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Krankheitsbedingte Kündigung auch ohne bem

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  • Krankheitsbedingte Kündigung auch ohne bem

    Hallo,

    ich habe da mal ne Frage!

    wie geht man vor, wenn ein AN ständig kurz krank ist.
    Er wurde bereits deshalb schon angesprochen. Laut seiner Aussage, könne er nichts dafür, da er und sein Kind sehr anfällig für Infekte sei! Mit dem Arbeitnehmer ist nicht mehr wirklich zu planen. Kaum eine Woche vergeht, in der er nicht krank ist! Er ist auf Teilzeit eingestellt, jedoch rutscht er oft unter die 450-Euro-Grenze! Das Angebot ihn zukünftig auch 450 Euro zu beschäftigen, lehnte er ab.

    Meine Fragen konrket lauten:
    Wie ist nun vorzugehen, wenn man diesen AN loswerden möchte? Ich weiß, dass eine krankheitsbedingte Kündigung nicht so ohne Weiteres ausgesprochen werden kann.
    Ich würde ja sagen, dass eine betriebliche Eingliederungsmaßnahme durchgeführt werden sollte. Aber diese dient dazu, dem AN vor einer Kündigung zu bewahren, indem man schaut, wo/wie man diesen AN weiterbeschäftigt (andere Tätigkeit/AZ/Ort). Leider ist es lediglich möglich ihm eine andere Schicht anzubieten. Alles andere ist nicht möglich. Da der AN laut eigener Aussage einfach nur anflällig für Infekte ist, wird seine Arbeitsunfähigkeit wohl nichts mit der Arbeit/Tätigkeit zu tun haben!

    Der AN ist seit etwas über ein Jahr im Betrieb. Ich weiß, dass der AG eine objektive negativ Prognose ziehen muss. Dazu muss er sich diese Situation etwa 3 Jahre anschauen.

    Wie ist am besten vorzugehen, so dass eine krankehtisbedingte Kündigung ausgesprochen werden kann, mit hoher Chance bei einer Klage damit durchzukommen?

    Würde mich über Antworten freuen.

  • #2
    AW: Krankheitsbedingte Kündigung auch ohne bem

    Zitat von haihappen Beitrag anzeigen
    Er ist auf Teilzeit eingestellt, jedoch rutscht er oft unter die 450-Euro-Grenze! Das Angebot ihn zukünftig auch 450 Euro zu beschäftigen, lehnte er ab.
    Wie funktioniert das denn mit dem "Abrutschen", und welchen Vorteil würde der Arbeitgeber von der Änderung erwarten?

    E.D.

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    • #3
      AW: Krankheitsbedingte Kündigung auch ohne bem

      Zitat von haihappen Beitrag anzeigen
      ... wie geht man vor, wenn ein AN ständig kurz krank ist.
      Er wurde bereits deshalb schon angesprochen. Laut seiner Aussage, könne er nichts dafür, da er und sein Kind sehr anfällig für Infekte sei!
      Hallo,

      dann mache deinem AN klar, dass man gegen solche Anfälligkeiten durchaus etwas unternehmen kann. Sage ihm, dass der AG gerne bereit ist, eine mehrwöchige Ausfallzeit für eine Reha-Maßnahme oder auch Eltern-Kind-Kur mitzutragen, wenn es anschließend besser mit den Fehlzeiten wird. Zuvor soll er aber bitte mit seinem Arzt besprechen, welche Möglichkeiten es gibt, das Immunsystem zu stärken.

      Und mache ihm unmißverständlich klar, dass er anderenfalls direkt auf eine krankheitsbedingte Kündigung zusteuert.

      Kaum eine Woche vergeht, in der er nicht krank ist!
      Die Auflage, ab dem ersten Krankheitstag eine Arbeitsunfähigkeitsbesche inigung vorzulegen, hat er bereits?

      Wie ist nun vorzugehen, wenn man diesen AN loswerden möchte?
      Diese Frage in einem arbeitnehmernahen Forum zu stellen, ist nicht sehr aussichtsreich. Wende dich an deinen Arbeitgeberverband, in dem du möglicherweise Mitglied bist. Oder suche dir einen Fortbildungsanbieter, der ein Seminar "Kündigen wegen Krankheit" oder ähnlichem im Programm hat.

      ch würde ja sagen, dass eine betriebliche Eingliederungsmaßnahme durchgeführt werden sollte. Aber diese dient dazu, dem AN vor einer Kündigung zu bewahren,
      ... und wenn das BEM nicht erfolgreich ist, eine Hürde zur krankheitsbedingten Kündigung zu meistern.

      wird seine Arbeitsunfähigkeit wohl nichts mit der Arbeit/Tätigkeit zu tun haben!
      In dieser Hinsicht wird der gesetzliche Auftrag oft missverstanden. Es geht beim BEM nicht darum, ausschließlich betriebliche Zusammenhänge zu suchen. Es geht darum, Möglichkeiten zur Überwindung der Fehlzeiten zu finden. Wenn diese Möglichkeiten im außerbetrieblichen Bereich liegen, kann auch darüber gesprochen werden (s.o.: Was lässt sich tun, um das Immunsystem zu stärken oder Infekte zu vermeiden?). Nehme zum BEM-Gespräch den Betriebsarzt dazu, damit der medizinische Sachverstand ebenfalls am Tisch sitzt. Und vereinbare mit dem AN, dass er im Rahmen der betriebsärztlichen Sprechstunde mit dem Arzt über seine Erkrankung und Behandlungsmöglichkeiten spricht.

      Der AN ist seit etwas über ein Jahr im Betrieb.
      Bei dieser kurzen Beschäftigungszeit kann ich nachvollziehen, dass die Bereitschaft, sich das noch lange anzuschauen, nicht sonderlich groß ist.

      mit hoher Chance bei einer Klage damit durchzukommen?
      Indem du dich an all das hältst, was ich zuvor aufgezählt habe. Oder indem du nach dem Motto "Frechheit siegt" einfach eine Kündigung aussprichst - mit der Bereitschaft, beim Arbeitsgericht eine hohe Abfindung anzubieten.

      Gruß,
      werner
      Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
      Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

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      • #4
        AW: Krankheitsbedingte Kündigung auch ohne bem

        Die Durchführung einer krankheitsbedingten Kündigung birgt erhebliche Fallstricke und Schwierigkeiten. Meiner Erfahrung nach werden die Hürden höher, je größer der Betrieb ist und je mehr Interessenvertretungen mit ins Boot müssen.

        Habt Ihr denn einen Betriebsrat, wieviele Mitarbeiter arbeiten bei Euch? Gibt es einen Betriebsarzt?
        Und irgendwelche Vorgaben zur Durchführung des BEM vorhanden?

        Und von welchen Fehlzeiten und finanziellen Aufwendungen in den letzten zwölf Monaten reden wir?

        "Faustformel": Als AG hat man ca. 6 Wochen Arbeitsunfähigkeit im Jahr hinzunehmen.

        Hast Du mit dem Mitarbeiter bereits darüber gesprochen, dass Ihr Euch das nicht auf Dauer anschauen möchtet?

        Ich würde zuerst ein BEM nachweislich anbieten, und, falls der Mitarbeiter es wünscht - sauber vorbereitet - durchführen. Wichtig ist die Dokumentation aller Schritte!

        Kommentar


        • #5
          AW: Krankheitsbedingte Kündigung auch ohne bem

          Zitat von haihappen Beitrag anzeigen
          Hallo,

          ich habe da mal ne Frage!

          wie geht man vor, wenn ein AN ständig kurz krank ist.
          Er wurde bereits deshalb schon angesprochen. Laut seiner Aussage, könne er nichts dafür, da er und sein Kind sehr anfällig für Infekte sei! Mit dem Arbeitnehmer ist nicht mehr wirklich zu planen. Kaum eine Woche vergeht, in der er nicht krank ist! Er ist auf Teilzeit eingestellt, jedoch rutscht er oft unter die 450-Euro-Grenze! Das Angebot ihn zukünftig auch 450 Euro zu beschäftigen, lehnte er ab.

          Meine Fragen konrket lauten:
          Wie ist nun vorzugehen, wenn man diesen AN loswerden möchte? Ich weiß, dass eine krankheitsbedingte Kündigung nicht so ohne Weiteres ausgesprochen werden kann.
          Ich würde ja sagen, dass eine betriebliche Eingliederungsmaßnahme durchgeführt werden sollte. Aber diese dient dazu, dem AN vor einer Kündigung zu bewahren, indem man schaut, wo/wie man diesen AN weiterbeschäftigt (andere Tätigkeit/AZ/Ort). Leider ist es lediglich möglich ihm eine andere Schicht anzubieten. Alles andere ist nicht möglich. Da der AN laut eigener Aussage einfach nur anflällig für Infekte ist, wird seine Arbeitsunfähigkeit wohl nichts mit der Arbeit/Tätigkeit zu tun haben!

          Der AN ist seit etwas über ein Jahr im Betrieb. Ich weiß, dass der AG eine objektive negativ Prognose ziehen muss. Dazu muss er sich diese Situation etwa 3 Jahre anschauen.

          Wie ist am besten vorzugehen, so dass eine krankehtisbedingte Kündigung ausgesprochen werden kann, mit hoher Chance bei einer Klage damit durchzukommen?

          Würde mich über Antworten freuen.
          Hallo haihappen
          Bei häufigen Kurzerkrankungen wird ja geprüft, ob auch in Zukunft immerwieder mit krankheitsbedingten Ausfällen zu rechnen ist. Wenn ja, geht dies zu Lasten des Gekündigten. Behauptet der AN, seine Gesundheit sei wiederhergestellt und entbindet er seinem Hausarzt von der Schweigepflicht, hat der AG darzulegen und zu beweisen, dass die Gesundheitsprognose negativ ist.
          Gruß FS
          In einem guten Wort ist Wärme für drei Winter!

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          • #6
            AW: Krankheitsbedingte Kündigung auch ohne bem

            Zitat von E.D. Beitrag anzeigen
            Wie funktioniert das denn mit dem "Abrutschen", und welchen Vorteil würde der Arbeitgeber von der Änderung erwarten?

            E.D.
            Naja, da man sich auf dem AN nicht mehr verlassen kann, plant man ihn nicht mehr richtig ein. Die Schichten werden wöchentlich gemacht. Plant man ihn ein, flattert an dem Tag eine Krankschreibung ins Haus. Das stört den Betrieb stark, da die Kollegen die arbeit übernehmen müssen, bzw. der Betrieb nicht auf das "Soll" kommt. So kommt es dazu, dass der MA nicht auf seine Stunden kommt und unter die Grenze des Mini-Jobs rutscht. Das sollte er nicht, wegen der Sozialversicherungsabgabe n! Auch das Arbeitsamt meldet sich dann und fragt, warum der AN nur so wenig Stunden hat. Da diese ja ergänzend Transferleistung zahlen

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            • #7
              AW: Krankheitsbedingte Kündigung auch ohne bem

              Zitat von werner h. Beitrag anzeigen
              Hallo,

              dann mache deinem AN klar, dass man gegen solche Anfälligkeiten durchaus etwas unternehmen kann. Sage ihm, dass der AG gerne bereit ist, eine mehrwöchige Ausfallzeit für eine Reha-Maßnahme oder auch Eltern-Kind-Kur mitzutragen, wenn es anschließend besser mit den Fehlzeiten wird. Zuvor soll er aber bitte mit seinem Arzt besprechen, welche Möglichkeiten es gibt, das Immunsystem zu stärken.

              Sehr gute Idee mit der Reha/Kur. Zumal der AN dann günstiger dabei wegkommt, da er ja nur die ersten 6 wochen Lohnfortzahlung zahlen würde. Dann bekommt - sofern der AN länger als 6 Wochen auf Kur geht - er ja Krankengeld/Übergangsgeld, oder?

              Und mache ihm unmißverständlich klar, dass er anderenfalls direkt auf eine krankheitsbedingte Kündigung zusteuert.

              Bewegt man sich da nicht auf dünnem Eis? Ich meine, der An könnte es doch als Diskriminierung aufgrund seiner "Behinderung", oder aufgrund seines anflälligen Kindes sehen, oder?

              Die Auflage, ab dem ersten Krankheitstag eine Arbeitsunfähigkeitsbesche inigung vorzulegen, hat er bereits?

              Auch eine sehr gute Idee! Das Gesetzt schreibt doch nicht vor ab wann die Krankschreibung vorliegen muss, oder? So könnte man diese Vereinbarung mit dem AN machen.


              Diese Frage in einem arbeitnehmernahen Forum zu stellen, ist nicht sehr aussichtsreich. Wende dich an deinen Arbeitgeberverband, in dem du möglicherweise Mitglied bist. Oder suche dir einen Fortbildungsanbieter, der ein Seminar "Kündigen wegen Krankheit" oder ähnlichem im Programm hat.



              ... und wenn das BEM nicht erfolgreich ist, eine Hürde zur krankheitsbedingten Kündigung zu meistern.



              In dieser Hinsicht wird der gesetzliche Auftrag oft missverstanden. Es geht beim BEM nicht darum, ausschließlich betriebliche Zusammenhänge zu suchen. Es geht darum, Möglichkeiten zur Überwindung der Fehlzeiten zu finden. Wenn diese Möglichkeiten im außerbetrieblichen Bereich liegen, kann auch darüber gesprochen werden (s.o.: Was lässt sich tun, um das Immunsystem zu stärken oder Infekte zu vermeiden?). Nehme zum BEM-Gespräch den Betriebsarzt dazu, damit der medizinische Sachverstand ebenfalls am Tisch sitzt. Und vereinbare mit dem AN, dass er im Rahmen der betriebsärztlichen Sprechstunde mit dem Arzt über seine Erkrankung und Behandlungsmöglichkeiten spricht.

              Leider existiert im Betrieb kein Betriebsrat und auch keine Interessenvertretung. Bei so einem Gespräch würden nur Abteilungsleiter und Personaler anwesend sein! Ist das zu wenig? Wen könnte man sonst noch dazuholen?

              Bei dieser kurzen Beschäftigungszeit kann ich nachvollziehen, dass die Bereitschaft, sich das noch lange anzuschauen, nicht sonderlich groß ist.

              Die Ausfallquote liegt bei über 70%. Scheinbar weiß der ARbeitnehmer über die Schwierigkeit einer krankheitsbedingten Kündigung und scheint es auszunutzen!

              Indem du dich an all das hältst, was ich zuvor aufgezählt habe. Oder indem du nach dem Motto "Frechheit siegt" einfach eine Kündigung aussprichst - mit der Bereitschaft, beim Arbeitsgericht eine hohe Abfindung anzubieten.

              Gruß,
              werner

              Vielen herzlichen Dank für diese guten Tipps

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              • #8
                AW: Krankheitsbedingte Kündigung auch ohne bem

                Zitat von Fragende? Beitrag anzeigen
                Die Durchführung einer krankheitsbedingten Kündigung birgt erhebliche Fallstricke und Schwierigkeiten. Meiner Erfahrung nach werden die Hürden höher, je größer der Betrieb ist und je mehr Interessenvertretungen mit ins Boot müssen.

                Habt Ihr denn einen Betriebsrat, wieviele Mitarbeiter arbeiten bei Euch? Gibt es einen Betriebsarzt?
                Und irgendwelche Vorgaben zur Durchführung des BEM vorhanden?

                Nein, kein Betriebsrat und auch keinen Betriebsarzt. Es geht um ca. 80 MA.

                Und von welchen Fehlzeiten und finanziellen Aufwendungen in den letzten zwölf Monaten reden wir?
                Wir reden von einer Ausfallquote von über 70%. Er ist bereits über ein Jahr im Unternehmen. Somit kommen wir locker über diese 6-Wochen-Regel

                "Faustformel": Als AG hat man ca. 6 Wochen Arbeitsunfähigkeit im Jahr hinzunehmen.

                Hast Du mit dem Mitarbeiter bereits darüber gesprochen, dass Ihr Euch das nicht auf Dauer anschauen möchtet?

                Es wurde mit dem MA schon gesprochen. Leider zu keinem Ergebnis. Der MA zuckt nur mit den Schultern und meint, er könne nichts seine Anflälligkeit für Infekten. Auch sein Kind ist extrem anfällig!

                Ich würde zuerst ein BEM nachweislich anbieten, und, falls der Mitarbeiter es wünscht - sauber vorbereitet - durchführen. Wichtig ist die Dokumentation aller Schritte!
                Ja, das denke ich auch! Da es ja nur um ein mittleres Unternehmen handelt, würden alle Maßnahmen einer BEM übertrieben sein, oder? Gibt es eine abgespecktere Version davon?

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                • #9
                  AW: Krankheitsbedingte Kündigung auch ohne bem

                  Zitat von Fussballsend Beitrag anzeigen
                  Hallo haihappen
                  Bei häufigen Kurzerkrankungen wird ja geprüft, ob auch in Zukunft immerwieder mit krankheitsbedingten Ausfällen zu rechnen ist. Wenn ja, geht dies zu Lasten des Gekündigten. Behauptet der AN, seine Gesundheit sei wiederhergestellt und entbindet er seinem Hausarzt von der Schweigepflicht, hat der AG darzulegen und zu beweisen, dass die Gesundheitsprognose negativ ist.
                  Gruß FS
                  Da der AN seine Infektanfälligkeit als Grund darlegt, wird sich wahrscheinlich solange nichts daran ändern, es sei denn, der AN geht in eine Therapie/Kur. Um so eine Gesundheitsprognose stellen zu können, müsste man sich das wohl noch weitere 2 Jahre ansehen, oder? Habe irgendwo mal gelesen, dass der AG sich das wohl 3 Jahre anschauen muss, um eine objektive negativ-Prognose zu stellen, ist das wahr?

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                  • #10
                    AW: Krankheitsbedingte Kündigung auch ohne bem

                    Zitat von haihappen Beitrag anzeigen
                    Sehr gute Idee mit der Reha/Kur. Zumal der AN dann günstiger dabei wegkommt, da er ja nur die ersten 6 wochen Lohnfortzahlung zahlen würde.


                    Da mache dir nicht zu viele Hoffnungen. Die Reha wird drei oder maximal vier Wochen dauern.

                    Bewegt man sich da nicht auf dünnem Eis? Ich meine, der An könnte es doch als Diskriminierung aufgrund seiner "Behinderung", oder aufgrund seines anflälligen Kindes sehen, oder?

                    Häufige Erkrankungen an sich stellen noch lange keine Behinderung dar. Zumal der AN ja offensichtlich behauptet, dass es sich jedes mal um neue Erkrankungen handelt und nicht um ein einheitliches fortgesetztes Leiden.

                    So könnte man diese Vereinbarung mit dem AN machen.
                    Das wird nicht vereinbart, sondern angeordnet. § 5 Abs. 1 Satz 3 EFZG.

                    Leider existiert im Betrieb kein Betriebsrat ... Bei so einem Gespräch würden nur Abteilungsleiter und Personaler anwesend sein! Ist das zu wenig? Wen könnte man sonst noch dazuholen?
                    Ich habe nicht vom Betriebsrat gesprochen, sondern vom Betriebsarzt.


                    Gibt es einen ... Betriebsarzt?

                    Nein, ... auch keinen Betriebsarzt. Es geht um ca. 80 MA.
                    Ihr habt einen Betriebsarzt zu haben. § 1 ASiG.

                    Die Ausfallquote liegt bei über 70%. Scheinbar weiß der ARbeitnehmer über die Schwierigkeit einer krankheitsbedingten Kündigung und scheint es auszunutzen!
                    Dem kann man mit etwas gezieltem Druck durchaus entgegenwirken. Aber zuvor gibt es einige Hausaufgaben zu machen. Aus deinen weiteren Beiträgen schließe ich, dass du AG-seitig zwar Pflichten von den AN einfordern willst, aber deren Rechte und deine eigenen AG-Pflichten möglicherweise gar nicht kennst (Dienstplanung, Entgeltfortzahlung, Arbeitssicherheit).

                    Das Krankheitsproblem kannst du in ein paar Monaten immer noch angehen. Das läuft dir nicht davon. Lass dir erst einmal die nötigen Grundlagen zum Arbeitsrecht insgesamt vermitteln. Schließe dich einem Arbeitgeberverband an. Da bekommst du für wenig Geld kompetente Beratung, notfalls auch ohne Tarifbindung.

                    Für kleine/mittlere Arbeitgeber ist die richtige Organisation genauso wichtig wie die Gewerkschaftszugehörigkei t für Arbeitnehmer.
                    Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
                    Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

                    Kommentar


                    • #11
                      AW: Krankheitsbedingte Kündigung auch ohne bem

                      Zitat von haihappen Beitrag anzeigen
                      Naja, da man sich auf dem AN nicht mehr verlassen kann, plant man ihn nicht mehr richtig ein. Die Schichten werden wöchentlich gemacht. Plant man ihn ein, flattert an dem Tag eine Krankschreibung ins Haus. Das stört den Betrieb stark, da die Kollegen die arbeit übernehmen müssen, bzw. der Betrieb nicht auf das "Soll" kommt. So kommt es dazu, dass der MA nicht auf seine Stunden kommt und unter die Grenze des Mini-Jobs rutscht. Das sollte er nicht, wegen der Sozialversicherungsabgabe n! Auch das Arbeitsamt meldet sich dann und fragt, warum der AN nur so wenig Stunden hat. Da diese ja ergänzend Transferleistung zahlen
                      Die vertraglich vereinbarten Arbeitsstunden sind zu bezahlen, natürlich auch dann wenn sie wegen Krankheit ausfallen. Ist keine Stundenzahl vereinbart, so sind mindestens 10 Stunden wöchentlich zu bezahlen. Wenn nicht aus dem Vertrag hervorgeht, dass es um Teilzeit geht, sogar die betriebsübliche Vollzeit.

                      Und was die SV-Pflicht betrifft: da zählt nicht das Gehalt in jedem einzelnen Monat, sondern der Durchschnitt. Schwankungen sind ja dennoch möglich, bei Stundenlohn z.B. je nach Zahl der Arbeitstage im Monat, aber dadurch wird man nicht im Februar zum Minjobber, auch wenn es zufällig mal unter 450 Euro fällt.

                      Das Arbeitsamt - genauer wohl das Jobcenter - fragt vermutlich deshalb nach, weil es den Arbeitgeber auf Ersatz des aufstockend gezahlten AlG II verklagen kann, wenn die oben genannten Regelungen zur Gehaltsermittlung nicht beachtet wurden (ich mache selbst Schulungen für Jobcenter-Mitarbeiter zu genau diesem Thema, vielleicht war einer vom örtlichen JC da mal).

                      Was im konkreten Fall zutrifft, läßt sich aus der Ferne natürlich nicht sagen, aber es klingt schon sehr nach Verstoß gegen § 12 TzBfG und die Entgeltfortzahlungspflich t.

                      Wenn man als Arbeitgeber die Krankschreibungen bezweifelt, muss man eben die üblichen Schritte wählen, also ärztliche Bescheinigung ab dem ersten Tag verlangen und ggf. MDK-Kontrolle. Stattdessen einfach nicht zahlen, mag das Jobcenter verständlicher Weise nicht so, wenn es dann einspringen muss.

                      E.D.

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                      • #12
                        AW: Krankheitsbedingte Kündigung auch ohne bem

                        Zitat von werner h. Beitrag anzeigen
                        [/i][/font][/color]

                        Da mache dir nicht zu viele Hoffnungen. Die Reha wird drei oder maximal vier Wochen dauern.


                        Ich gehe davon aus, dass der AN diese Maßnahme nicht in Anspruch nehmen wird.

                        Häufige Erkrankungen an sich stellen noch lange keine Behinderung dar. Zumal der AN ja offensichtlich behauptet, dass es sich jedes mal um neue Erkrankungen handelt und nicht um ein einheitliches fortgesetztes Leiden.
                        [color=black][font=Verdana]


                        Das wird nicht vereinbart, sondern angeordnet. § 5 Abs. 1 Satz 3 EFZG.

                        Aha, gut zu wissen.

                        Ich habe nicht vom Betriebsrat gesprochen, sondern vom Betriebsarzt.




                        Ihr habt einen Betriebsarzt zu haben. § 1 ASiG.

                        Aha, gut zu wissen.

                        Dem kann man mit etwas gezieltem Druck durchaus entgegenwirken. Aber zuvor gibt es einige Hausaufgaben zu machen. Aus deinen weiteren Beiträgen schließe ich, dass du AG-seitig zwar Pflichten von den AN einfordern willst, aber deren Rechte und deine eigenen AG-Pflichten möglicherweise gar nicht kennst (Dienstplanung, Entgeltfortzahlung, Arbeitssicherheit).

                        Bin zwar nicht unbdedingt neu in der Materie, jedoch Anfänger. Bin dabei mir Wissen anzueignen. Da ich kein AG bin, habe ich in gewissen Dingen keinen Einfluss. Kann aber den AG dazu raten gewisse Entscheidungen zu überdenken.


                        Das Krankheitsproblem kannst du in ein paar Monaten immer noch angehen. Das läuft dir nicht davon. Lass dir erst einmal die nötigen Grundlagen zum Arbeitsrecht insgesamt vermitteln. Schließe dich einem Arbeitgeberverband an. Da bekommst du für wenig Geld kompetente Beratung, notfalls auch ohne Tarifbindung.

                        [i]Für kleine/mittlere Arbeitgeber ist die richtige Organisation genauso wichtig wie die Gewerkschaftszugehörigkei t für Arbeitnehmer.
                        Vielen Dank für die kompetente Antwort.

                        Kommentar


                        • #13
                          AW: Krankheitsbedingte Kündigung auch ohne bem

                          Zitat von haihappen Beitrag anzeigen
                          Vielen Dank für die kompetente Antwort.
                          Achso, wie sieht es denn aus mit dem ständig kranken Kind. Das wird vom Betriebsarzt nicht untersucht werden, oder!

                          Das Problem ist doch, dass die Arbeitsausfälle wegen der Betreuung eines kranken Kindes eingereicht wird.

                          Kommentar


                          • #14
                            AW: Krankheitsbedingte Kündigung auch ohne bem

                            Für die Betreuung kann er sich 10 Tage im Jahr krankschreiben lassen.
                            Und das Thema Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall müßt ihr Euch tatsächlich mal vornehmen!
                            Oder ist die Entgeltfortzahlung in diesem Fall bei Euch ausgeschlossen?

                            Kommentar


                            • #15
                              AW: Krankheitsbedingte Kündigung auch ohne bem

                              Zitat von haihappen Beitrag anzeigen
                              Das Problem ist doch, dass die Arbeitsausfälle wegen der Betreuung eines kranken Kindes eingereicht wird.
                              Das hat mit einer "krankheitsbedingten Kündigung" überhaupt gar nichts zu tun und darf nicht miteinander vermengt werden!

                              Habt Ihr den Anspruch auf Freistellung nach § 616 BGB ausgeschlossen - in Arbeits- oder Tarifvertrag?

                              Wenn ja, dann richtete sich der Anspruch auf Freistellung von der Arbeit nach § 45 SGB V und ist begrenzt.

                              Mein Eindruck ist übrigens auch, dass sich der Arbeitgeber nicht wirklich korrekt verhält, ob nun aus Unwissen oder mit Absicht (kein Betriebsarzt, Entgeltfortzahlung usw.).

                              -------

                              Es gibt zig Seminare und Lehrgänge zum Thema BEM, die Personalverantwortliche/Kündigungsberechtigte mal besucht haben sollten. Eventuell ist der konkrete Fall ja ein Anlass, sich AG-seitig mal schlauer zu machen und zu klären, wie man in solchen Fällen agiert?

                              Im Grunde ist es - gerade wenn es nicht sooooo viele Interessenvertretungen gibt - doch wirklich nicht so schwer, ein Gespräch (nachweislich!) anzubieten, die Ablehnung oder Zustimmung zu dokumentieren und dann mal ergebnisoffen miteinander zu sprechen.

                              SGB 9 - Einzelnorm-----

                              -----

                              Würdest Du die gestellten Fragen beantworten, könnte man besser unterstützen.

                              Gruß

                              Kommentar

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