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Arbeitgeber verleugnet Arbeitsleistung

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  • Arbeitgeber verleugnet Arbeitsleistung

    Guten Abend liebe Community,

    ich habe von 20.10.2014 bis 31.12.2014 bei einer Baufirma gearbeitet. Ich habe einen Vollzeitsvertrag mit 6 Monate Probezeit für 12€ pro Stunde bekommen. In der ersten Woche habe ich durchgehend gearbeitet, die zweite Woche war ich komplett krank, weshalb ich gleich danach meine Kündigung bekam.
    Nun überwies mir der Arbeitgeber nur 76€ und behauptet, mit mir mein Vertrag mündlich auf Minijob reduziert zu haben. Er sagt, ich wäre nur ab und zu bei der Arbeit erschienen und das für nur paar Stunden.
    Dazu schreibt er noch im Brief, dass ich ihn um meine Kündigung gebeten hätte und wenn ich auf mein Geld beharre, er dann beim Arbeitsamt aussagen wird, damit ich kein Arbeitslosengeld mehr bekomme.
    Das sind alles erfundene Aussagen. Ich habe mitte Dezember ihm eine Mahnung wegen Lohnverzug per Fax zugeschickt und am Silvestertag einen Brief mit genannten Aussagen bekommen.
    Ich werde sein Brief persönlich beim Arbeitsamt vorlegen und am Montag eine Anzeige erstatten.

    Nun meine Frage:
    Kann er mit seine Behauptungen, dass ich nur ab und zu bei der Arbeit erschienen bin oder wir mündlich einen neuen Vertrag ausgehandelt hätten beim Gericht durchkommen?
    Den behaupteten Minijob-Vertrag habe ich immer noch nicht erhalten.

    Ich bin für jede Antwort sehr dankbar.

  • #2
    AW: Arbeitgeber verleugnet Arbeitsleistung

    Dein Chef hat doch bestimmt mehrere Arbeiter welche bestätigen können das du auf Arbeit erschienen bist.

    Reiche beim Gericht Lohnklage ein damit die Frist gewahrt wird.

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    • #3
      AW: Arbeitgeber verleugnet Arbeitsleistung

      Sofern es sich um eine Tätigkeit handelt, die unter den Bau-Mindestlohn fällt, müssen Aufzeichnungen über die Arbeitszeit angefertigt worden sein:
      § 19 AEntG Erstellen und Bereithalten von Dokumenten - dejure.org
      Der Zoll wäre dafür zuständig zu kontrollieren, ob dies erfolgte und ob der Mindestlohn gezahlt wurde (aber er ist nicht dafür zuständig zu veranlassen, dass er gezahlt wird).

      E.D.

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      • #4
        AW: Arbeitgeber verleugnet Arbeitsleistung

        Vielen Dank an euch beiden.

        @Neuling: Ich habe dort nur eine Woche lang gearbeitet. Deshalb kenne ich die Arbeiter kaum und habe keine Kontaktdaten von denen. Ich habe eher Angst, dass die gegen mich aussagen. Im besten Fall werden die wohl nichts sagen, damit die ihre Arbeitsstelle nicht verlieren.
        Kann er damit vor dem Gericht durchkommen, wenn die Arbeiter oder sonst jemand von dort gegen mich aussagt? Ich habe nie was von einer Vertragsänderung gehört und war auch eine Woche krank. Kann er mit 76 € immer noch durchkommen?
        Ich habe angst um mir einen Anwalt zu holen, weil ich nicht weiß, wie er sich so etwas traut und ob dort sich besser auskennt als ich und ich dann auf Gerichtskosten sitzen bleibe.
        @E.D.: Es ist nicht unter Mindestlohn. Ich falle in die Lohngruppe 1. Der Zoll war auch nicht da bzw. in der Zeit als ich dort war, habe ich davon nichts mitbekommen.
        Und wenn er so etwas bei sich angefertigt halten soll, dann kann er ja darauf schreiben was er will. Bzw. nachträglich ein neues erstellen und behaupten, es wäre so.

        Danke nochmal.

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        • #5
          AW: Arbeitgeber verleugnet Arbeitsleistung

          Ich habe einen Vollzeitsvertrag mit 6 Monate Probezeit für 12€ pro Stunde bekommen.
          Den Vertrag hast du schriftlich vorliegend?

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          • #6
            AW: Arbeitgeber verleugnet Arbeitsleistung

            Ja den Vertrag habe ich und dort steht auch Vollzeit drauf.
            Er behauptet, dass wir uns für ein neues Vertrag abgesprochen haben, davon weiss ich halt nichts und habe auch kein Vertrag davon.

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            • #7
              AW: Arbeitgeber verleugnet Arbeitsleistung

              Denkbat ist natürlich vieles, aber das würde eine hohe kriminelle Energier erfordern, und auch Risikobereitschaft - denn es gibt einige Schwachstellen dabei.

              Es dürfte um noch ca. 400 Euro gehen - deswegen so ein Risiko einzugehen (neben der Strafbarkeit auch ein Ausschluss von öffentlichen Aufträgen, für Bauunternehmen oft das Aus) wäre selten dumm.

              E.D.

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              • #8
                AW: Arbeitgeber verleugnet Arbeitsleistung

                Mit so was gerissenes bin ich auch nie begegnet. Mich schrecken eher die Anwaltskosten ab.

                Ich hätte noch eine letzte Frage:
                Kann ich für diesen Fall die Übernahme der Anwaltskosten beantragen? Wenn nicht, kann man ohne Anwalt das Verfahren durchziehen?

                Nochmals vielen Dank

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                • #9
                  AW: Arbeitgeber verleugnet Arbeitsleistung

                  Zitat von serior Beitrag anzeigen
                  Ja den Vertrag habe ich und dort steht auch Vollzeit drauf.
                  Er behauptet, dass wir uns für ein neues Vertrag abgesprochen haben, davon weiss ich halt nichts und habe auch kein Vertrag davon.
                  steht in dem Arbeitsvertrag etwas darüber, dass Änderungen nur schriftlich gelten?

                  Rübe

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                  • #10
                    AW: Arbeitgeber verleugnet Arbeitsleistung

                    Nein, so etwas steht nicht drin.

                    Kommentar


                    • #11
                      AW: Arbeitgeber verleugnet Arbeitsleistung

                      Zitat von serior Beitrag anzeigen
                      Ich hätte noch eine letzte Frage:
                      Kann ich für diesen Fall die Übernahme der Anwaltskosten beantragen? Wenn nicht, kann man ohne Anwalt das Verfahren durchziehen?
                      Der Arbeitgeber muss die Anwaltskosten beim Arbeitsgericht in erster Instanz nicht übernehmen, auch nicht wenn er verliert. Der Staat übernimmt unter bestimmten Bedingungen die Anwaltskosten (finanziell ähnlich wie bei Sozialhilfe, außerdem muss das Gericht eine gewisse Erfolgsaussicht sehen).

                      Falls Du Mitglied der IG BAU bist, wende dich an diese.

                      Ein Anwalt ist zwar nicht zwingend vorgeschrieben, aber ich würde davon abraten so etwas als Laie zu versuchen.

                      E.D.

                      Kommentar


                      • #12
                        AW: Arbeitgeber verleugnet Arbeitsleistung

                        Zitat von serior Beitrag anzeigen
                        Mich schrecken eher die Anwaltskosten ab.

                        Ich hätte noch eine letzte Frage:
                        Kann ich für diesen Fall die Übernahme der Anwaltskosten beantragen? Wenn nicht, kann man ohne Anwalt das Verfahren durchziehen?

                        Nochmals vielen Dank
                        Die Anwaltskosten musst du selber tragen, auch wenn Du gewinnst. Das ist ja bekanntermassen eine Besonderheit in der 1. Instanz beim Arbeitsgericht.
                        Ob Beratungs- und Prozesskostenhilfe in Betracht kommt, liegt an Deinen Einkommens- und Vermögensverhältnissen.
                        Anwaltspflicht besteht nicht. Man könnte eine Lohnklage also grundsätzlich alleine durchziehen.
                        Zuletzt geändert von filter; 10.01.2015, 23:51.

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                        • #13
                          AW: Arbeitgeber verleugnet Arbeitsleistung

                          Zitat von E.D. Beitrag anzeigen
                          Der Staat übernimmt unter bestimmten Bedingungen die Anwaltskosten (finanziell ähnlich wie bei Sozialhilfe, außerdem muss das Gericht eine gewisse Erfolgsaussicht sehen).
                          Als Ergänzung: die man jedoch i.d.R. zurückzahlen muss, wenn man wieder leistungsfähig ist.
                          Hältst Du eine Klage und dann den Gütetermin nicht für machbar, wenn man nicht völlig planlos ist? Sollte es dort schlecht laufen, dann kann man doch immer noch einen RA hinzuziehen.

                          Kommentar


                          • #14
                            AW: Arbeitgeber verleugnet Arbeitsleistung

                            Ich bedanke mich bei alle Antwortenden.
                            Zwei Sachen haben mich heute sehr überrascht. Erstens, dass der AG willkürlich behaupten kann, er hätte mit mir einen anderen Vertrag ausgehandelt, den ich noch nie zu Auge bekommen habe und zweitens, dass ich sogar bei einem Erfolg die Anwaltskosten übernehmen muss. Obwohl ich die Anzeige nicht aus schlechte Laune stelle, sondern weil mir unrecht getan wurde.
                            Naja, da kann man wohl dagegen nichts machen.
                            Finanziell bin ich keine gute Lage, deshalb werde ich je nach Höhe der Anwaltskosten mich entscheiden.
                            Dazu gibt es natürlich noch Gerichtskosten. Diese sollten aber der verlierenden Seite zur Last fallen, denke ich.
                            Ich werde wahrscheinlich die Klage erstmals selber stellen und versuchen in der Zeit mich weiterzuinformieren.
                            Ich werde hier über die Entscheidung des Gerichts nochmal Bescheid geben.

                            Ich bedanke mich nochmal bei euch allen sehr herzlich.

                            Mit besten Grüßen,
                            Serior

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                            • #15
                              AW: Arbeitgeber verleugnet Arbeitsleistung

                              Zitat von serior Beitrag anzeigen
                              Guten Abend liebe Community,

                              ich habe von 20.10.2014 bis 31.12.2014 bei einer Baufirma gearbeitet. Ich habe einen Vollzeitsvertrag mit 6 Monate Probezeit für 12€ pro Stunde bekommen. In der ersten Woche habe ich durchgehend gearbeitet, die zweite Woche war ich komplett krank, weshalb ich gleich danach meine Kündigung bekam.
                              Nun überwies mir der Arbeitgeber nur 76€ und behauptet, mit mir mein Vertrag mündlich auf Minijob reduziert zu haben. Er sagt, ich wäre nur ab und zu bei der Arbeit erschienen und das für nur paar Stunden.
                              Dazu schreibt er noch im Brief, dass ich ihn um meine Kündigung gebeten hätte und wenn ich auf mein Geld beharre, er dann beim Arbeitsamt aussagen wird, damit ich kein Arbeitslosengeld mehr bekomme.
                              Das sind alles erfundene Aussagen. Ich habe mitte Dezember ihm eine Mahnung wegen Lohnverzug per Fax zugeschickt und am Silvestertag einen Brief mit genannten Aussagen bekommen.
                              Ich werde sein Brief persönlich beim Arbeitsamt vorlegen und am Montag eine Anzeige erstatten.

                              Nun meine Frage:
                              Kann er mit seine Behauptungen, dass ich nur ab und zu bei der Arbeit erschienen bin oder wir mündlich einen neuen Vertrag ausgehandelt hätten beim Gericht durchkommen?
                              Den behaupteten Minijob-Vertrag habe ich immer noch nicht erhalten.

                              Ich bin für jede Antwort sehr dankbar.


                              Ziemlich harter Tobak.

                              Sollten solche Äußerungen vom Chef gekommen sein und er handelt dann auch so wie du beschrieben beging der Chef gleich mehrere Straftaten.
                              Hier würde ich mit einem Rechtsanwalt sprechen und Strafanzeige erstatten, die bei der Staatsanwaltschaft eingeht.

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