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Wechsel des Tarifvertrags erzwingen?

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  • Wechsel des Tarifvertrags erzwingen?

    Ich bin neu in diesem Forum - daher erst einmal hallo an alle!

    Ich habe eine Frage: Ich arbeite in einem großen privaten Betrieb (>1000 Mitarbeiter, Gesundheitswesen, privater Träger). Es werden zur Vergütung zwei Tarifverträge angewandt, in die man -je nach Zugehörigkeit zu einer Berufsgruppe- eingruppiert wird.
    Damit ist bislang immer klar gewesen: Entweder man gehört zum Tarifvertrag A oder zum Tarifvertrag B.

    In Einzelfällen wird nach Teilnahme einer (privat bezahlten und außerhalb der Dienstzeit absolvierten) Fortbildung ein Wechsel von Tarifvertrag A in Tarifvertrag B durch die Personalabteilung vorgenommen. Damit sind theoretisch höhere Bezahlungen möglich. In Einzelfällen (abhängig von der Zugehörigkeit im Tarif A) wäre mit dem Wechsel auch ein geringeres Entgelt verbunden. Dann wird mithilfe eines "Übergangsgeldes" verhindert, dass man numerisch weniger Gehalt bekommt, bis man regulär im Tarif B mehr verdient als vorher in A.

    ABER: Tarifvertrag B hat eine höhere Wochenarbeitszeit, einen geringeren Urlaubsanspruch und durch den Wechsel verlieren Arbeitnehmer (je nach Zeitpunkt) die Möglichkeit zum "Bewährungsaufstieg" in eine andere Erfahrungsstufe.

    Muss ich als Arbeitnehmer solche geänderten "Randbedingungen" durch willkürliche Eingruppierung durch die Personalabteilung in Kauf nehmen oder gilt das schon als (indirekte) Geringerbezahlung?

    Habe ich ein Anrecht auf Verbleib im bisherigen Vertrag (der ist unbefristet und unbedingt, es steht kein Wort von diesem Wechsel und/oder der Fortbildung drin).
    Oder darf ich den Wechsel innerhalb der Verträge selbst mitgestalten, z. B. vorschlagen, dass ich erst ab Zeitpunkt X wechsele, weil dann für mich die Gelegenheit am Günstigsten wäre?

    Ich würde mich über Einschätzungen anderer sehr freuen!

  • #2
    AW: Wechsel des Tarifvertrags erzwingen?

    Was steht denn im Arbeitsvertrag genau zur Anwendung des Tarifvertrags? Daneben könnte die Tarifbindung beider seiten eine Rolle spielen.

    Man wird die andere Tätigkeit vermutlich nicht annehmen müssen. Es kann sein, dass die andere Tätigkeit zwingend zum anderen Tarifvertrag führt. Da kommt es auf die Details an.

    Kommentar


    • #3
      AW: Wechsel des Tarifvertrags erzwingen?

      Zitat von felsi Beitrag anzeigen
      ... Ich habe eine Frage: Ich arbeite in einem großen privaten Betrieb (>1000 Mitarbeiter, Gesundheitswesen, privater Träger). Es werden zur Vergütung zwei Tarifverträge angewandt,
      Hallo,

      sind das wirklich zwei "Tarifverträge" im echten Sinne (z.B. TVöD und Tarifvertrag Privatkrankenanstalten)? Oder wird das nur hausintern/umgangssprachlich bei euch so bezeichnet?

      in die man -je nach Zugehörigkeit zu einer Berufsgruppe- eingruppiert wird.
      Damit ist bislang immer klar gewesen: Entweder man gehört zum Tarifvertrag A oder zum Tarifvertrag B.
      Das ist etwas ungewöhnlich für einen Arbeitgeber dieser Größe. Ist die Anwendung des Tarifvertrags im Arbeitsvertrag vereinbart? Wie lautet die (wörtliche) Formulierung?

      In Einzelfällen wird nach Teilnahme einer (privat bezahlten und außerhalb der Dienstzeit absolvierten) Fortbildung ein Wechsel von Tarifvertrag A in Tarifvertrag B durch die Personalabteilung vorgenommen.
      Das macht die Personalabteilung aber wohl nur, wenn du diese Fortbildung absolviert hast und daraufhin eine Änderung deiner Tätigkeit anstrebst.

      Damit sind theoretisch höhere Bezahlungen möglich. ...
      ABER: Tarifvertrag B hat eine höhere Wochenarbeitszeit, einen geringeren Urlaubsanspruch und durch den Wechsel verlieren Arbeitnehmer (je nach Zeitpunkt) die Möglichkeit zum "Bewährungsaufstieg" in eine andere Erfahrungsstufe.

      Muss ich als Arbeitnehmer solche geänderten "Randbedingungen" durch willkürliche Eingruppierung durch die Personalabteilung in Kauf nehmen
      Nein, das musst du meiner Meinung nach nicht. Du kannst auf deinem alten Arbeitsplatz bleiben, dann ändert sich an der "tariflichen" Situation auch nichts.

      Oder darf ich den Wechsel innerhalb der Verträge selbst mitgestalten, z. B. vorschlagen, dass ich erst ab Zeitpunkt X wechsele, weil dann für mich die Gelegenheit am Günstigsten wäre?
      Wie wirkt sich die Fortbildung auf deinen allgemeinen Marktwert (außerhalb dieses AG) aus? Je größer das Interesse deines AG ist, dich im Betrieb zu halten, desto besser sind deine Verhandlungschancen. Wenn dein AG sich nicht flexibel zeigt, machst du eben die alte Tätigkeit weiter oder suchst dir einen anderen AG mit besseren Konditionen.

      Gruß,
      werner
      Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
      Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

      Kommentar

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