Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Stundenkürzung - kein Arbeitsvertrag

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Stundenkürzung - kein Arbeitsvertrag

    Hallo zusammen, ich suche dringend Rat bei folgendem Thema:

    Meine Mutter war die letzten Wochen wegen starker Migränen und Schmerzen in Schulter und Arm krankgeschrieben - Verdacht auf Bandscheibenvorfall, es hat sich nun herausgestellt, dass es sich um eine Knochenveränderung handelt, eine Operation ist nicht möglich - einziger Weg: Schmerzmittel.
    Ab Montag würde sie nun wieder arbeiten, jedoch hat ihr der (neue) Filialleiter mitgeteilt, dass sie nicht zu ihrer üblichen Schicht zu kommen brauche, es sei alles umgestellt worden, man müsse sehen, welche Schichten noch zu besetzen seien. Als sie eine schriftliche Mitteilung/Änderungskündigung verlangt hat, meinte der Filialleiter, dies sei nicht notwendig, da sie als Aushilfe beschäftigt sei.
    Sie ist bereits seit zehn Jahren im Unternehmen (Dienstleistungssektor) beschäftigt, die letzten Jahre 5 Vormittage in der Woche bei ca. 800€/Monat und dementsprechend natürlich auch über diese Tätigkeit krankenversichert. Obwohl sie dies seit mehreren Jahren immer wieder angesprochen hat, hat sie nie einen schriftlichen Arbeitsvertrag erhalten, hat in der Sache jedoch bisher nichts weiter unternommen, da die gesamte persönliche Situation sehr belastend ist. Eine ihrer Vormittagsschichten wurde ihr schon vor der Krankschreibung gestrichen, da der Filialleiter sie für sich beansprucht hat.
    Nun befürchtet sie, dass ihr die Stunden soweit gekürzt werden könnten, dass sie unter die 450€-Grenze fällt, womit dann natürlich neben der Hälfte des Verdiensts auch die Krankenversicherung wegfallen würde.

    Daher nun die Frage: Hat sie irgendwelche Rechte? Inwieweit muss sie die Veränderung ihrer Schichten/Kürzung der Schichten hinnehmen bzw. kann sie sich dagegen wehren- und wenn ja, wie?

    Ich hoffe, es findet sich jemand, der weiterhelfen kann.

  • #2
    AW: Stundenkürzung - kein Arbeitsvertrag

    Hallo chisme,
    schau mal unter "Nachweisgesetz"
    und seit wann es gültigkeit hat.
    Gruß FS
    In einem guten Wort ist Wärme für drei Winter!

    Kommentar


    • #3
      AW: Stundenkürzung - kein Arbeitsvertrag

      Zitat von chisme88 Beitrag anzeigen
      Meine Mutter war die letzten Wochen ... krankgeschrieben ... .
      Ab Montag würde sie nun wieder arbeiten, jedoch hat ihr der (neue) Filialleiter mitgeteilt, dass sie nicht zu ihrer üblichen Schicht zu kommen brauche, es sei alles umgestellt worden, man müsse sehen, welche Schichten noch zu besetzen seien. Als sie eine schriftliche Mitteilung/Änderungskündigung verlangt hat, meinte der Filialleiter, dies sei nicht notwendig, da sie als Aushilfe beschäftigt sei.
      Hallo,

      deine Mutter ist dort Angestellte in Teilzeit. Das Wort "Aushilfe" hat keine rechtliche Bedeutung.

      Sie ist bereits seit zehn Jahren im Unternehmen (Dienstleistungssektor) beschäftigt, die letzten Jahre 5 Vormittage in der Woche bei ca. 800€/Monat und dementsprechend natürlich auch über diese Tätigkeit krankenversichert. Obwohl sie dies seit mehreren Jahren immer wieder angesprochen hat, hat sie nie einen schriftlichen Arbeitsvertrag erhalten,
      Ein Arbeitsvertrag kann auch mündlich abgeschlossen werden. Es stellt sich dann eben die Frage, welche Vertragsinhalte verbindlich geregelt wurden.

      In diesem Fall würde ich behaupten, dass die Lage der Arbeitszeit (vormittags) und der Umfang (Zahl der Stunden) durch die bisherige Übung zu Gunsten deiner Mutter dokumentiert sind und eingefordert werden können.

      Der Arbeitgeber dagegen kann mangels einer schriftlichen Vereinbarung zum Direktionsrecht nicht beweisen, dass er sich das Recht zur einseitigen Änderung vorbehalten hat.

      Daher nun die Frage: Hat sie irgendwelche Rechte?
      Meiner Meinung nach "ja" - siehe oben.

      kann sie sich dagegen wehren- und wenn ja, wie?
      Sie kann sich dagegen letztendlich mit Hilfe des Arbeitsgerichts wehren, indem sie dort eine entsprechende Feststellungsklage einreicht. Gut wäre es, wenn sie das mit Unterstützung fachkundiger Personen (Fachanwalt für Arbeitsrecht oder Gewerkschaft) machen würde.

      Gruß,
      werner
      Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
      Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

      Kommentar


      • #4
        AW: Stundenkürzung - kein Arbeitsvertrag

        Zitat von werner h. Beitrag anzeigen
        .

        Der Arbeitgeber dagegen kann mangels einer schriftlichen Vereinbarung zum Direktionsrecht nicht beweisen, dass er sich das Recht zur einseitigen Änderung vorbehalten hat.

        Bezgl Lage der Arbeitszeit, behaupte ich mal das Gegenteil.

        Auch bei langjährig gleicher Lage der Arbeitszeit, entsteht nach entsprechenden Urteilen keine betriebliche Übung und kein Anspruch des ANs immer zu genau der Arbeitszeit beschäftigt zu werden.
        Der AG geht hier seines Direktionsrechts nicht verlustig

        Solange er nicht sittendwidrig oder willkürlich andere Zeiten zuweist, ist das OK, bzw. der AN nicht besondere persönliche Gründe hat, wieso er nur da arbeiten könnte.


        http://www.haufe.de/oeffentlicher-di...HI3456172.html

        "Sofern im Arbeitsvertrag die Lage der Arbeitszeit nicht festgelegt ist, kann der Arbeitgeber diese gem. § 106 Satz 1 GewO nach billigem Ermessen bestimmen"

        Unterstreichung von mir

        Kommentar


        • #5
          AW: Stundenkürzung - kein Arbeitsvertrag

          Zitat von matthias Beitrag anzeigen
          Bezgl Lage der Arbeitszeit, behaupte ich mal das Gegenteil.

          Auch bei langjährig gleicher Lage der Arbeitszeit, entsteht nach entsprechenden Urteilen keine betriebliche Übung und kein Anspruch des ANs immer zu genau der Arbeitszeit beschäftigt zu werden.
          Der AG geht hier seines Direktionsrechts nicht verlustig

          Solange er nicht sittendwidrig oder willkürlich andere Zeiten zuweist, ist das OK, bzw. der AN nicht besondere persönliche Gründe hat, wieso er nur da arbeiten könnte.


          http://www.haufe.de/oeffentlicher-di...HI3456172.html

          "Sofern im Arbeitsvertrag die Lage der Arbeitszeit nicht festgelegt ist, kann der Arbeitgeber diese gem. § 106 Satz 1 GewO nach billigem Ermessen bestimmen"

          Unterstreichung von mir
          Da hast du wohl recht.

          Dennoch würde ich als betroffener AN das zunächst einmal so behaupten - soll der AG doch von alleine auf die Idee kommen, dem (mit stichhaltigen Argumenten) zu widersprechen.
          Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
          Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

          Kommentar

          Unconfigured Ad Widget

          Einklappen

          Google

          Einklappen
          Lädt...
          X

          Informationen zur Fehlersuche