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Minusstunden für Brückentag gerechtfertigt?

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  • Minusstunden für Brückentag gerechtfertigt?

    Hallo,

    wir haben im Betrieb folgende Situation. Ich wurde vor ca. 6 Jahren mit einem Festlohn von 1300 € netto laut Arbeitsvertrag angestellt. Mein Chef meinte damals er würde da "so einen Durchschnitt" von 168 Stunden ausbezahlen, denn das würde alles ausgleichen. Ein Kollege wies mich jetzt aber darauf hin, dass ein Durchschnitt von 173 bzw. 174 Stunden die Regel wäre.

    Im Laufe der Zeit erhöhte sich mein Lohn, so dass ich mittlerweile bei 1570 € netto angekommen bin. Mittlerweile steht auch ein Stundenlohn auf der Lohnabrechnung. 14,55 €. Das war Anfangs nicht der Fall. An meinem Arbeitsvertrag hat sich jedoch nie etwas geändert.

    Als ich jetzt den Chef darauf hinwies, dass für einen Festlohn 173 Stunden üblich wären, meinte er, das würde nur für die gelten, die auch einen Festlohn erhalten würden. Ich aber dagegen wäre auf Stundenbasis angestellt. Häh? In meinem Arbeitsvertrag steht doch etwas ganz was anderes, und ich bekomme ja auch jeden Monat 168 Stunden FEST ausbezahlt. Egal wie viel oder wenig ich arbeite.

    Ich habe ihn dann gefragt, woraus sich diese 168 Stunden berechnen würden. Er gab mir eine Liste wo die Sollarbeitszeiten - in dem Fall für 2014 - aufgelistet waren. Bei näherer Betrachtung fiel mir auf, dass dort alle gesetzlichen Feiertage nicht als Arbeitstage gezählt werden. Rechnet man den Durchschnitt dieser angegebenen Sollstunden aus, kommt man auf 164,76. Im Jahr 2014 gab es 12 Feiertage. Rechnet man nun die 168 Stunden dagegen kommt man auf 5,5 Feiertage die mit den 168 Stunden ausgeglichen werden. Die restlichen 7,5 sind somit UNBEZAHLT.

    Ist das denn überhaupt rechtens? Es werden nämlich auch keine Feiertage extra auf der Lohnabrechnung aufgeführt.

    Wir haben 5 Jahre lang auch überhaupt keine Stundenzettel geschrieben, denn "das gleicht sich ja sowieso aus". Bis ich mal darauf bestanden habe, weil ich der Ansicht war, dass wir so gar keine Übersicht über die Überstunden hätten. Jetzt schreiben wir ca. ein Jahr lang die Stundenzettel und haben jeden Monat so zwischen 165 und 185 Stunden. Rechne ich davon wieder den Durchschnitt komme ich genau auf die 174 Stunden.

    Überstunden werden bis heute nicht auf der Lohnabrechnung aufgeführt und vor kurzem wurden mir für einen Brückentag (Freitag nach Fronleichnam) 8 Stunden abgezogen, denn da hätte ich ja arbeiten müssen, aber da wir ja frei hatten (der Chef hat das so angeordnet) hätte ich minus acht Stunden.

    Ich bin der Meinung das stimmt so nicht. Kann mir irgendwer dabei helfen? Ich kenne mich hinten und vorne nicht mehr aus...

  • #2
    AW: Minusstunden für Brückentag gerechtfertigt?

    Was ist denn jetzt die Frage? Es ist ein NETTO-Lohn im AV vereinbart, kein Bruttolohn? Sehr ungewöhnlich und eigentlich nicht nachvollziehbar.

    Ja bei 8h am Tag und einer 5-Tage-Woche kommt man im Jahresdurchschnitt auf rund 174h pro Monat.

    Wenn Du nach 6 Jahren inzwischen 270 Euro netto mehr bekommst, dann hat sich je nach Steuerklasse das Bruttogehalt um ca. 500 Euro erhöht. Das ist nicht der Normalfall für jeden AN in Deutschland.
    Von daher stellt sich viel mehr die Frage: was ist jetzt das genaue Problem?

    Was ist im AV zur Vergütung vereinbart, was zur Arbeitszeit? Es wird kein Tarifvertrag angewendet, richtig?

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    • #3
      AW: Minusstunden für Brückentag gerechtfertigt?

      Es gibt im Grunde mehrere Fragen:

      - Handelt es sich nun laut AV um einen Festlohn, oder nicht? Ich würde sagen ja. Mein Chef sagt nein, weil er inzwischen ja angeblich nach Stunden bezahlt, aber trotzdem nur 168 Stunden jeden Monat ausbezahlt.

      - Ist es dann gerechtfertigt "nur" 5,5 gesetzliche Feiertage mit diesen 168 Stunden zu bezahlen, obwohl 174 Stunden alle Feiertage abdecken würden?

      - Ist es richtig, dann keine Stundenzettel schreiben zu müssen? Alles was über die 168 ausbezahlten Stunden geht sind dann ja Überstunden. Das wären in meinem Fall momentan rund 75, wenn man von den wohl 500 verlorenen absieht, die ich in den ersten fünf Jahren durch das nicht-schreiben der Stundenzettel nicht gutgeschrieben bekommen habe. All das ohne jemals wirklich richtige Überstunden gemacht zu haben. Die ergeben sich aus der regulären Arbeitszeit von 40 Stunden pro Woche und der - meiner Meinung nach - zu wenig ausbezahlten Stunden.

      - Müssen Überstunden auf dem Lohnzettel aufgeführt werden?

      - Ist es gerechtfertigt für einen Brückentag zwischen Feiertag und Wochenende acht Minusstunden zu rechnen, wenn der Chef angeordnet hat, dass da nicht gearbeitet wird?

      Im Arbeitsvertrag steht 1300€ netto bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden. Ein Stundenlohn steht nicht drin. Und wie bereits gesagt, wurde der Anfangs auch nicht auf dem Lohnzettel aufgeführt. Das kam erst nach ca. zwei Jahren. Aber hätte dann nicht auch der Arbeitsvertrag geändert werden müssen?

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      • #4
        AW: Minusstunden für Brückentag gerechtfertigt?

        Und im Februar, wieviel wird da gezahlt, ebenfalls die 1300 bzw jetzt 1570 Euro netto? Sprich: wird jede Monat der gleiche Betrag ausgezahhlt?

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        • #5
          AW: Minusstunden für Brückentag gerechtfertigt?

          Ja. Jedes Monat der gleiche Betrag. Egal wie viele Stunden wir arbeiten. Wir sind mit Ausnahme des Februars aber jedes Monat über den 168 Stunden die bezahlt werden. Und im Februar sind es nur minimal weniger.

          Das weiß ich aber auch erst seit ich durchgesetzt habe, dass wir unsere Stunden mitschreiben.

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          • #6
            AW: Minusstunden für Brückentag gerechtfertigt?

            Zitat von Weyoun Beitrag anzeigen
            Ja. Jedes Monat der gleiche Betrag. Egal wie viele Stunden wir arbeiten. Wir sind mit Ausnahme des Februars aber jedes Monat über den 168 Stunden die bezahlt werden. Und im Februar sind es nur minimal weniger.

            Das weiß ich aber auch erst seit ich durchgesetzt habe, dass wir unsere Stunden mitschreiben.
            Ich verstehe das Problem immer noch nicht; wenn Du jeden Monat das gleiche Entgelt erhältst, und zwar unabhängig davon, wie viele (Arbeits- oder) Feiertage im betreffenden Monat waren, dann bekommst Du doch die Feiertag bezahlt?!?

            Vollkommen egal, ob der Chef der rein statistisch betrachtet falschen Meinung ist, es wären 168 Stunden im Durchschnitt.
            Grüße

            Guido

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            • #7
              AW: Minusstunden für Brückentag gerechtfertigt?

              Zitat von Guido Beitrag anzeigen
              Ich verstehe das Problem immer noch nicht; wenn Du jeden Monat das gleiche Entgelt erhältst, und zwar unabhängig davon, wie viele (Arbeits- oder) Feiertage im betreffenden Monat waren, dann bekommst Du doch die Feiertag bezahlt?!?

              Vollkommen egal, ob der Chef der rein statistisch betrachtet falschen Meinung ist, es wären 168 Stunden im Durchschnitt.
              Sehe ich genauso. Der Chef rechnet zwar Mist, bzw. er berechnet vielleicht das was für ihn relevant ist, nicht für den Arbeitnehmer.

              Wenn aber jeden Monat derselbe Betrag bezahlt wird, sind damit auch die Feiertage bezahlt (wenn man die dann nicht arbeiten muss).

              Von daher kann man gegen diese Situation nichts machen, auch wenn die Begründung des AGs falsch ist.


              Vielleicht nochmal die NAchfrage, in deinem Arbeitsvertrag steht wirklich 1300 Netto? Was verdienst du denn Brutto?

              Was würde passieren, wenn du heiratest und in Lohnsteuerklasse 5 wechselst?
              Zuletzt geändert von matthias; 24.07.2015, 08:59.

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              • #8
                AW: Minusstunden für Brückentag gerechtfertigt?

                Das Problem ist, dass mein Chef behauptet wir würden nach geleisteten Arbeitsstunden bezahlt, aber trotzdem nur 168 Stunden ausbezahlt. Und das obwohl wir jedes Monat deutlich über diesen 168 Stunden sind. Meist so zwischen 175 und 185. Meiner Meinung nach wäre die Differenz daraus Überstunden. Wie viele das genau sind weiß man aber nur wenn man Stunden mitschreibt. Davon hält er aber nichts, weil er mit seinen 168 gezahlten Stunden ja angeblich eh so gut bezahlt. Ich schreibe aber mit und habe dadurch errechnet, dass ich mittlerweile um die 75 geleistete aber nicht ausbezahlte Stunden habe.

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                • #9
                  AW: Minusstunden für Brückentag gerechtfertigt?

                  Ja, steht drin. Ich verdiene 2440 Brutto. Daraus errechnet sich ein theoretischer Stundenlohn von 14,55 €. Was da passieren würde? Keine Ahnung. Ich glaube, dass ich inzwischen mit dem genannten Stundenlohn bezahlt werde, mir nur diese Änderung nicht mitgeteilt wurde.

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                  • #10
                    AW: Minusstunden für Brückentag gerechtfertigt?

                    In dem Fall wäre es für Dich ja sogar ein Nachteil, wenn der Chef statt 168 173 Stunden als Soll vorgibt ...

                    Das Bezahlen von Überstunden ist nun wiederum ein ganz anderer Fall.

                    So oder so - wenn Du was ändern willst, und der Chef lässt sich nicht darauf ein, bleibt rein theoretisch nur der Klageweg. Oder mal einen BR wählen (den es vermutlich noch nicht gibt) ...
                    Grüße

                    Guido

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                    • #11
                      AW: Minusstunden für Brückentag gerechtfertigt?

                      Man könnte auch einfach nach durchschnittlich 168 h die Griffel fallen lassen. Bzw. wenn man nach Arbeitszeitkonto ins Plus gerät.

                      Dann muss man schauen was der AG macht. Ist aber besser als sich das Geld für Überstunden wieder einzuklagen.

                      Und wie geagt: Betriebsrat gründen und der bestimmt über Überstunden mit (bzw. lehnt sie ab).

                      Man muss sich die Rechte die man hat vom Gesetz her, dann auch nehmen.

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