon alles gesagt, hier noch etwas dazu: Der AN muss im Streitfalle die AU als Anspruchsvoraussetzung für Entgeltfortzahlung beweisen. Er genügt seiner Beweislast im Regelfall durch Vorlage einer AU-Bescheinigung. Der AG kann den Beweiswert der AU erschüttern, wenn sich aufgrund von Tatsachen z.B. mit Arbeitsunfähigkeit gedroht wird.
      Gruß FS
      In einem guten Wort ist Wärme für drei Winter!

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      • #4
        AW: Aushilfe erpresst den Betrieb wg Kündigung

        Wie ich den Fall sehe, kann er durchaus eine Krankheit bei Dir ansagen, solange Du das nicht durch Zeugen belegen kannst. Übrigens ist es völlig egal, ob Du schreibst, dass Du gesetzliche Kündigungsfristen einhälst, weil die gelten ohnehin. Deshalb sind sie ja gesetzlich. Unterschreiben muss er die Kündigung auch nicht, sondern Du musst nur nachweisen, dass er sie bekommen hat.

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        • #5
          AW: Aushilfe erpresst den Betrieb wg Kündigung

          Zitat von JaninaJessica Beitrag anzeigen
          Aber das kann doch so nicht einfach gehen!?
          Er kündigt sein Kranksein an und ich kann nichts machen, weil ich nicht Nachweisen kann das er dies gesagt hat?
          Er war vergangene Woche schon im Plan eingetragen, durch seine Aussage das er nicht kommen wird habe ich diesen natürlich umgeschrieben. Aber wäre das nicht ein Grund für unentschuldigtes Fehlen?
          Aber wie sieht es aus, wenn ich ihn dafür jetzt Fristlos kündige? Er hat sich ja nicht Krank gemeldet!?

          Ich werde mit dem Kerl noch irre und weiß langsam auch nicht mehr, was ich noch Richtig und was Falsch mache.
          keine Panik.

          Das ist alles nicht soooo tragisch, wie die Aushilfe meint.
          "Ein kleines Cafe" hat vermutlich keine 10 Angestellten, gehört auch nicht zu einer großen Kette mit einer eigenen Personal- oder Rechtsabteilung im Konzern?
          Wenn man sich als Geschäftsinhaber so gar nicht auskennt, sollte man sich schon an einen RA wenden. Das ist kein Vorwurf, niemand kann alles, dafür gibt es dann eben Anwälte.


          Mal in Grossbuchstaben:
          JA, MAN DARF KÜNDIGEN, AUCH WENN DER ARBEITNEHMER GERADE ZUFÄLLIG KRANK IST:

          Natürlich kann man fristlos kündigen,
          natürlich kann die Aushilfe dagegen klagen,
          und vermutlich passiert schlimmstenfalls die Umwandlung einer fristlosen in eine fristgerechte Kündigung.
          Und natürlich musst du die Aushilfe nicht so eintragen, wie sie es gerne hätte.
          Ob da eine ärztliche AU (Arbeitsunfähigkeitsbesch einigung) kommt oder nicht, und wer die Kosten trägt (kleiner Laden, Umlageverfahren, frag deinen Steuerberater danach)... das lass jetzt mal beiseite.

          Am meisten verbraucht werden deine Nerven.
          Gönn Dir einen Anwalt, der kostet nicht soooo viel wie du meinst.

          Du lernst dadurch was dazu, und deine Belegschaft lernt, dass du dir nicht auf der Nase herumtanzen lässt.

          .
          Zuletzt geändert von Betsy; 01.12.2013, 08:27.
          bewertet Arbeitgeber auf kununu.de - dann haben andere auch etwas von Euren Erfahrungen.

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          • #6
            AW: Aushilfe erpresst den Betrieb wg Kündigung

            Zitat von Betsy Beitrag anzeigen
            Am meisten verbraucht werden deine Nerven.
            Gönn Dir einen Anwalt, der kostet nicht soooo viel wie du meinst.
            Die Ausgaben kommen aber hauptsächlich der Krankenkasse zugute, die über die U 1 den Großteil der Kosten trägt. Eigentlich kann in der beschriebenen Situation dem Arbeitgeber nichts besseres passieren, als dass der Arbeitnehmer sich krankschreiben läßt.

            E.D.

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            • #7
              AW: Aushilfe erpresst den Betrieb wg Kündigung

              Zitat von E.D. Beitrag anzeigen
              Die Ausgaben kommen aber hauptsächlich der Krankenkasse zugute, die über die U 1 den Großteil der Kosten trägt. Eigentlich kann in der beschriebenen Situation dem Arbeitgeber nichts besseres passieren, als dass der Arbeitnehmer sich krankschreiben läßt.

              E.D.
              also, du verwirrst schon gewaltig, ED.

              Die Kasse trägt natürlich nicht die Anwaltskosten...

              die Krankheitskosten trage ich, und andere Deppen die brav Kassen-Beiträge zahlen.

              Ich finde das schon richtig, dass die ein AG das so nicht bieten lässt.
              Blaumacher auch noch solidarisch finanzieren... und sich dann über die hohen Sozialbeiträge aufzuregen - Pfui.

              .
              bewertet Arbeitgeber auf kununu.de - dann haben andere auch etwas von Euren Erfahrungen.

              Kommentar


              • #8
                AW: Aushilfe erpresst den Betrieb wg Kündigung

                Zitat von Betsy Beitrag anzeigen
                die Krankheitskosten trage ich, und andere Deppen die brav Kassen-Beiträge zahlen.

                Ich finde das schon richtig, dass die ein AG das so nicht bieten lässt.
                Blaumacher auch noch solidarisch finanzieren... und sich dann über die hohen Sozialbeiträge aufzuregen - Pfui.

                .
                Ok, wenn's ums Prinzip geht ...

                Die U 1 wird nicht aus den KV-Beiträgen finanziert sondern aus einer Arbeitgeberumlage.

                Es steht der Krankenkasse natürlich frei, den MDK loszulassen.

                E.D.

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