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Zum Arbeiten "Gezwungen" Führsorgepflicht

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  • Zum Arbeiten "Gezwungen" Führsorgepflicht

    Hallo Zusammen,

    ich habe folgendes Problem...
    Mein Kollege hat seit Jahren aufgrund eines Wachstumsschubs eine verschobene Wirbelsäule, daher war er die letzten 5 Wochen in Kur (Gesund aufgenommen, d.h gesund Entlassen). Nun sollte er bei seinem AG eine Tätigkeit durchführen die mit schwerem heben verbunden ist, bis zu 20kg, er hat sich bereit erklärt diese Tätigkeit durchzuführen solange sie ihm keine akuten Probleme bereitet.

    Nun hat er allerdings nach 8 Tagen wieder massive Rücken Probleme bekommen und nachmittags (da er Nachtschicht Arbeitete) beim Vorgesetzten angerufen um vorrübergehend eine andere Tätigkeit durchführen zu können.
    Dies verneinte der Gruppenführer, sowie der Meister und dessen Vorgesetzter mit der Begründung da er Gesund aus der Kur entlassen wurde müsste er ein Ärztliches Attest vorlegen und so lange auf diesem Platz weiterarbeiten. Mehrmaliges Bitten wurde als "faule Ausrede" abgelehnt.

    Meines Erachtens hätte der AG den AN zum Betriebsarzt schicken müssen oder was ohne weiteres möglich gewesen wäre den Arbeitsplatz zu tauschen (selbst das Angebot eines Kollegen zum Tausch wurde abgelehnt mit Verweis auf ein Rotationsprinzip). Dies war nicht die erste Aktion, es läuft von Seiten der Vorgesetzten eine Regelrechte Kampanie gegen ihn. Seine Wirbelsäule ist nun Bereits wieder Verkrümmt, der Zustand ist genauso wie vor der Kur.

    Im Übrigen vertritt auch der Betriebsrat die Meinung dass der Arbeitgeber zu dieser malnähme Berechtigt sei da kein Attest oder eine Krankmeldung vorlag. Meines Erachtens liegt hier eindeutig eine Verletzung der Führsorgepflicht vor. Leider sind die Paragraphen ein wenig schwammig formuliert, ich brauchte daher Richtersprüche oder Verordnungen für diesen, oder einen ähnlich gelagerten Fall. Ich habe bereits den Tipp bekommen mit § 618 Pflicht zu Schutzmaßnahmen BGB zu argumentieren tue mir aber schwer damit.

    Bitte Helft mir und verzeiht die Rechtschreibung, man kann leider nicht alles können.

    Danke Im Voraus



  • #2
    AW: Zum Arbeiten "Gezwungen" Führsorgepflicht

    In meinen Augen kann man hier nur raten sich Profirechtsrat zu besorgen, d.h. Anwalt oder Rechtsberatung der Gewerkschaft.

    Helfen würde eine entsprechende Einstufung als Schwerbehindert.

    MfG
    Matthias

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    • #3
      AW: Zum Arbeiten "Gezwungen" Führsorgepflicht

      Zitat von Darkloggi Beitrag anzeigen
      Dies verneinte der Gruppenführer, sowie der Meister und dessen Vorgesetzter mit der Begründung da er Gesund aus der Kur entlassen wurde müsste er ein Ärztliches Attest vorlegen und so lange auf diesem Platz weiterarbeiten.
      Und warum legt er keines vor? Der Beschreibung nach müßte er ohne weiteres eine AU-Bescheinigung bekommen können. Der Arbeitgeber muß weder selbst eine Diagnose erstellen noch einfach glauben, was der Mitarbeiter ohne Nachweis behauptet.

      E.D.

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      • #4
        AW: Zum Arbeiten "Gezwungen" Führsorgepflicht

        Zitat von E.D. Beitrag anzeigen
        Und warum legt er keines vor? Der Beschreibung nach müßte er ohne weiteres eine AU-Bescheinigung bekommen können. Der Arbeitgeber muß weder selbst eine Diagnose erstellen noch einfach glauben, was der Mitarbeiter ohne Nachweis behauptet.

        E.D.
        Der MA hat mittags vor Schicht Begin seiner Nachtschicht angerufen da er davon ausging das wie abgemacht, falls er Beschwerden bekommt, den Arbeitsplatz wechseln kann. Der AG hat diese Zusage aber nicht eingehalten und ihn genötigt die verbleibenden 2 Tage Do/Fr dort zu arbeiten. Am Samstag hat der MA die Bestätigung bekommen das er nicht mehr als 5 kg heben darf (Attest).
        Ich gehe davon aus das der Vorgesetzte in diesem Fall dafür Sorge zu tragen hat das der MA nicht einen dauerhaften Schaden erleidet, hier sehe ich eine Verletzung der Sorgfaltspflicht!

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        • #5
          AW: Zum Arbeiten "Gezwungen" Führsorgepflicht

          Zitat von Darkloggi Beitrag anzeigen
          Der MA hat mittags vor Schicht Begin seiner Nachtschicht angerufen da er davon ausging das wie abgemacht, falls er Beschwerden bekommt, den Arbeitsplatz wechseln kann. Der AG hat diese Zusage aber nicht eingehalten und ihn genötigt die verbleibenden 2 Tage Do/Fr dort zu arbeiten. Am Samstag hat der MA die Bestätigung bekommen das er nicht mehr als 5 kg heben darf (Attest).
          Ich gehe davon aus das der Vorgesetzte in diesem Fall dafür Sorge zu tragen hat das der MA nicht einen dauerhaften Schaden erleidet, hier sehe ich eine Verletzung der Sorgfaltspflicht!
          Und hat er das ab Samstag? Vorher war es nur eine Behauptung.

          E.D.

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          • #6
            AW: Zum Arbeiten "Gezwungen" Führsorgepflicht

            Zitat von E.D. Beitrag anzeigen
            Und hat er das ab Samstag? Vorher war es nur eine Behauptung.

            E.D.
            Ja ich hab vor anderthalb stunden mit ihm telefoniert, ab Samstag. Aber es kann ja wohl nicht rechtens sein wenn ich den Arbeitgeber informier und er keine Maßnahmen ergreift. Da das ganze ja so abgemacht war das er sich meldet sobald er Probleme bekommt.

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            • #7
              AW: Zum Arbeiten "Gezwungen" Führsorgepflicht

              Hallo, Darkloggi,
              sorry, aber ich sehe keine Verletzung der Fürsorgepflicht seitens des ArbG.
              Eine Pflicht, den ArbN zum Betriebsarzt zu schicken, besteht nicht, im Gegenteil macht der ArbG von diesem Recht nur Gebrauch, wenn er ein Attest infrage stellt.
              Dass er den Tausch mit einem Kollegen abgelehnt hat, ist ebenfalls nachvollziehbar, denn dieser Kollege wäre entweder für eine spätere Schicht ausgefallen, oder der ArbG hätte "billigend in Kauf genommen", dass die Regelungen zur Arbeitszeit missachtet werden.
              Die Nichteinhaltung dieser Schutzklausel zugunsten des ArbN trfft aber nur den ArbG, nie den ArbN, d. h. hier hätte der ArbG vorsätzlich seine Fürsorgepflicht verletzt.
              Nicht nachzuvollziehen ist indes, dass sich der ArbG überhaupt auf eine Absprache eingelassen hat, dass der ArbN anzeigen dürfe, wenn er befürchte, dass es ihm gesundheitlich nicht mehr gut zu gehen drohe.

              Der ArbN hätte sich somit selbst als arbeitsunfähig bezeichnen, sich krank melden und ggf. mit einem Attest dies nachweisen müssen.

              Dann wäre dem ArbG nichts anderes übrig geblieben, als seine Schichtplanung über den Haufen zu werfen.
              Du schreibst:
              Der MA hat mittags vor Schicht Begin seiner Nachtschicht angerufen da er davon ausging das wie abgemacht, falls er Beschwerden bekommt, den Arbeitsplatz wechseln kann. Der AG hat diese Zusage aber nicht eingehalten und ihn genötigt die verbleibenden 2 Tage Do/Fr dort zu arbeiten. Am Samstag hat der MA die Bestätigung bekommen das er nicht mehr als 5 kg heben darf (Attest).
              Davon, dass der ArbG den ArbN genötigt hat, kann keine Rede sein, jedenfalls nicht im juristischen Sinne.
              Denn ich vermag nicht zu erkennen, dass damit eine rechtswidrige Drohung verbunden war; vielmehr haben alle Beteiligten m. E. dem ArbN eine "goldene Brücke" zu bauen versucht, indem sie ihn darauf hinwiesen, er möge zum Arzt gehen und ein Attest beibringen, wenn er arbeitsunfähig sei.
              Dies verneinte der Gruppenführer, sowie der Meister und dessen Vorgesetzter mit der Begründung da er Gesund aus der Kur entlassen wurde müsste er ein Ärztliches Attest vorlegen und so lange auf diesem Platz weiterarbeiten
              Wenn der Anruf mittags erfolgte, und die Schicht erst nachts beginnen sollte, hätte der ArbN m. E. genug Zeit dazu gehabt, im Zweifel durch die Konsultation eines ärztlichen Notfalldienstes (Krankenhaus o. ae.)
              Gruß
              C
              *****
              "Wir wissen in etwa, wer du bist, was dich interessiert und wer deine Freunde sind."
              Eric Schmidt, Google-Chef, im "Wall Street Journal" über die Möglichkeiten individueller Produktwerbung im Internet.
              Zitat entnommen am 19.08.10, WN

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              • #8
                AW: Zum Arbeiten "Gezwungen" Führsorgepflicht

                Ich sehe das etwas anders da eine Änderung des Schicht Plans nicht nötig gewesen wäre sondern nur eine Rotation innerhalb der Nachtschicht, daher wäre es zu keiner Verletzung gekommen.
                Das wahr aus meiner Sicht eher ein Entgegenkommen des ANs da er das Atesst ohne Probleme hätte bekommen können und sich aus Geschäftsinteresse bereit erklärt hat diese "ungeeigneten Tätigkeiten" ebenfalls soweit möglich zu übernehmen, was uns zumindest temporär (solange der AN beschwerdefrei ist) eine höhere Flexibilität garantiert, vor allem an den Son/Feiertagen da hier nur wenige MA im Hause sind.

                Die "Nötigung", allerdings nicht im Juristischen Sinne, ergibt sich aus der Vielzahl von Aktionen des AG gegen den AN da dieser durch seine spezielle Familiäre Situation erpressbar ist.

                Ich sehe hier sehr wohl eine Verletzung der Führsorgepflicht da der AG den AN bewusst im Glauben lies das er bei Beschwerden jederzeit eine geeignetere Tätigkeit hätte bekommen können und die Situation durch den AG ausgenutzt wurde. Ich weiß nicht in wie weit man von Mobbing sprechen kann, allerdings habe ich hier das Problem da wir fast 60% AN mit Befristung haben das sich die Kollegen nicht trauen sich gegen die Vorgesetzten zur Wehr zu setzen, da auch gegen andere Kollegen Massiv vorgegangen wurde- vor allem mit Einschüchterung, Drohungen und unter Druck setzen. Ich denke nur bei der Gesundheit hört der Spaß dann irgendwann auf!

                Das dieses Verhalten der Vorgesetzten moralisch mehr als verwerflich ist hoffentlich offensichtlich, auch wenn ich sehe das die Problematik ohne genaue Kenntnis der Gesamtsituation sehr schwer zu überblicken ist.
                Ich hoffe du/ihr versteht die Situation und habt mir vieleicht noch den ein oder anderen Tipp!

                Danke nochmal auch für alles was noch kommt!
                Darkloggi

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                • #9
                  AW: Zum Arbeiten "Gezwungen" Führsorgepflicht

                  Zitat von Darkloggi Beitrag anzeigen
                  Ich hoffe du/ihr versteht die Situation und habt mir vieleicht noch den ein oder anderen Tipp!

                  Danke nochmal auch für alles was noch kommt!
                  Darkloggi

                  S.o. mein erster Tipp.

                  Ich würde dem AG auch ohne Rechtsberatungshintergrun d keine Atteste aushändigen. Damit kann man seine eigene Kündigung vorbereiten in dem man dem AG selber Gründe liefert.

                  MfG
                  Matthias

                  Kommentar


                  • #10
                    AW: Zum Arbeiten "Gezwungen" Führsorgepflicht

                    Aus meiner Sicht suchst du iin den falschen Gesetzen

                    Ich emfehle das Arbeisschutzgesetz, hier vor allen die Gefährdungsbeurteilungen und die Anforderungen an Arbeitsplätzen mit der Überprüfung ob und inwieweit durch Techn. Hilfen das Heben vermieden werden kann, da aus meiner Sicht hieraus für alle eine Gesundheitsgefahr entsteht

                    Weiterhin den § 84 des SGB IX, der genutzt werden kann, um die möglichen Arbeitseinsätze zu definieren

                    Gruß
                    Meistermacher

                    Kommentar


                    • #11
                      AW: Zum Arbeiten "Gezwungen" Führsorgepflicht

                      Zitat von matthias Beitrag anzeigen
                      S.o. mein erster Tipp.

                      Ich würde dem AG auch ohne Rechtsberatungshintergrun d keine Atteste aushändigen. Damit kann man seine eigene Kündigung vorbereiten in dem man dem AG selber Gründe liefert.

                      MfG
                      Matthias
                      Hallo Matthias,

                      ich verstehe leider nicht was du meinst?

                      Kommentar


                      • #12
                        AW: Zum Arbeiten "Gezwungen" Führsorgepflicht

                        Zitat von meistermacher Beitrag anzeigen
                        Aus meiner Sicht suchst du iin den falschen Gesetzen

                        Ich emfehle das Arbeisschutzgesetz, hier vor allen die Gefährdungsbeurteilungen und die Anforderungen an Arbeitsplätzen mit der Überprüfung ob und inwieweit durch Techn. Hilfen das Heben vermieden werden kann, da aus meiner Sicht hieraus für alle eine Gesundheitsgefahr entsteht

                        Weiterhin den § 84 des SGB IX, der genutzt werden kann, um die möglichen Arbeitseinsätze zu definieren

                        Gruß
                        Meistermacher
                        Hallo Meistermacher,

                        das heben ist an diesem Arbeitsplatz leider nicht zu vermeiden, es geht um ca 2 kg- 20 kg pro einheit.

                        Die Behinderung durchzuseten seh ich als kleineres Problem und somit währe er ja dann auch kaum noch kündbar... die Idee werde ich auf jeden fall verfolgen.

                        Mir geht es allerdings auch darum das der Vorgesetzte aus seinem verhalten endlichverstehen das es so nicht wiéitergeht, d.h versuche ich Ihm die eventuell entstehenden rechtlichen Konsequenzen aufzuzeigen.

                        Gruß Darkloggi

                        Kommentar


                        • #13
                          AW: Zum Arbeiten "Gezwungen" Führsorgepflicht

                          Zitat von Darkloggi Beitrag anzeigen
                          Hallo Meistermacher,

                          das heben ist an diesem Arbeitsplatz leider nicht zu vermeiden, es geht um ca 2 kg- 20 kg pro einheit.

                          Die Behinderung durchzuseten seh ich als kleineres Problem und somit währe er ja dann auch kaum noch kündbar... die Idee werde ich auf jeden fall verfolgen.

                          Mir geht es allerdings auch darum das der Vorgesetzte aus seinem verhalten endlichverstehen das es so nicht wiéitergeht, d.h versuche ich Ihm die eventuell entstehenden rechtlichen Konsequenzen aufzuzeigen.

                          Gruß Darkloggi
                          lieber Darkloggi,

                          bei uns werden zwischen 2 und 50 kg gehoben, nur nacht das nicht mehr der Mensch (wie früher) mit seiner Körperkraft, sondern es wird mit Hebehilfen gehoben!
                          Die gibt es für fast jede stelle und fast jedes "Produkt", kostet halt nur einen 5 stelligen Betrag wenn man was vernünftiges will.

                          Daher bleibe ich dabei, Gefährdungsbeurteilung erstellen, BG ranholen und um unterstützung bitten das hebeproblem zu beseitigen, denn der Bandscheibenvorfall beim nächsten ist sonst Vorprogramiert.

                          Wenn ich natürlich sage, ich kann das nicht mehr, aber es geht nicht anders mit der Tätigkeit, dann wird das auch nix!


                          schau mal hier rein, da siehst du was alles möglich ist, wir haben diese Hilfe an einer Standsäule
                          Hebehilfe, montiert auf Hubmast - YouTube
                          Gruß
                          Meistermacher

                          Kommentar


                          • #14
                            AW: Zum Arbeiten "Gezwungen" Führsorgepflicht

                            Matthias meint damit,
                            wenn der Mitarbeiter ein Attest bringt, das der Mitarbeiter seine Vertragliche Verpflichtung (heben von Lasten mit 20 kg) nicht erfüllen kann, der Arbeitgeber zum Schutz des Mitarbeiters diesen Kündigen muss, da er ja die Gesundheit des Mitarbeiters nicht gefährden will, was passieren würde, bei der Erfüllung seiner Arbeitsvertraglichen Verpflichtungen (heben von 5 bis 20 kg).

                            Zum Schutz des Mitarbeiters folgt die Kündigung, denn es gibt kein Gesetz, das einen Arbeitgeber verpflichtet, einen Mitarbeiter weiter zu beschäftigen, wenn der Mitarebeiter seine Verpflichtungen (Heben von 5 bis 20 kg) nicht erfüllen kann. Konsequenz daraus somit Arbeitslosigkeit.

                            Gruß
                            Meistermacher

                            Kommentar


                            • #15
                              AW: Zum Arbeiten "Gezwungen" Führsorgepflicht

                              Zitat von meistermacher Beitrag anzeigen
                              wir haben diese Hilfe an einer Standsäule
                              Hebehilfe, montiert auf Hubmast - YouTube
                              Gruß
                              Meistermacher
                              Genial!

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