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"Übergriffiger Chef"

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  • "Übergriffiger Chef"

    Guten Tag, sehr geehrte Forumsgemeinde!

    Folgende Fakten in dem mittelständischen Betrieb, in dem ich arbeite:

    - Gehaltszahlungen/-abrechnungen kommen verspätet, bzw. nur auf Nachfrage;

    - Urlaubsgenehmigungen werden spontan zurückgezogen wg. betrieblicher Gründe (zuviel Arbeit, Urlaub wurde aber z.B. zwei Monate vorher eingereicht);

    - die Mitarbeiter müssen sich untereinander per privatem Mobiltelefon absprechen, da das aber filialübergreifend ist, endet das in chaotischen Zuständen, der Chef gibt selten klare Anweisungen, jeder von uns hat horrende Kosten dadurch;

    - Mitarbeiter werden angebrüllt und zusammengestaucht, es werden auch schon mal Urlaubstage abgezogen, wenn jemand etwas vergessen hat;

    - meine Wenigkeit wird genötigt, mit dem Privat-Pkw Kundentermine abzufahren (ohne jeglichen Versicherungsschutz, mehrmals pro Woche);

    - Der Chef hat aktuell probiert, während meiner Krankheitstage mich jeden Tag (!) zu erreichen (ich habe es ignoriert, da alle Infos per Mail durch mich an ihn weitergeleitet wurden) und mich zu nötigen, Kunden von zuhause aus abzutelefonieren;

    - Der Chef hetzt die Mitarbeiter aufeinander auf mit tatsächlichen Unwahrheiten, mit dem Ergebnis, das wirklich keiner mehr dem anderen traut und ein miteinander arbeiten aussichtslos ist, das Vertrauensverhältnis ist zerrüttet, das Betriebsklima eine Katastrophe;

    - die permanente Drohung eines Rausschmisses liegt immer in der Luft, ich habe es bereits mehrfach erlebt, wie Kollegen zusammengeklappt sind und rausgeworfen worden sind;

    - Termine werden permanent verschoben, vergessen o.*., selbst Kunden, Vertreter werden zusammengeschrien, ich bekomme jeden Tag Beschwerden von irgendjemandem (bin Filialleiterin in einer Filiale).

    Fazit: Ich bin am Ende, ich mache diese Ausbeuterei nicht mehr mit, bin auch krankgeschrieben, da ich quasi handlungsunfähig im Laden stehe und mein Kopf nur noch leer ist. Ich weiß nicht mehr, was ich den Kunden sagen soll, da der Chef jeglichen sauberen "normalen" Ablauf boykottiert. Ich werde mir natürlich was anderes suchen, bzw. warte meine Kündigung ab. Im übrigen habe ich mir nie etwas zuschulden kommen lassen, was für ein Glück.

    Nach diesem Sermon meine konkrete Frage: Ich würde total gerne dem Chef eine Mail schreiben mit all den internen Sachen, die so ablaufen, ihm mal alle Missstände aufzeigen. Hätte das Konsequenzen für mich?

    Mir ist schliesslich alles egal, ich kann nicht mehr/werde nicht mehr einen Fuß in diesen Laden setzen und mich systematisch kaputt machen lassen. Gibt nichts, was mich dort hält. Bin genauso runtergerockt wie alle anderen.

    Achja, im übrigen war ich die einzige, die ständig versucht hat, telefonisch, in Gesprächen, per mail Änderungen herbei zu führen und werde schlichtweg ignoriert.

    Nun bin ich den ganzen Mist mal los, klar, ist noch mehr aber nun reichts wohl fürs erste...

    Mit freundlichen Grüßen
    verbleibt loudpipe

  • #2
    AW: "Übergriffiger Chef"

    Hi,

    Wieviele Mitarbeiter hat der Betrieb?
    Gibt es einen Betriebsrat (eher nicht, denke ich)?

    Gruß

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    • #3
      AW: "Übergriffiger Chef"

      Zitat von loudpipe Beitrag anzeigen
      Ich würde total gerne dem Chef eine Mail schreiben mit all den internen Sachen, die so ablaufen, ihm mal alle Missstände aufzeigen. Hätte das Konsequenzen für mich?
      und was versprichst du dir davon?
      Dass es sagt, "ach, das habe ich gar nicht gemerkt... ich werde mich bessern..." ???

      Ich würde mir rasch was anderes suchen und den Deppen verlassen.
      bewertet Arbeitgeber auf kununu.de - dann haben andere auch etwas von Euren Erfahrungen.

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      • #4
        AW: "Übergriffiger Chef"

        Da deinen Schilderungen zu entnehmen ist, dass es dir ohnehin nicht um eine Weiterbeschäftigung in diesem Sklavenhalterbetrieb geht, greife ich mal deine Idee mit einem Brief an die Geschäftsleitung auf. Allerdings nicht mit gutgemeinten Vorschlägen (halte ich aufgrund deiner Schilderungen für völlig sinnlos) sondern als offenen Brief an ihn und an alle anderen Mitarbeiter, trotz allem höflich aber bestimmt formuliert, in dem mal diverse "Rechte" der Beschäftigten eingefordert werden:

        Darauf hinweisen, dass die ständig verspäteten Gehaltszahlungen nicht mehr akzeptiert werden, Einhaltung des AV fordern. Erklären, dass bei verspäteten Gehaltszahlungen dir aufgrund von deinen Zahlungsverpflichtungen Kosten entstehen können, die dann von deiner firma kündftig eingefordert werden.

        Erkläre, dass künftiges Telefonieren im Rahmen betrieblicher Notwendigkeiten nicht mehr von deinem privaten Telefon geleistet werden. Wenn es gewünscht wird, muss ein dienstliches Handx zur Verfügung gestellt werden.

        Weise darauf hin, dass genehmigter Urlaub nicht einfach zurückgezogen werden darf. Du hast einen Rechtsanspruch darauf. Im besonderen Notfall wäre das zwar möglich, dieser müsste aber von deinem Chef nachprüfbar erklärt werden. Eine permanente Störung deines Urlaub mit betrieblichen Belangen ist unzulässig.

        Das Abziehen von Urlaub als Sanktionsmassnahme ist unzulässig, weise ihn darauf hin.

        Das häufige Anbrüllen lässt verhaltensbedingt auch eine fristlose Kündigung durch dich zu.

        Erkläre, ab sofort deinen Privat-PkW für dienstliche Fahrten nicht mehr zur Verfügung zu stellen.

        Erkläre, dass ein Arbeiten von zu hause aus (telefonieren mit Kunden) ab sofort nicht mehr gemacht wird.


        Konsequenzen? Als Konsequenz käme doch nur die Kündigung in Frage. Da wäre die Begründung spannend. Lohnt sich vielleicht auch ein Kündigungsschutzklage mit Abfindungsansprüchen.
        Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren.
        Bertold Brecht

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        • #5
          AW: "Übergriffiger Chef"

          Zitat von Betriebsrat58 Beitrag anzeigen
          sondern als offenen Brief an ihn und an alle anderen Mitarbeiter, trotz allem höflich aber bestimmt formuliert, in dem mal diverse "Rechte" der Beschäftigten eingefordert werden:
          es hört sich vielleicht in diesem zusammenhang lächerlich an,
          aber liefert man da nicht munition in bezug auf "störung des betriebsfriedens" ?
          und schießt evtl. ein eigentor ?

          die belegschaft gegen den AG "aufhetzen", wird die gegenseite argumentieren..... ??

          "Büro ist wie Achterbahn fahren, ein ständiges Auf und Ab. Wenn man das dann auch noch täglich 8 Stunden machen muß, dann kotzt man halt irgendwann" STROMBERG

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          • #6
            AW: "Übergriffiger Chef"

            Zitat von kriegsrat II Beitrag anzeigen
            es hört sich vielleicht in diesem zusammenhang lächerlich an,
            aber liefert man da nicht munition in bezug auf "störung des betriebsfriedens" ?
            und schießt evtl. ein eigentor ?

            die belegschaft gegen den AG "aufhetzen", wird die gegenseite argumentieren..... ??
            Das sehe ich auch so. Dennoch: Ein entsprechendes höflich-sachliches (!) Schreiben fände ich auch schick.

            Eventuell könnte da auch ein Anwalt als Ghostwriter fungieren.

            Gruß

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            • #7
              AW: "Übergriffiger Chef"

              Zitat von Fragende? Beitrag anzeigen
              Das sehe ich auch so. Dennoch: Ein entsprechendes höflich-sachliches (!) Schreiben fände ich auch schick.
              schick vielleicht,
              befriedigend... denen mal die Meinung zu schreiben....

              zumal du dem die Meinung schreibst, der dich so mies behandelt, offenbar ohne schlechtes Gewissen...
              vermute ich dass das völlig überflüssig sein wird.

              Evtl. bläst er dir den Marsch dann erst so richtig.
              Gewalttätig ist er hoffentlich nicht auch?
              (Wer brüllt könnte auch mal ausholen....)
              bewertet Arbeitgeber auf kununu.de - dann haben andere auch etwas von Euren Erfahrungen.

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              • #8
                AW: "Übergriffiger Chef"

                Ich glaube, dass die Erklärung - das private Auto und Handy nicht mehr zu benutzen, wohl bei deinem Chef ausreicht um dich kündigen zu wollen.

                Hinterher Kündigungsschutzklage mit Abfindung. Erst von da an einen offenen Brief, wenn überhaubt, um nicht als Betriebsstörer Munition zu liefern.

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                • #9
                  AW: "Übergriffiger Chef"

                  Stimmt schon, deshalb eben höflich und sachlich......
                  deshalb waren auch keine Vorschläge dabei, die einen Angriff darstellen...
                  Die anderen Mitarbeiter sollen erkennen, was normal und nicht normal ist
                  Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren.
                  Bertold Brecht

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                  • #10
                    AW: "Übergriffiger Chef"

                    Guten Abend, liebe User,

                    ich bin wahrlich begeistert ob eurer Antworten und stimme allen in Teilbereichen zu.

                    Genau das ist meine Intention dabei: dass die anderen merken, dass diese Behandlung nicht korrekt ist. Hierzu kam mir natürlich auch der genannte Einwand in den Sinn, dass ich als "Betriebsstörer" danach gelten könnte. Da ich viel mit anderen Menschen über meine derzeitige Situation spreche, sehe ich in der Tat davon ab, mich zu befreien und ihm per mail aufzuzeigen (vorerst!), was im Argen liegt - zumal er das weiß, wenn er nicht zusätzlich unter Gedächtnisverlust leidet, ich kann zum Glück für mich sagen, dass ich wirklich alles angesprochen habe (auch die Autogeschichte beispielsweise), wurde vertröstet, ignoriert, vergessen. Ich bin echt hartnäckig gewesen, nun habe ich aufgegeben, Arbeit kann nicht nur ein einziger interner Kampf sein.

                    Da geht es mir tatsächlich um meine eigene Befriedigung, ihm mitzuteilen, dass er absolut keinerlei Führungskompetenzen usw., besitzt.

                    Und ja - stimmt, Konsequenzen - die Kündigung möchte ich ja im Grunde genommen haben! Was soll passieren?
                    Ich verzichte auf das "Luftmachen", ich habe vorrangig Bammel vor einer "fristlosen Kündigung", da ich aber z.Zt. krankgeschrieben bin (mein Arzt nimmt meine Ängste zum Glück ernst), dürfte es wohl nicht so weit kommen?! Ich bin in den 15 Berufsjahren noch nicht in solch einer Lage gewesen, ich habe Angst, dass, falls ich nichts neues auftun werde, eine Sperre vom Arbeitsamt bekommen könnte. Ich traue diesem Menschen keinen einzigen Meter mehr über den Weg, wer weiß, was der sich aus den Fingern saugt? Äußerst kreativ in seiner Art...

                    Da ich mittlerweile wirklich Angst habe (hierzu: nein, handgreiflich ist er bislang nicht geworden, halt ein klassischer Choleriker ohne jegliches Fehlerbewusstsein) mit ihm zu sprechen, ich das aus gesundheitlichen Gründen auch gar nicht mehr kann - werde ich keinen Fuß da mehr hinsetzen.

                    In kürzester Zeit hat er aus einem selbstbewussten Menschen einen Paranoiker gemacht (ja, ich weiß, ich Schaf: es gibt immer einen, der ausbeutet und immer einen, der sich ausbeuten lässt...verrückt).

                    Ich muss dazu sagen, dass ich parallel seit 13 Jahren in einer anderen Firma gleicher Branche eingestellt bin und deshalb tatsächlich den direkten Vergleich habe, da sind diese Zustände nicht.
                    Dieser Sklaventreiber-Chef versucht seit zehn Jahren mich abzuwerben. Vor zwei Jahren habe ich mich auf ihn eingelassen und meinen anderen normalen Arbeitgeber auf Minijob Basis setzen lassen (mehr geht bei dem leider nicht mehr), arbeite teilzeit bei meinem Ausbeuter und - verdammt, ich ärgere mich selber - habe immer von diesen Umständen bei ihm gehört.

                    Ich habe mich einlullen und manipulieren lassen. Ich fühle mich, als hätte ich eine Gehirnwäsche hinter mir. Würde ich persönlich mit ihm telefonieren, würde er mir sofort was aufs Auge drücken und ich bin derzeit keinesfalls in der Lage, mich zu wehren. Gruselig.

                    Betriebsrat - tatsächlich überflüssig, dass zu erwähnen ;-) existiert nicht. Kann bei dem Personalkarussell auch gar nicht, diejenigen, die etwas länger dabei sind, kämpfen auch gegen Windmühlen, haben aber Angst um ihren Job und sind still.

                    Als ich dort angefangen habe, habe ich immer ungläubig meine Kollegen angesehen, als die mir ihre Sorgen auftischten. Sowas kann es nicht geben, dachte ich mir und auch, dass mit persönlichen Gesprächen, Mitarbeiterbesprechungen, mails usw. doch alles geklärt werden könnte?

                    Mitnichten - der Chef und niemand sonst ist hier der Fehler im System und es ist vollkommen richtig: den kann ich absolut nicht ändern, auch, wenn mich da noch so ritterliche Gedanken umtreiben, die armen anderen Schafe auch zu retten...

                    Es hilft mir wirklich, dass ich hier professionelle Meinungen für meine eigene Meinungsbildung sammeln kann, das ist sehr wertvoll für mich.

                    Zu befürchten ist in der Tat, ob er sich nicht noch etwas einfallen lässt.

                    Zur Kündigungsschutzklage mit Abfindung: Wenn ich die Kündigung erhalten habe, zum Anwalt für Arbeitsrecht damit und um eine Abfindung kämpfen?

                    Mit dankbaren Grüßen verbleibt
                    loudpipe

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                    • #11
                      AW: "Übergriffiger Chef"

                      Zitat von loudpipe Beitrag anzeigen
                      Da geht es mir tatsächlich um meine eigene Befriedigung, ihm mitzuteilen, dass er absolut keinerlei Führungskompetenzen usw., besitzt.
                      das würde ich ihm sagen, NACHDEM er das Zeugnis ausgehändigt hat.
                      bewertet Arbeitgeber auf kununu.de - dann haben andere auch etwas von Euren Erfahrungen.

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                      • #12
                        AW: "Übergriffiger Chef"

                        Hallo,

                        ich muss Dich leider noch etwas desillusionieren und auf ein paar andere mögliche Szenarien aufmerksam machen.

                        1) Die Krankenkasse zahlt nicht immer ungefragt und auf Dauer Krankengeld. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Du Dich irgendwann beim MDK wiederfindest und dieser feststellst, dass Du arbeitsfähig bist. Die Krankenkasse stellt dann die Zahlung des Krankengeldes ein und erwartet, dass Du arbeiten gehst. Was dann?

                        2) Dein Arbeitgeber kündigt nicht, sondern drängt Dich zu einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses. Was dann?

                        3) Dein Arbeitgeber macht längere Zeit ... nix.

                        4) Fristlos kündigen dürfte ... sollte ... kan Dein AG eigentlich nicht, wenn Du keinen Grund dafür gibst. Also immer rechtzeitig brav und nachweislich über die weitere Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer informieren um ihm keinen Grund zu liefern.

                        Egal was passiert: Lass Dich durch einen Fachanwalt für Arbeitsrecht beraten.

                        Gruß

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                        • #13
                          AW: "Übergriffiger Chef"

                          Danke für deine Einschätzung.
                          Ja, ich werde wohl zum Anwalt gehen müssen zwecks Beratungsgespräch - wird Krankengeld nicht erst nach 6 Wochen gezahlt und die Aufforderung, den MDK zu besuchen zwecks Feststellung des Krankenstandes, käme erst dann oder bereits vorher (bin jetzt Anfang zweite Woche AU)?

                          Im übrigen vertritt mein Chef eigentlich das Prinzip "hire and fire", würde mich wundern, wenn er sich den Stress antut...

                          MfG loudpipe

                          Kommentar


                          • #14
                            AW: "Übergriffiger Chef"

                            Zitat von loudpipe Beitrag anzeigen
                            Danke für deine Einschätzung.
                            Ja, ich werde wohl zum Anwalt gehen müssen zwecks Beratungsgespräch - wird Krankengeld nicht erst nach 6 Wochen gezahlt und die Aufforderung, den MDK zu besuchen zwecks Feststellung des Krankenstandes, käme erst dann oder bereits vorher (bin jetzt Anfang zweite Woche AU)?
                            Der AG könnte theoretisch auch eine Überprüfung in den ersten 6 Wochen veranlassen.

                            MfG
                            Matthias

                            Kommentar


                            • #15
                              AW: "Übergriffiger Chef"

                              Im übrigen vertritt mein Chef eigentlich das Prinzip "hire and fire", würde mich wundern, wenn er sich den Stress antut...
                              Wenn ein Arbeitnehmer sich mit kompetenter Vertretung wehrt, dann sollte DAS dem AG sehr viel Stress machen.

                              Gruß

                              Kommentar

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