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Vertrauensarbeitszeit als Druckmittel/Kontrolle?

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  • Vertrauensarbeitszeit als Druckmittel/Kontrolle?

    Hallo liebes Forum,

    ich haben eine Frage, hoffe hier richtig zu sein: meine Firma hat schon sehr lange ein Vertrauensarbeitszeitmode ll. In letzter Zeit sind einige Dinge passiert (komische Entlassungen, Bespitzelungen, etc.) und dann auf einmal dies: wir wurden informiert, dass wir ab sofort unserer Arbeitszeiten elektronisch im Intranet erfassen müssen.
    Begründet wurde dies mit einer gesetzliche Notwendigkeit nach § 16 Abs. 2 ArbZG. Das Besondere dabei ist, dass man nach passiver und aktiver Arbeitszeit unterscheidet und Kollegen die im Vertrieb sind die Reisen zum Kunden als passive Arbeitszeit werten müssen (z.B. bei einer Zugfahrt oder Flug). Somit wäre in diesem Fall nur die Zeit beim Kunden aktive Arbeitszeit. Ein Gleitzeitkonto gibt es nicht, ebenso wenig können wir einsehen, wie viel wir gearbeitet haben: die Führungskraft kontrolliert es am Monatsende. Im Grunde wurde es verkauft als: es bleibt alles beim Alten, nur mit Kontrolle.

    Ich sehe das als Kontrolle des Unternehmens und sehe den Zweck des § 16 Abs. 2 ArbZG damit absurdum geführt, daher meine Fragen:

    - würde es nicht reichen, einfach die Zeiten die wir über 8 Stunden arbeiten zu notieren?
    - wieso sind Fahrten zum Kunden (im Vertrieb ganz normaler Vorgang) als passive Zeit gewertet?
    - was passiert, wenn man falsche Zeiten einträgt?

    Vielen Dank für den Input.


    Dreamer007

  • #2
    AW: Vertrauensarbeitszeit als Druckmittel/Kontrolle?

    Lies Dir das ArbZG durch, dann wirst Du schlauer.
    Die Unterscheidung zwischen passiv und aktiv ist m.E. wichtig für die Ruhezeit von 11h, welche zwingend eingehalten werden muss.
    Solange Du nicht selbst hinter´m Steuer sitzt, sind Reisezeiten nämlich als Ruhezeiten zu werten.
    Allerdings besteht auch die Gefahr, dafür kein Entgelt zu erhalten.

    Alles in allem sehe ich in Deinen Schilderungen ein legitimes Anliegen Deines AG.
    Gibt es einen Betriebsrat?

    Edit: Ach ja-Deine Fragen:
    1) Nein
    2) habe ich oben erklärt
    3) Das wäre u.U. ein Kündigungsgrund
    mfg, Aktivist

    Ich gebe keine Rechtsberatung, sondern äußere nur meine Meinung.

    Franz Beckenbauer:
    "Ja, gut. Es gibt nur eine Möglichkeit: Sieg, Unentschieden oder Niederlage."

    Kommentar


    • #3
      AW: Vertrauensarbeitszeit als Druckmittel/Kontrolle?

      man muß unterscheiden, welche zeiten man gfs. als ruhezeiten im sinne des arbeitszeitgesetzes werten könnte,weil man nichts "aktiv" tut (zugreise, flug)

      obwohl sie vergütungspflichtig wären, da sie eben zu den hauptleistungspflichten des AN gehören (wie hier: reisen bei einem vertreter)

      der AG will wohl dokumentieren, daß kein zusätzlicher zeitausgleich im sinne des ArbZG gewährt werden müsse, obwohl du auf dem papier länger als 48 std/woche arbeitest

      zum anderen : kontrolle ist ein legitimes recht des AG,
      und im sinne des ArbZG sogar eine pflicht ( strafbewehrt wäre nicht der umstand, daß der AN länger arbeitet als erlaubt, sondern daß ein AG länger arbeiten lässt, als erlaubt)
      genauso kann er per direktionsrecht anordnen, seine arbeitszeiten wie geschildert zu dokumentieren (106 GewO),
      und zwar richtig (§ 242 BGB)

      bewusst falsche dokumentation wäre vorwerfbar, abmahnungs-und kündigungsrelevant

      "Büro ist wie Achterbahn fahren, ein ständiges Auf und Ab. Wenn man das dann auch noch täglich 8 Stunden machen muß, dann kotzt man halt irgendwann" STROMBERG

      Kommentar


      • #4
        AW: Vertrauensarbeitszeit als Druckmittel/Kontrolle?

        Mal ein wenig OT: Glückwunsch zu Deinem 10.000en Beitrag, Kriegsrat!!!
        mfg, Aktivist

        Ich gebe keine Rechtsberatung, sondern äußere nur meine Meinung.

        Franz Beckenbauer:
        "Ja, gut. Es gibt nur eine Möglichkeit: Sieg, Unentschieden oder Niederlage."

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        • #5
          AW: Vertrauensarbeitszeit als Druckmittel/Kontrolle?

          Zitat von Aktivist Beitrag anzeigen
          Mal ein wenig OT: Glückwunsch zu Deinem 10.000en Beitrag, Kriegsrat!!!
          .............

          "Büro ist wie Achterbahn fahren, ein ständiges Auf und Ab. Wenn man das dann auch noch täglich 8 Stunden machen muß, dann kotzt man halt irgendwann" STROMBERG

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