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Urlaub bei Arbeitsunfähigkeit

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  • Urlaub bei Arbeitsunfähigkeit

    Hallo liebe Freunde,

    vielleicht könnt Ihr zu dem folgenden Fall aus Erfahrung eine Abschätzung geben.

    Also, ich habe eine Freundin aus dem asiatischen Raum. Sie arbeitet im Einzelhandel, seit ca 17 Jahre im selben Unternehmen. Leider haben sowohl die Arbeit, als auch einige Schicksalsschläge die Frau völlig zerschlissen.
    Sie ist nun seit einigen (ca. 5) Monaten Krank geschrieben. Zwischenzeitlich gab es in ihrer Familie einen tragischen zwischenfall. Sie ist daraufhin zeitnahe in die alte Heimat geflogen. Vorher hat sie von ihrem Arzt eine Unbedenklichkeitsbeschein igung und sogar eine Empfehlung die Reise anzutretten (nicht verreisen würde ihren angeschlagenen psyschische Zustand zusätzlich belasten) bekommen. Die Krankenkasse hat der Reise zugestimmt (Krankengeld).

    Ein Unglück kommt ja bekanntlich selten allein. So ist verwandter gestorben. Sie hat sehr hohes Blutdruck bekommen und musste zum Arzt vor Ort. Dieser hat ihr jetzt ausdrücklich davon abgeraten einen Flug anzutretten, solange sich ihr gesundheitszustand nicht verbessert hat.

    Der Arbeitgeber hat sich nun gemeldet und sie vorgeladen. Nach einem telefonat habe ich dem Arbeitgeber mitgeteilt, dass der Gesundheitszustand der Arbeitnehmerin sich verschlechtert hat und sie nicht zum Termin erscheinen wird. Die Personalerin hat sich sehr unkooperativ und abweisend verhalten und mit Kündigung gedroht. Sie war vorallem darüber erzürnt, dass sie vor der Abreise nicht bescheid bekommen hat.

    Wie schätzt Ihr die Lage ein?
    - Der Arzt hat die Reise gestattet und empfohlen
    - Die Krankenkasse, als Lohngeber, hat zugestimmt
    - Sie hat aber dem AG nicht bescheid gegeben, dass sie ins Ausland reist. (Sehr kurzfristig)
    - Sie hat eine Bescheinigung vom Arzt vor Ort der ihr klar verbietet zu fliegen.

    Dankend im voraus.

    Viele Grüße
    Dein Freund

  • #2
    AW: Urlaub bei Arbeitsunfähigkeit

    Hallo, Freund!
    Wer nicht reise- oder transportfähig ist, kann Termine nicht einhalten.
    "Urlaub" ist in dem Fall wohl der falsche Titel; "arbeitsunfähig verreist" trifft es besser.

    Dass der Arbeitgeber nicht glücklich mit der Situation ist, mag schon sein.
    Ich kann jedoch keinen Verstoß der Arbeitnehmerin erkennen gegen die Pflicht, alles zu unterlassen, was einer Gesundung im Wege steht.
    mfg, Aktivist

    Ich gebe keine Rechtsberatung, sondern äußere nur meine Meinung.

    Franz Beckenbauer:
    "Ja, gut. Es gibt nur eine Möglichkeit: Sieg, Unentschieden oder Niederlage."

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    • #3
      AW: Urlaub bei Arbeitsunfähigkeit

      Zitat von DeinFreund Beitrag anzeigen
      ...
      - Der Arzt hat die Reise gestattet und empfohlen
      - Die Krankenkasse, als Lohngeber, hat zugestimmt
      - Sie hat aber dem AG nicht bescheid gegeben, dass sie ins Ausland reist. (Sehr kurzfristig)
      - Sie hat eine Bescheinigung vom Arzt vor Ort der ihr klar verbietet zu fliegen.
      ...
      Hallo,

      zunächst einmal denke ich, dass deine Freundin soweit alles richtig gemacht hat. Der AG hatte in dieser Angelegenheit kein Mitspracherecht.

      Es gibt zwar eine Regelung zur Anzeigepflicht bei Erkrankung im Ausland (§ 5 Abs. 2 EFZG), die meiner Meinung nach hier aber nicht zutrifft - es handelt sich der Beschreibung nach ja um eine durchgehende Erkrankung und nicht um eine neue Erkrankung.

      Die Frage wäre nun nur noch, wie deine Freundin ihrer Nachweispflicht nachkommt, falls die bisherige Arbeitsunfähigkeitsbesche inigung endet und sie noch nicht zurück in Deutschland ist.

      Gruß,
      werner
      Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
      Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

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      • #4
        AW: Urlaub bei Arbeitsunfähigkeit

        Liebe Freunde,

        vielen Dank erstmal für die hilfreichen Antworten.
        @Aktivist: Mit deiner Feststellung hast du recht, der Titel war wohl nicht so passend gewählt.

        @Werner: Soweit ich das bei der letzten Krankmeldung mitbekommen habe, hat der Arzt sie "bis auf weiteres" Krankgeschrieben. Wie und ob das Korrekt ist, werde ich nochmals beim Arzt anfragen. Der Arzt vor Ort hat mit dem Arzt in Deutschland bereits kommuniziert und das entsprechende Krankheitsbild dargelegt.

        Kann man auch eine Arbeitsunfähigkeitsbesche inigung von eine ausländischen Arzt dem AG bringen?

        Soweit ich weiß, darf/kann der Arzt in Deutschland nur eine solche Bescheinigung ausstellen, wenn der Patient tatsächlich persönlich untersucht wurde. Ist das korrekt?

        Viele Grüße
        Euer Freund

        Kommentar


        • #5
          AW: Urlaub bei Arbeitsunfähigkeit

          Zitat von DeinFreund Beitrag anzeigen
          Kann man auch eine Arbeitsunfähigkeitsbesche inigung von eine ausländischen Arzt dem AG bringen?
          Ja, das ist möglich. Die Bescheinigung muss Angaben enthalten über den Namen der erkrankten Arbeitnehmerin, über die Tatsache der Arbeitsunfähigkeit und über die Dauer der voraussichtlichen Arbeitsunfähigkeit. Dabei muss zu erkennen sein, dass der Arzt zwischen "Krankheit" und "Arbeitsunfähigkeit" im hier üblichen Sinne unterscheiden kann - nicht jede Krankheit führt zur Arbeitsunfähigkeit.

          Außerdem muss erkenntlich sein, dass die Bescheinigung von einem Arzt ausgestellt wurde und nicht z.B. von einem Masseur oder einer anderen mehr oder weniger heilkundigen Person.

          Hat denn der AG deiner Bekannten bisher die weitere Vorlage von Arbeitsunfähigkeitsbesche inigungen verlangt? Manche AG interessieren sich nämlich nach Ablauf der Entgeltfortzahlung nicht mehr dafür. In diesem Fall würde ich mir zwar eine Bescheinigung ausstellen lassen, aber nur auf Anforderung an den AG schicken.

          Soweit ich weiß, darf/kann der Arzt in Deutschland nur eine solche Bescheinigung ausstellen, wenn der Patient tatsächlich persönlich untersucht wurde. Ist das korrekt?
          Korrekt. Ohne Untersuchung kann er sich ja nicht vom Zustand der Patientin überzeugen.
          Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
          Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

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          • #6
            AW: Urlaub bei Arbeitsunfähigkeit

            Hallo Werner, hallo Freunde,

            Zitat von werner h. Beitrag anzeigen
            Hat denn der AG deiner Bekannten bisher die weitere Vorlage von Arbeitsunfähigkeitsbesche inigungen verlangt? .
            Naja, indirekt irgendwie schon. Der AG wollte Auskunft über den Krankheitsverlauf und die voraussichtliche Dauer haben. Ich denke damit werden die das meinen.

            Die ANin hat seit ihrer Abreise auch kein Krankengeld erhalten. Ich denke weil sie das entsprechende Formular nicht durchgehend ausfüllen konnte. Aber meines erachtens müsste ja die Krankenkasse die Arbeitsunfähigkeitsbesche inigung verlangen.

            Meine Freundin ist auch seit kurzem Mitglied in der Gewerkschaft Ver.di und somit auch Rechtschutz versichert. Allerdings habe ich auf der Homepage nachgelesen, dass die Versicherung dann erst greift, wenn "zum Zeitpunkt der Entstehung eines Streitfalles mindestens drei Monate ordnungsgemäß Mitglied von ver.di sind". Jetzt stellt sich mir die Frage, was der Zeitpunkt der Entstehung des Streitfalles ist?

            Vielen Dank für die Antworten

            Viele Grüße
            Dein Freund

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            • #7
              AW: Urlaub bei Arbeitsunfähigkeit

              Zitat von DeinFreund Beitrag anzeigen
              Naja, indirekt irgendwie schon. Der AG wollte Auskunft über den Krankheitsverlauf und die voraussichtliche Dauer haben. Ich denke damit werden die das meinen.
              In diesem Fall würde ich nicht versuchen, den mutmaßlichen Willen zu interpretieren, sondern (wenn das für mich einfacher wäre) einfach getreu dem Wortlaut der Anfrage Antwort geben:

              "Lieber AG, vielen Dank für die freundliche Nachfrage. Leider bin ich immer noch nicht genesen. Die voraussichtliche Dauer kann ich aus heutiger Sicht nicht einschätzen. Ich hoffe aber, dass die Behandlungsmaßnahmen bald Erfolg zeigen. Ich melde mich wieder, sobald ich mehr weiß."

              Meine Freundin ist auch seit kurzem Mitglied in der Gewerkschaft Ver.di ... Jetzt stellt sich mir die Frage, was der Zeitpunkt der Entstehung des Streitfalles ist?
              Das wird ver.di auf Anfrage sicherlich mitteilen können. Fällt die Antwort positiv aus, ist es gut. Wenn nicht, muss man sich die ablehnenden Argumente näher anschauen.
              Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
              Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

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              • #8
                AW: Urlaub bei Arbeitsunfähigkeit

                Zitat von DeinFreund Beitrag anzeigen
                Meine Freundin ist auch seit kurzem Mitglied in der Gewerkschaft Ver.di und somit auch Rechtschutz versichert. Allerdings habe ich auf der Homepage nachgelesen, dass die Versicherung dann erst greift, wenn "zum Zeitpunkt der Entstehung eines Streitfalles mindestens drei Monate ordnungsgemäß Mitglied von ver.di sind". Jetzt stellt sich mir die Frage, was der Zeitpunkt der Entstehung des Streitfalles ist?
                Marschiere einfach in die zuständige Geschäftsstelle rein und schildere Dein Anliegen...
                mfg, Aktivist

                Ich gebe keine Rechtsberatung, sondern äußere nur meine Meinung.

                Franz Beckenbauer:
                "Ja, gut. Es gibt nur eine Möglichkeit: Sieg, Unentschieden oder Niederlage."

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