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6 Monate Kündigungsfrist rechtens?!

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  • 6 Monate Kündigungsfrist rechtens?!

    Hallo zusammen,

    ich bin neu hier und möchte mich ganz kurz vorstellen.

    Ich bin 26 Jahre alt und arbeite in einem mittelständischen Unternehmen mit ca. 100 Mitarbeitern.

    Da ich mich in naher Zukunft beruflich verändern will, habe ich aktuell einige Bewerbungen am laufen, von denen auch bis jetzt das erste Vorstellungsgespräch nächste Woche stattfinden wird.

    Nun zu meinem Problem:

    Beim Durchlesen meines akutellen Arbeitsvertrages bin ich auf eine Kündigungsfrist von 6! Monaten gestoßen.
    Ich bin dieses Jahr im 5. Jahr bei diesem Unternehmen tätig und angestellt als Sachbeabeiter.

    Ich habe gelesen, dass Fristen von 6 Monaten normalerweise nur für Managerpositionen angesetzt werden.
    Daher kann ich mir so eine Frist eigentlich absolut nicht erklären. Einen Kollegen, den ich im Vertrauen gefragt habe, sagte mir, dass er ganz normal an die gesetzliche Frist gebunden ist ( allerdings ganz andere Abteilung ).

    Wie gehe ich nun vor? Ich möchte ungern meine Geschäftsleitung fragen, ohne dass ich einen neuen Job unter Dach und Fach habe.
    Nicht dass die sich im Hinterkopf immer denken "Der will eh gehen".

    Die Möglichkeit mit dem Aufhebungsvertrag habe ich gelesen, allerdings bin ich mir nicht sicher, ob mein Chef sich darauf einlassen würde.

    Hinzufügend muss ich sagen, dass ich auf jeden Fall im Guten aus dieser Firma gehen möchte, da ich eigentlich immer gut unterstützt wurde. Nur kann ich mich hier eben auf Dauer nicht richtig "entfalten". Daher kommen solche Sachen wie krank machen etc. absolut nicht in Frage.

    Sorry für den langen Text und ich hoffe, dass mir hier jemand kompetent weiterhelfen kann.

  • #2
    AW: 6 Monate Kündigungsfrist rechtens?!

    Sofern die Kündigungsfrist auch für den Arbeitgeber greift, ist sie grundsätzlich wirksam.
    Grüße

    Guido

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    • #3
      AW: 6 Monate Kündigungsfrist rechtens?!

      Ja die Frist ist auch für den Arbeitgeber...

      Also heisst das sie ist rechtens? Hm das wäre natürlich ein schwacher Trost.

      Gibt es nicht irgendeine Regelung die vielleicht besagt ab welchem Alter oder welcher Betriebszugehörigkeit eine Maximalfrist gesetzt werden darf?

      Falls die Frist tatsächlich unumgehbar ist, wer hat noch Tipps, wie ich aus der Sache eventuell früher heraus komme?

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      • #4
        AW: 6 Monate Kündigungsfrist rechtens?!

        Gibt es nicht irgendeine Regelung die vielleicht besagt ab welchem Alter oder welcher Betriebszugehörigkeit eine Maximalfrist gesetzt werden darf?
        Nein, gibt es nicht. Eine ultimative Höchstfrist, wie lange jemand maximal gebunden sein kann, enthält § 624 BGB. Hilft dir aber nicht weiter.

        Falls die Frist tatsächlich unumgehbar ist, wer hat noch Tipps, wie ich aus der Sache eventuell früher heraus komme?
        Erstmal abwarten bis ein neues Arbeitsverhältnis spruchreif, also fertig zur Unterschrift ist. Dann zum derzeitigen Arbeitgeber gehen und einen Aufhebungsvertrag zum entsprechenden Beschäftigungsbeginn beim neuen AG bitten.

        Gruß
        AZ


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        • #5
          AW: 6 Monate Kündigungsfrist rechtens?!

          Zitat von Jost33 Beitrag anzeigen
          Beim Durchlesen meines akutellen Arbeitsvertrages bin ich auf eine Kündigungsfrist von 6! Monaten gestoßen.
          entschuldige die dumme Frage, aber,..... wann genau hast du den Vertrag erstmals gelesen?

          Das sind natürlich enorm lange Bindungsfristen... die faktisch dazu führen, dass man sich nur einvernehmlich trennen kann, weil ja kaum jemand 6 Monate auf einen MA wartet. Es sei denn, du bist ein Superspezialist, dem man es darum auch möglichst schwer machen will, das Haus zu verlassen.
          Machst du irgendetwas ganz Spezielles in deinem Betrieb?


          Mittlerweise gibt es ja gelernte Manager wie Sand am Meer,
          aber einen Klimatechniker zB.... würde ich so eine Kündigungsfrist reinschreiben.
          bewertet Arbeitgeber auf kununu.de - dann haben andere auch etwas von Euren Erfahrungen.

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          • #6
            AW: 6 Monate Kündigungsfrist rechtens?!

            Zitat von Betsy Beitrag anzeigen
            entschuldige die dumme Frage, aber,..... wann genau hast du den Vertrag erstmals gelesen?

            Das sind natürlich enorm lange Bindungsfristen... die faktisch dazu führen, dass man sich nur einvernehmlich trennen kann, weil ja kaum jemand 6 Monate auf einen MA wartet. Es sei denn, du bist ein Superspezialist, dem man es darum auch möglichst schwer machen will, das Haus zu verlassen.
            Machst du irgendetwas ganz Spezielles in deinem Betrieb?


            Mittlerweise gibt es ja gelernte Manager wie Sand am Meer,
            aber einen Klimatechniker zB.... würde ich so eine Kündigungsfrist reinschreiben.
            Den Vertrag habe ich vor 5 Jahren unterschrieben....ich war zu dem Zeitpunkt einfach nur froh einen Job in Wohnortnähe gefunden zu haben. Die 6 Monate waren mir zu der Zeit egal und die restlichen Konditionen haben mich auch überzeugt. Das ist mir nun natürlich erst jetzt zum Problem geworden wenn es an den Jobwechsel geht.

            Ich mache schon etwas spezielles in meinem Betrieb, allerdings hab ich diese "spezielle Tätigkeit" erst 2 Jahre nach Vertragsunterzeichnung übernommen, daher schließe ich diesen Grund eigentlich aus.

            Ich hoffe ja immernoch auf einen Schreibfehler oder ein Missverständnis...

            Achja, hat jemand vielleicht Tipps für mich in Bezug auf mein bevorstehendes Vorstellungsgespräch und meine Kündigungsfrist? Soll ich von Anfang an mit offenen Karten spielen, wenn ich nach meinem Eintrittstermin gefragt werde? Ich würde dann vermutlich sagen, dass ich die Option eines Aufhebungsvertrages nicht ausschließe....aber nicht garantieren kann...oder?!

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            • #7
              AW: 6 Monate Kündigungsfrist rechtens?!

              Zitat von Jost33 Beitrag anzeigen
              Ich hoffe ja immernoch auf einen Schreibfehler oder ein Missverständnis...
              magst den genauen Wortlaut mal schreiben, vielleicht finden wir ja ein Hintertürchen.


              Zitat von Jost33 Beitrag anzeigen
              Achja, hat jemand vielleicht Tipps für mich in Bezug auf mein bevorstehendes Vorstellungsgespräch und meine Kündigungsfrist? Soll ich von Anfang an mit offenen Karten spielen, wenn ich nach meinem Eintrittstermin gefragt werde? Ich würde dann vermutlich sagen, dass ich die Option eines Aufhebungsvertrages nicht ausschließe....aber nicht garantieren kann...oder?!
              würde ich schon.
              Normalerweise wird man gefragt, ab wann man verfügbar ist und da sollte man schon klar sein.
              Zumindest andeuten, dass man die lange Kündigungsfrist hat, aber mit dem AG dann über eine einvernehmliche Trennung sprechen würde.

              Wenn alle Stricke reißen, gibt es noch einen "dritten Weg"...
              aber dazu berät dich dann dein Anwalt.
              bewertet Arbeitgeber auf kununu.de - dann haben andere auch etwas von Euren Erfahrungen.

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              • #8
                AW: 6 Monate Kündigungsfrist rechtens?!

                Den genauen Wortlaut der im Vertrag steht, kann ich heute Abend erst nachschauen. Werde mich dann direkt drum kümmern. Vielleicht gibts ja tatsächlich eine ungereimtheit.

                Um welchen "dritten Weg" handelt es sich denn?

                Zum Anwalt möchte ich wirklich nur im aller äußersten Notfall, da mich mein Arbeitgeber wie gesagt immer fair behandelt und unterstützt hat.

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                • #9
                  AW: 6 Monate Kündigungsfrist rechtens?!

                  Zitat von Jost33 Beitrag anzeigen
                  Um welchen "dritten Weg" handelt es sich denn?
                  das ist ein wenig heikel, drum würde ich das vorher mit einem Anwalt absprechen, Risiken abwägen.

                  Man kann mit der gesetzlichen K-Frist kündigen (also nicht mit der viel längeren vertraglichen), allerdings macht man sich damit a) unbeliebt und b) sollte man vorher abchecken, ob man dem AG dadurch einen möglichen Schaden verursacht, für den man eine Rechnung bekommen könnte.
                  Bei "Normalos" nicht wahrscheinlich, aber bei besonderen Spezialisten denkbar.

                  Ansonsten... der AG kann ja schlecht gerichtlich deine Arbeitsleistung einklagen... also geht's eigentlich nur um die Frage eines möglichen Schadensersatzes.


                  Wenn Arbeitnehmer die Kündigungsfristen nicht einhalten | Recht | Haufe

                  .
                  bewertet Arbeitgeber auf kununu.de - dann haben andere auch etwas von Euren Erfahrungen.

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                  • #10
                    AW: 6 Monate Kündigungsfrist rechtens?!

                    ...und um die Frage, ob man mit einem schlechten Arbeitszeugnis leben kann.

                    6 Monate Kündigungsfrist sind echt ne Frechheit (...bis man mal in die Situation kommt, dass der AG kündigt. Dann nimmt man das gerne in Kauf).

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                    • #11
                      AW: 6 Monate Kündigungsfrist rechtens?!

                      So ich habe nun den Vertrag vor mir liegen und der exakte Wortlaut ist:

                      "Die Kündigungsfrist beträgt 6 Monate zum Monatsende. Das Recht zur fristlosen Kündigung bleibt davon unberührt."

                      Ob das nun nur den AN oder nur den AG oder doch beide betrifft ist wie ich finde auch sehr schwammig formuliert.
                      Ansonsten steht zur Kündigung nichts mehr im Vertrag. In der Probezeit, die 3 Monate ging, stand eine Kündigungsfrist von 4 Wochen zum Monatsende.

                      Ist es nicht auch üblich, dass man zum 15. des Monats ODER zum Monatsende kündigen kann, oder ist das hier auch nicht der Fall.

                      Ich habe langsam die Befürchtung, dass es sich hier um einen XY Vertrag von 1991 irgendwo aus dem Internet handelt, in den nur mein Name und mein Gehalt eingefügt wurde :-D

                      Was meint Ihr? Klingt der Passus zur Kündigung im Vertrag "normal"?

                      Kommentar


                      • #12
                        AW: 6 Monate Kündigungsfrist rechtens?!

                        Zitat von Jost33 Beitrag anzeigen

                        Ist es nicht auch üblich, dass man zum 15. des Monats ODER zum Monatsende kündigen kann, oder ist das hier auch nicht der Fall.
                        Der Passus klingt normal ist nicht zu beanstanden, da schliesse ich mich den anderen an. Eine Kündging zur MOnatsmitte steht im § 622 Abs. 1 BGB und damit auch in vielen Arbeitsverträgen. Trotzdem sind auch andere Beendigungsdaten inkl. Quartalsende üblich und weit verbreitet.
                        Mit den 6 Monaten hat man als AN wirklich ein Problem, das ist leider so. Wenn man nicht gerade sehr gefragte Qualifikationen besitzt, dann ist das schon ein erhebliches Wechselhemmnis. Für Arbeitgber kann so eine lange Kündigungsfrist ebenfalls lästig sein, trotzdem sind die Folgen da meiner Meinung nach nicht gleich verteilt. Trotzdem ist die Rechtslage eindeutig und lange Kündigungsfristen sind nach der Rechtsprechung zulässig.

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                        • #13
                          AW: 6 Monate Kündigungsfrist rechtens?!

                          Zitat von Matrose Beitrag anzeigen
                          ...und um die Frage, ob man mit einem schlechten Arbeitszeugnis leben kann.
                          .
                          im Zeugnis darf sich das nicht spiegeln,
                          Hase, auch wenn du es noch so oft wiederholst.
                          .

                          Anspruch auf ein durchschnittlich gutes Zeugnis haben sogar wahre Nasenbären.... drum nehmen ja nur noch unerfahrene Juppies Zeugnisse wichtig.

                          .
                          bewertet Arbeitgeber auf kununu.de - dann haben andere auch etwas von Euren Erfahrungen.

                          Kommentar


                          • #14
                            AW: 6 Monate Kündigungsfrist rechtens?!

                            Erstmal Danke für die hilfreichen Antworten.

                            Angst um ein schlechtes Arbeitszeugnis habe ich eigentlich eher weniger. Wenn es soweit ist, werde ich definitiv meinem Chef mitteilen, dass ich mich im Guten von der Firma trennen will. Ich denke Steine wird er mir da nicht in den Weg legen.

                            Ja also mit der Frist ist tatsächlich sehr schlecht für mich. Meine größten Bedenken sind dabei die Vorstellungsgespräche, bei denen ich vermutlich aufgrund der 6 Monate direkt aussortiert werde.

                            Ich werde mal ganz vorsichtig bei unserem Prokuristen nachfragen, ob die Frist wirklich so vereinbart wurde, oder es sich doch um ein Missverständnis handelt. Ich hoffe er behandelt das vertraulich. Nicht dass jeder in meiner Firma denkt dass ich vor habe zu gehen, aber ein neuer Job noch absolut gar nich in Aussicht ist. Wiederum unvorbereitet und ohne klare Information über meine Kündigungsfrist will ich natürlich auch nicht in das Vorstellungsgespräch gehen....verzwickte Situation...

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                            • #15
                              AW: 6 Monate Kündigungsfrist rechtens?!

                              Vertragsbruch ist ein erheblicher Pflichtverstoß, der selbstverständlich im Arbeitzeugnis widergespiegelt werden darf (z. B. bei der Bewertung des Verhaltens).

                              Nur kleine Personalsachbearbeiterinn en denken, dass Arbeitszeugnissen generell keine Beachtung mehr zu schenken ist (haben sie wohl irgendwo nebenbei aufgeschnappt, ohne richtig zugehört zu haben). Es mag sein, dass man guten Zeugnissen nicht blind vertrauen sollte. Bei schlechten aber sollte ein guter Personaler nachforschen.

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