Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Kollege arbeitet umsonst in Freizeit

Einklappen
X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Kollege arbeitet umsonst in Freizeit

    Hallo liebe Arbeitsrechtler,

    Ich arbeite in einem großen deutschen Unternehmen mit Filialstruktur. In einer dieser Filialen bin ich Leiter.
    Ein ehemaliger Kollege, der mittlerweile in einer anderen Filiale arbeitet, kommt regelmäßig vorbei, um seine alten Kollegen und seinen Mentor(mich) zu besuchen und arbeitet hierbei in seiner Freizeit gelegentlich bis regelmäßig freiwillig und ohne Bezahlung oder sonstige Gegenleistung mit oder lässt sich von mir bisher unbekannte Arbeitsschritte und -vorgänge beibringen.
    Ich habe nun die Frage, ob es dagegen rechtliche Einwände gibt und wenn ja, welche das wären. Hierbei geht es mir darum, etwaigen arbeitsrechtlichen Schritten meines Vorgesetzten(in meinem Unternehmen Gebietsverwalter genannt) zuvorzukommen, falls es aufgrund eines mir unbekannten Gesetzes nicht erlaubt sein sollte, umsonst zu arbeiten, wenn man dazu Lust verspürt.

    Vielen Dank für die hilfreichen Antworten schonmal im Voraus.

    Viele Grüße,

    JoSc91

  • #2
    ich würde hier abraten, alleine schon aus versicherungstechnischen Gründen.
    Gruß FS
    In einem guten Wort ist Wärme für drei Winter!

    Kommentar


    • #3
      Zitat von JoSc91 Beitrag anzeigen
      Hallo liebe Arbeitsrechtler,
      Hallo,

      vorab gleich ein Hinweis: In diesem Forum tummeln sich interessierte Laien mit mehr oder weniger ausgeprägten Kenntnissen. "Arbeitsrechtler" im Sinne von geprüften und diplomierten bzw. examinierten Juristen wirst du hier eher nicht finden. Für rechtssichere Auskünfte darfst du dich nicht auf ein anonymes Internetforum verlassen.

      Ein ehemaliger Kollege, der mittlerweile in einer anderen Filiale arbeitet,
      Er ist also weiterhin Angehöriger des Unternehmens und keine unternehmensfremde Person (z.B. Familienangehöriger). Das könnte wichtig sein, falls es um Fragen z.B. des Datenschutzes (Unternehmensgeheimnisse? ) geht.

      arbeitet hierbei in seiner Freizeit gelegentlich bis regelmäßig freiwillig und ohne Bezahlung oder sonstige Gegenleistung mit oder lässt sich von mir bisher unbekannte Arbeitsschritte und -vorgänge beibringen.
      In welcher Häufigkeit? Wie lange jeweils?

      Ich habe nun die Frage, ob es dagegen rechtliche Einwände gibt und wenn ja, welche das wären.
      Mir fallen folgende Problemfelder ein:
      - Datenschutz/Unternehmens- oder Filialgeheimnisse/Kenntnisnahme mitarbeiter- oder kundenbezogener Daten außerhalb seines Zuständigkeitsbereichs
      - Geltendmachung von Gehaltsansprüchen (unter Umständen rückwirkend, nachdem er im Streit aus dem Unternehmen ausgeschieden ist)
      - Berufsgenossenschaft/gesetzliche Unfallversicherung: Im Falle eines Unfalls prüft die BG, ob ein versicherungspflichtiger Arbeitsunfall vorliegt.
      - Haftung bei Sach- oder Personenschäden (außer Arbeitsunfall) infolge dieser Mitarbeit
      - Arbeitszeitgesetz mit täglicher und wöchentlicher Höchstarbeitszeit, Pausenzeiten und Ruhezeiten.

      Hierbei geht es mir darum, etwaigen arbeitsrechtlichen Schritten meines Vorgesetzten(in meinem Unternehmen Gebietsverwalter genannt) zuvorzukommen,
      Gehört dieses Mentorensystem zur offiziellen Unternehmensphilosophie? Dann müsste sich ja schon einmal jemand Gedanken dazu gemacht haben. Oder habt ihr euch das zu zweit ausgedacht? Frage deinen Gebietsverwalter doch ganz einfach danach, wie er das sieht. Du musst ihm dabei nicht zwingend auf die Nase binden, dass ihr das schon so und so lange praktiziert.

      umsonst zu arbeiten
      Da gibt es natürlich noch das Mindestlohngesetz. Wenn dein Kollege so wenig verdient, dass er - alle Stunden zusammengezählt - weniger als Mindestlohn verdient, wäre das wohl als Gesetzesverstoß zu werten.

      wenn man dazu Lust verspürt.
      Vorsicht beim Sprachgebrauch im Falle eines Arbeitsunfalls: Arbeiten, weil man "Lust verspürt", ist nicht betrieblich veranlasst, also eigenwirtschaftlich und damit unversichert. Niemand arbeitet aus purer Lust ...
      Natürlich hat der Kollege im Falle eines Unfalls entweder mit offizieller Zustimmung bzw. im Auftrag des Unternehmens gehandelt (z.B. im Rahmen des Mentorensystems) oder weil er gerade vor Ort war und erkannt hat, dass in einer konkreten Situation seine tätige Hilfe erforderlich ist - oder er sogar von einem Kollegen zur Mithilfe aufgefordert wurde.

      Gruß,
      werner
      Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
      Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

      Kommentar


      • #4
        Vielen Dank für die Antworten.

        - Die Häufigkeit variiert sehr stark. Von wochenlanger Abstinenz bis 3-4 Mal pro Woche, war alles dabei. Die Dauer schwankt zwischen eine paar Minuten und teilweise einigen Stunden.
        -bezüglich der Problemfelder: Mir ist sehr wohl klar, dass sollte etwas passieren, das gravierende Folgen in versicherungstechnischer Richtung hätte. Aufgrund fortwährenden Personalmangels wurde dieser Punkt bisher wohlwissend ignoriert.
        Betriebsgeheimnisse sind nie betroffen gewesen.
        Auch handelt es sich hierbei nicht um Arbeiten, wie sie die Angestellten in der Filiale verrichten, nachdem sie dazu von mir angewiesen worden sind. Man könnte es eher als Beschäftigungssuche zum Zeitvertreib titulieren.
        - Es gibt kein offizielles Mentoringprogramm. Das ist rein auf privater Basis. In der Freizeit über die Schulter des ehemaligen Ausbilders schauen und Sachen lernen, die der neue Chef nicht in der Lage oder des Willens ist, beizubringen.
        - Meine Frage zielte eher in die Richtung, ob es ein Gesetz gäbe, auf das sich der Arbeitgeber berufen könnte, wenn er beispielsweise auf dieser Grundlage eine fristlose Kündigung aussprechen möchte. Im täglichen Umgang mit den Mitarbeitern gerade bei Personalmangel macht man sich nicht nur Freunde und es könnte evtl. der Fall eintreten, dass ein verärgerter Mitarbeiter das Beschriebene versucht gegen mich abzuwenden.
        Da die beschriebene Praxis nun schon einige Wochen so gehandhabt wurde, bin ich der Meinung, es wäre nicht ganz unnütz, sich mal abzusichern oder es eben sein zu lassen, wenn keine Absicherung möglich ist.

        Viele Grüße,

        JoSc91

        Kommentar


        • #5
          Zitat von JoSc91 Beitrag anzeigen
          ... Meine Frage zielte eher in die Richtung, ob es ein Gesetz gäbe, auf das sich der Arbeitgeber berufen könnte, wenn er beispielsweise auf dieser Grundlage eine fristlose Kündigung aussprechen möchte.
          Dass es einige Rechtsrisiken gibt, dürfte nun wohl klar sein. Ob das - ja nachdem, welches Risiko eintritt - zu einer fristlosen Kündigung reicht, steht auf einem anderen Blatt. Das kann so pauschal nicht gesagt werden.

          Im täglichen Umgang mit den Mitarbeitern gerade bei Personalmangel macht man sich nicht nur Freunde und es könnte evtl. der Fall eintreten, dass ein verärgerter Mitarbeiter das Beschriebene versucht gegen mich abzuwenden.
          Als Arbeitgeber wäre ich - wenn ich von einer solchen nicht abgesprochenen Praxis erfahren würde - schon etwas angesäuert. Von den Vorgesetzten ist zu erwarten, dass sie sich nicht blauäugig unkalkulierbaren Risiken aussetzen. Wenn du als Filialleiter beispielsweise davon hören würdest, dass ein/e nachgeordnete/r Mitarbeiter/in während deiner Abwesenheitszeiten immer wieder Besuch von Freunden erhält, die dann auch mit anpacken, würdest du das - trotz aller Personalnot - ebenfalls nicht dulden dürfen.

          Darüber hinaus: Dein AG bezahlt dich dafür, dass du in deiner Arbeitszeit die Filiale führst. Er zahlt nicht für Gespräche mit Freunden oder ehemaligen Mitarbeitern während deiner Arbeitszeit, selbst wenn diese sich gelegentlich nützlich machen.

          und Sachen lernen, die der neue Chef nicht in der Lage oder des Willens ist, beizubringen.
          Dir ist schon klar, dass du damit ein Stück weit den neuen Chef demontierst? Wie würde es dir gefallen, wenn ein anderer Filialleiterkollege dir auf gleiche Weise mit einem deiner Mitarbeiter/innen in den Rücken fällt?

          Da die beschriebene Praxis nun schon einige Wochen so gehandhabt wurde, bin ich der Meinung, es wäre nicht ganz unnütz, sich mal abzusichern oder es eben sein zu lassen, wenn keine Absicherung möglich ist.
          Wie gesagt: Rede mit deinem Vorgesetzten darüber. Schließlich profitiert das Unternehmen von dem was ihr tut. Vielleicht gibt es dazu dann auch einen offiziellen Segen.

          Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
          Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

          Kommentar


          • #6
            Zitat von werner h. Beitrag anzeigen
            ...

            Wie gesagt: Rede mit deinem Vorgesetzten darüber. Schließlich profitiert das Unternehmen von dem was ihr tut. Vielleicht gibt es dazu dann auch einen offiziellen Segen.
            Hey,
            bis zu dem Moment, wenn der Kollege aus Gründen auch immer in der anderen Filiale gekündigt wird/ ausscheidet. Er könnte dann rückwirkend entsprechende Bezahlung einfordern, mit der Begründung, das es stillschweigend - auch aus Personalnot- geduldet wurde. Eventuell könnte er auch argumentieren, das ein Arbeitsverhältnis - Nebenjob? - durch die dauerhafte Beschäftigung entstanden ist.

            VG
            Gast_SBV

            Kommentar


            • #7
              Ich würde davon abraten. Wenn ihm während seiner "Arbeitszeit" etwas passiert... wer haftet dann?

              Kommentar

              Unconfigured Ad Widget

              Einklappen

              Google

              Einklappen
              Lädt...
              X