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Direktionsrecht des Arbeitgebers

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  • Thomas
    hat ein Thema erstellt Direktionsrecht des Arbeitgebers.

    Direktionsrecht des Arbeitgebers

    Hallo,
    ich hätte gerne einmal eine Einschätzung von euch. (nicht Kollektivrechtlich, sondern Individualrechtlich)
    In einer Abteilung bei uns wurden Kollegen neue (leicht veränderte)Tätigkeiten zugewiesen.

    Laut Arbeitsvertrag kann der Arbeitgeber dieses auch tun - die Kollegen wehren sich auch nicht dagegen.
    Die Kollegen sind kaufmännische Angestellte und als Sachbearbeiter eingestellt. Jetzt haben Sie ein Schreiben von der Personalabteilung zugestellt bekommen, dass nach abwägen aller Interessen sie diese neuen Tätigkeiten machen sollen und nun aber nicht mehr Sachbearbeiter seine, sondern Kundenbetreuer. Hiermit sind die Kollegen nicht einverstanden.
    Bei uns im Betriebsrat gabt es jetzt die Diskussion, ob dieses Umbenennung vom Sachbearbeiter (wie es im Arbeitsvertrag steht) in Kundenbetreuer über das Direktionsrecht abgedeckt ist.
    Die einen meinen ja, da Sachbearbeiter keine Berufsbezeichnung (anders als z.B. Mechatroniker) sei, könne der Arbeitgeber die Bezeichnung auf Grund seines Direktionsrechtes einseitig anpassen.

    Die Anderen meinten, dass dieses nicht ginge, da der Mitarbeiter als Sachbearbeiter eingestellt wurde und er nur Sachbearbeitertätikkeiten über das Direktionsrecht zugewiesen bekommen darf. Ist die Tätigkeit nicht über die „Bezeichnung“ im Arbeitsvertrag abgedeckt, und eine Umbenennung notwendig, bedürfe es einer Änderungskündigung. Ist die Tätigkeit über die Bezeichnung im Arbeitsvertrag abgedeckt, darf der Arbeitgeber nicht einseitig die Berufsbezeichnung ändern.

    Als Hintergrundwissen, der Abteilung geht es nicht so gut. In anderen Abteilungen gibt es auch noch Sachbearbeiter. Sie befürchten bei einer Sozialauswahl Nachteile, da das Aufgabengebiet eines Kundenbetreuers stark eingegrenzt ist, das hier im Haus nirgend anders zu finden ist.
    Des Weiteren befürchten Sie, dass Sie bei Bewerbungen auf den externen Arbeitsmarkt Nachteile befürchten müssten.
    Da es ein langer Text war hier noch einmal die Kernfrage und da bitte ich euch um eure Juristische Einschätzung, ist der Arbeitgeber auf Grund seines Direktionsrechtes berechtigt, die Bezeichnung, mit der die Kollegen eingestellt wurden, einseitig zu verändern?

    Viele Grüße
    Thomas

  • sueton
    antwortet
    AW: Direktionsrecht des Arbeitgebers

    Zitat von werner h. Beitrag anzeigen
    Dreimal "nein":

    Nein, der AG darf die Berufsbezeichnung nicht einseitig ändern (insofern ist das "nein" eine Zustimmung zu deiner Meinung). Aber mit der Behauptung, dass auch Kundenbetreuer Sachbearbeiter sind (was zugegebenermaßen bei euch wohl nicht so geschehen ist), wäre die Angelegenheit bei euch ohne weiteres zu heilen.

    Nein, Sachbearbeiter sind nicht grundsätzlich weitergehend einsetzbar. Der Postverteiler kann kein Word und Excel, der Finanzbuchhalter kennt sich nur mit Bilanzen aus, die Gehaltssachbearbeiterin beherrscht außer ihrem Abrechnungsprogramm nichts weiter. Wollte ich als AG diese Sachbearbeiter untereinander austauschen, würde lange Zeit nichts mehr funktionieren.

    Nein, es kommt nicht nur auf die aktuelle Tätigkeit an. Es kommt ebenfalls darauf an, welche Tätigkeiten - gegenfalls nach einer gewissen Einarbeitung, die je nach näheren Umständen bis zu einem halben Jahr dauern darf - aufgrund der vorhandenen Qualifikation ausgeübt werden kann.

    Wenn ich also z.B. früher Buchhalter war und wechsle jetzt in den Einkauf, kann ich - sofern es im Einkauf zu betriebsbedingten Kündigungen kommt - verlangen, bei der Sozialauswahl auch mit den Buchhaltern verglichen zu werden.
    Hallo Werner H. !

    Exakt !

    Respekt !

    Grüsse,sueton

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  • werner h.
    antwortet
    AW: Direktionsrecht des Arbeitgebers

    Zitat von Thomas Beitrag anzeigen
    ... Es geht darum ob der Arbeitgeber eine im Arbeitsvertrag vereinbarte Berufsbezeichnung einseitig ändern darf.
    Ein kundenbetreuer hat einen eng eingegrenztes Aufgabengebiet, ein Sachbearbeiter ist wie du selber schreibst weitergehend einsetzbar.
    Bei einer Sozialauswahl kommt es auf die Tätigkeit nan, die man gerade macht, nicht das was man in der Vergangenheit gemacht hat.
    ...
    Dreimal "nein":

    Nein, der AG darf die Berufsbezeichnung nicht einseitig ändern (insofern ist das "nein" eine Zustimmung zu deiner Meinung). Aber mit der Behauptung, dass auch Kundenbetreuer Sachbearbeiter sind (was zugegebenermaßen bei euch wohl nicht so geschehen ist), wäre die Angelegenheit bei euch ohne weiteres zu heilen.

    Nein, Sachbearbeiter sind nicht grundsätzlich weitergehend einsetzbar. Der Postverteiler kann kein Word und Excel, der Finanzbuchhalter kennt sich nur mit Bilanzen aus, die Gehaltssachbearbeiterin beherrscht außer ihrem Abrechnungsprogramm nichts weiter. Wollte ich als AG diese Sachbearbeiter untereinander austauschen, würde lange Zeit nichts mehr funktionieren.

    Nein, es kommt nicht nur auf die aktuelle Tätigkeit an. Es kommt ebenfalls darauf an, welche Tätigkeiten - gegenfalls nach einer gewissen Einarbeitung, die je nach näheren Umständen bis zu einem halben Jahr dauern darf - aufgrund der vorhandenen Qualifikation ausgeübt werden kann.

    Wenn ich also z.B. früher Buchhalter war und wechsle jetzt in den Einkauf, kann ich - sofern es im Einkauf zu betriebsbedingten Kündigungen kommt - verlangen, bei der Sozialauswahl auch mit den Buchhaltern verglichen zu werden.

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  • Thomas
    antwortet
    AW: Direktionsrecht des Arbeitgebers

    Zitat von werner h. Beitrag anzeigen
    Wie du bereits eingangs gesagt hattest, ist "Sachbearbeiter" kein geschützter Begriff. Der kleine Angestellte, der Post im Hause verteilt und Kopieraufträge abarbeitet, kann ebenso als "Sachbearbeiter" tituliert werden wie der mehrfach studierte Spezialist. Da es in deinem Betrieb keine weiteren Regeln dazu gibt, steht es dem AG frei zu definieren, was er unter einer Sachbearbeitung versteht. Künftig ist der Kundenbetreuer gleichermaßen sachbearbeitend tätig wie der Finanzbuchhalter und die Gehaltsabrechnerin.
    Hallo,

    ob der Kundenbetreuer sachbearbeitend tätig ist war hier nicht die Frage. Es geht darum ob der Arbeitgeber eine im Arbeitsvertrag vereinbarte Berufsbezeichnung einseitig ändern darf.
    Ein kundenbetreuer hat einen eng eingegrenztes Aufgabengebiet, ein Sachbearbeiter ist wie du selber schreibst weitergehend einsetzbar.
    Bei einer Sozialauswahl kommt es auf die Tätigkeit nan, die man gerade macht, nicht das was man in der Vergangenheit gemacht hat.


    Gruß

    Thomas

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  • werner h.
    antwortet
    AW: Direktionsrecht des Arbeitgebers

    Zitat von Thomas Beitrag anzeigen
    ... Einfach zu sagen, du machst jetzt die Arbeit eines Kundenbetreuers und bist damit dann auch Kundenbetreuer und kein Sachbearbeiter mehr, so weit geht meiner Meinung das Direktionsrecht nicht.
    Wie kommst du zu deiner Einschätzung.

    Zu deiner Frage, ob bisher bei uns im Betrieb zwischen Kundenbetreuer und Sachbearbeiter differenziert wurde: Nein wurde nicht.
    ...
    Wie du bereits eingangs gesagt hattest, ist "Sachbearbeiter" kein geschützter Begriff. Der kleine Angestellte, der Post im Hause verteilt und Kopieraufträge abarbeitet, kann ebenso als "Sachbearbeiter" tituliert werden wie der mehrfach studierte Spezialist. Da es in deinem Betrieb keine weiteren Regeln dazu gibt, steht es dem AG frei zu definieren, was er unter einer Sachbearbeitung versteht. Künftig ist der Kundenbetreuer gleichermaßen sachbearbeitend tätig wie der Finanzbuchhalter und die Gehaltsabrechnerin.

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  • Thomas
    antwortet
    AW: Direktionsrecht des Arbeitgebers

    Hallo,

    ich gehöre zur zweiten Gruppe.

    So hätte ich es auch für richtig empfunden.

    ... im Rahmen Ihrer Tätigkeit als Sachbearbeiter die Funktion eines Kundenbetreuers übertrage".

    Mit deiner weiteren Einschätzung stimme ich nicht überein.
    Wäre die Tätigkeit eines Kundenbetreuers nicht über die im Arbeitsvertrag vereinbarte Tätigkeit als Sachbearbeiter abgedeckt, dürfe der Arbeitgeber diese Tätigkeit nicht zuweisen und er müsste eine Änderungskündigung zum Kundenbetreuer machen.
    Einfach zu sagen, du machst jetzt die Arbeit eines Kundenbetreuers und bist damit dann auch Kundenbetreuer und kein Sachbearbeiter mehr, so weit geht meiner Meinung das Direktionsrecht nicht.
    Wie kommst du zu deiner Einschätzung.

    Zu deiner Frage, ob bisher bei uns im Betrieb zwischen Kundenbetreuer und Sachbearbeiter differenziert wurde: Nein wurde nicht.

    Gruß

    Thomas

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  • werner h.
    antwortet
    AW: Direktionsrecht des Arbeitgebers

    Zitat von Thomas Beitrag anzeigen
    ...
    Die Kollegen sind kaufmännische Angestellte und als Sachbearbeiter eingestellt. Jetzt haben Sie ein Schreiben von der Personalabteilung zugestellt bekommen, dass nach abwägen aller Interessen sie diese neuen Tätigkeiten machen sollen und nun aber nicht mehr Sachbearbeiter seine, sondern Kundenbetreuer.
    ...
    Die einen meinen ja, da Sachbearbeiter keine Berufsbezeichnung (anders als z.B. Mechatroniker) sei, könne der Arbeitgeber die Bezeichnung auf Grund seines Direktionsrechtes einseitig anpassen.

    Die Anderen meinten, dass dieses nicht ginge, da der Mitarbeiter als Sachbearbeiter eingestellt wurde und er nur Sachbearbeitertätikkeiten über das Direktionsrecht zugewiesen bekommen darf.
    ...
    Als Hintergrundwissen, der Abteilung geht es nicht so gut. In anderen Abteilungen gibt es auch noch Sachbearbeiter. Sie befürchten bei einer Sozialauswahl Nachteile, da das Aufgabengebiet eines Kundenbetreuers stark eingegrenzt ist, ....
    Hallo,

    tendenziell würde ich mich eurer ersten Gruppe (Direktionsrecht "ja") anschließen. Allerdings mit dem Zusatz "Es kommt drauf an ..."

    Es kommt z.B. drauf an, ob es bei euch bisher schon Mitarbeiter mit der Bezeichnung "Kundenbetreuer" gibt. Sprich: Wurde in der Vergangenheit zwischen diesen beiden Gruppen eindeutig differenziert? Gab es dabei auch Unterschiede im Gehalt, waren also die bisherigen Kundenbetreuer geringer bezahlt als die Sachbearbeiter? Gibt es Stellenbeschreibungen, in denen die unterschiedlichen Tätigkeiten der Sachbearbeiter und der Kundenbetreuer dargestellt sind.

    Wenn die Unterscheidung bisher nicht eindeutig war, hätte ich als Personalabteilung wahrscheinlich nicht von "Sachbearbeiter" nach "Kundenbetreuer" umgesetzt, sondern mitgeteilt, dass ich "Ihnen mit Wirkung ab ... im Rahmen Ihrer Tätigkeit als Sachbearbeiter die Funktion eines Kundenbetreuers übertrage". Dass das bei euch anders gemacht wurde, spricht tatsächlich dafür, dass seitens der Leitung eindeutig zwischen Sachbearbeitern und Kundenbetreuern differenziert werden soll.

    Hinsichtlich einer Sozialauswahl wären meine Sorgen nicht so groß. Bei einer betriebsbedingten Kündigung würde ich darauf verweisen, dass ich als früherer Sachbearbeiter durchaus in der Lage wäre, auch wieder sachbearbeitende Tätigkeiten auszuüben. Insofern wäre für diese umgesetzten "Sachbearbeiter-Kundenbetreuer" eine Vergleichbarkeit sowohl in der Gruppe der Kundenbetreuer als auch in der Gruppe der Sachbearbeiter herzustellen.

    Hat dir das nun irgendwie weitergeholfen?

    Gruß,
    werner

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  • Fussballsend
    antwortet
    AW: Direktionsrecht des Arbeitgebers

    Zitat von Thomas Beitrag anzeigen
    Hallo,
    ich hätte gerne einmal eine Einschätzung von euch. (nicht Kollektivrechtlich, sondern Individualrechtlich)
    In einer Abteilung bei uns wurden Kollegen neue (leicht veränderte)Tätigkeiten zugewiesen.

    Laut Arbeitsvertrag kann der Arbeitgeber dieses auch tun - die Kollegen wehren sich auch nicht dagegen.
    Die Kollegen sind kaufmännische Angestellte und als Sachbearbeiter eingestellt. Jetzt haben Sie ein Schreiben von der Personalabteilung zugestellt bekommen, dass nach abwägen aller Interessen sie diese neuen Tätigkeiten machen sollen und nun aber nicht mehr Sachbearbeiter seine, sondern Kundenbetreuer. Hiermit sind die Kollegen nicht einverstanden.
    Bei uns im Betriebsrat gabt es jetzt die Diskussion, ob dieses Umbenennung vom Sachbearbeiter (wie es im Arbeitsvertrag steht) in Kundenbetreuer über das Direktionsrecht abgedeckt ist.
    Die einen meinen ja, da Sachbearbeiter keine Berufsbezeichnung (anders als z.B. Mechatroniker) sei, könne der Arbeitgeber die Bezeichnung auf Grund seines Direktionsrechtes einseitig anpassen.

    Die Anderen meinten, dass dieses nicht ginge, da der Mitarbeiter als Sachbearbeiter eingestellt wurde und er nur Sachbearbeitertätikkeiten über das Direktionsrecht zugewiesen bekommen darf. Ist die Tätigkeit nicht über die „Bezeichnung“ im Arbeitsvertrag abgedeckt, und eine Umbenennung notwendig, bedürfe es einer Änderungskündigung. Ist die Tätigkeit über die Bezeichnung im Arbeitsvertrag abgedeckt, darf der Arbeitgeber nicht einseitig die Berufsbezeichnung ändern.

    Als Hintergrundwissen, der Abteilung geht es nicht so gut. In anderen Abteilungen gibt es auch noch Sachbearbeiter. Sie befürchten bei einer Sozialauswahl Nachteile, da das Aufgabengebiet eines Kundenbetreuers stark eingegrenzt ist, das hier im Haus nirgend anders zu finden ist.
    Des Weiteren befürchten Sie, dass Sie bei Bewerbungen auf den externen Arbeitsmarkt Nachteile befürchten müssten.
    Da es ein langer Text war hier noch einmal die Kernfrage und da bitte ich euch um eure Juristische Einschätzung, ist der Arbeitgeber auf Grund seines Direktionsrechtes berechtigt, die Bezeichnung, mit der die Kollegen eingestellt wurden, einseitig zu verändern?

    Viele Grüße
    Thomas
    Hallo,Thomas
    eine einseitige Änderung würde meiner Meinung nicht gehen, hier müßte eine Änderungskündigung erfolgen.Ansonsten ist halt die Bezeichnung im Arbeitsvertrag maßgebend.
    Gruß FS

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