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Kündigung in der Probezeit (Urlaub?)

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  • Kündigung in der Probezeit (Urlaub?)

    Hallo,

    ich arbeite seit einiger Zeit für einen Bekannten und wurde zum 01.06. diesen Jahres auf mein Drängen hin dann doch fest angestellt, mit 6 Monaten Probezeit.

    Nun rückt der 01.12. immer näher und mein Chef wollte, dass ich eine Probezeitverlängerung über weitere 6 Monate unterschreibe, da ich mich in der bisherigen Zeit "nicht ausreichend bewährt habe", auch wenn ich teilweise 10 bis 15 unbezahlte Überstunden in einer Woche gemacht und auch mal am Wochenende Dinge erledigt habe, die mir nicht extra entlohnt wurden.
    Dazu sei gesagt, dass ich vorher einige Monate NUR 400€ bei regulärer 40-Stunden-Woche bekam, und dafür aber gerne 60 Stunden die Woche gearbeitet habe, bis ich - wie gesagt - ihn zu einer Festanstellung überreden konnte.

    Ich habe meinem Chef gesagt, dass ich diese Probezeitverlängerung nicht unterschreiben werde, und daraufhin antwortete er mir, dass ich mir das gut überlegen sollte, da er mich sonst nicht über den 01.12. hinaus beschäftigen könne.

    Da ich die undankbare Arbeit sowieso satt habe kommt mir das ganz recht, und ich erwarte kommende Woche die Kündigung, doch dazu habe ich noch ein paar Fragen, damit er mich nicht wieder über den Tisch zieht.


    Kündigungsfrist von 2 Wochen innerhalb der Probezeit, danach 4 Wochen.
    Wenn er mir am 21.11. die Kündigung vorlegt, dann müsste er, da ich ja dann noch in der Probezeit bin, eine Frist von 2 Wochen einhalten, und könnte mich frühestens zum 05.12. kündigen.
    Laut Gesetz ist dann der früheste Termin der 15.12. (man darf ja nur zum Ende des Monats oder zum 15. kündigen, soweit ich weiß).

    Dann kommt noch eine weitere Frage auf:
    Wenn die Kündigung ab dem 05.12. erst gültig sein kann, war ich somit länger als 6 Monate fest angestellt und habe doch Anspruch auf den Volljahresurlaub (bei einer 5-Tage-Woche also 20 Tage), wovon ich erst 5 verbraucht habe. Somit müsste ich noch 15 Tage Urlaub haben.
    Mein Chef hat schon verlauten lassen, dass diese generell abgefeiert werden müssen, und nicht ausgezahlt werden.
    Sprich: wenn ich bis zum 15.12. angestellt bin, und bis zu diesem Termin meinen Urlaub nehmen muss, dann bin ich ab dem 25.11. im Urlaub, oder?


    Sollte an der ganzen Sache sowieso irgendetwas faul sein, also eine Kündigung auf Grund einer nicht unterschriebenen Probezeitverlängerung, welche wiederum mit "nicht ausreichender Bewährung" begründet wurde, dann lasst es mich bitte auch wissen.

    Ich bin mir ziehmlich sicher, dass das alles nicht so laufen kann, wie mein Chef das gerne hätte.



    Vielen vielen Dank und mit freundlichen Grüßen
    Marcus

  • #2
    AW: Kündigung in der Probezeit (Urlaub?)

    Wer solche Bekannte hat, darf sich selbst beglückwünschen.

    1. Probezeitverlängerung kann ohne Probleme unterschrieben werden, da sie nach 6 Monaten für den AN im Prinzip keine arbeitsrechtlichen Auswirkungen hat. Die verkürzte Probezeitkündigungsfrist von 2 Wochen aus dem § 622 Abs. 3 BGB ist längstens für 6 Monate anwendbar.

    Die 6 Monate dürften schon längst angelaufen sein, wenn Sei auch vor dem 1.6. dort gerabeitet haben. Wenn auch nicht fest - was immer das heisen mag.

    Dazu sei gesagt, dass ich vorher einige Monate NUR 400€ bei regulärer 40-Stunden-Woche bekam, und dafür aber gerne 60 Stunden die Woche gearbeitet habe, bis ich - wie gesagt - ihn zu einer Festanstellung überreden konnte.
    Das ist nach meiner Auffassung ein sittenwidriger Lohn! Was ist denn Ihrer Meinung nach die Definition einer Festanstellung?


    Wenn er mir am 21.11. die Kündigung vorlegt, dann müsste er, da ich ja dann noch in der Probezeit bin, eine Frist von 2 Wochen einhalten, und könnte mich frühestens zum 05.12. kündigen.
    Laut Gesetz ist dann der früheste Termin der 15.12. (man darf ja nur zum Ende des Monats oder zum 15. kündigen, soweit ich weiß).
    Wenn man sich innerhlab der ersten 6 Monate bewegen würde, dann wäre eine Kündigung zum 5.12. möglich. Sie irren mit Ihrer Auslegung zum 15. Das trifft nur auf die 4-wöchige Kündigungsfrist aus dem Abs. 1 des § 622 BGB zu.
    Aber wie gesagt, m.E. dürfte der AG bereits jetzt nur mit der 4-Wochen-frist kündigen und da wäre es fristgerechte Kündigung derzeit frühestens zum 31.12. möglich.

    Wieviel AN arbeiten in dem Betrieb und von wann bis wann waren sie ohne "Festanstellung" dort beschäftigt?

    auch wenn ich teilweise 10 bis 15 unbezahlte Überstunden in einer Woche gemacht
    Warum lassen Sie sich die Überstunden nicht bezahlen? Steht im Arbeitsvertrag etwas von ausschlussfristen? Wurden die Überstunden dokumentiert, sprich gibt es eine Aufzeichnung darüber?

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    • #3
      AW: Kündigung in der Probezeit (Urlaub?)

      Zitat von filter Beitrag anzeigen
      Wer solche Bekannte hat, darf sich selbst beglückwünschen.
      Wohl war... ich bin auch richtig happy hier reingerutscht zu sein...


      Zitat von filter Beitrag anzeigen
      1. Probezeitverlängerung kann ohne Probleme unterschrieben werden, da sie nach 6 Monaten für den AN im Prinzip keine arbeitsrechtlichen Auswirkungen hat.
      Das hätte ich mal vorher wissen sollen...
      Aber trotzdem geht es mir hier ums Prinzip, man kann ja nicht eine Fortführung des Arbeitsverhältnisses an einer Unterschrift unter einer Probezeitverlängerung festmachen.
      Das ist doch kein Kündigungsgrund.

      Gibt es noch andere Vorteile, die sich dem AG in der Probezeit ergeben?


      Zitat von filter Beitrag anzeigen
      Die 6 Monate dürften schon längst angelaufen sein, wenn Sei auch vor dem 1.6. dort gerabeitet haben. Wenn auch nicht fest - was immer das heisen mag.
      Wie gesagt war ich auf 400€-Basis beschäftigt und habe erst eine richtige Festanstellung (sprich Netto/Brutto-Lohn, bezahlte Krankenversicherung etc. und eben über 400€ ) bekommen in deren Vertrag erstmals die Rede von einer Probezeit war.


      Zitat von filter Beitrag anzeigen
      Das ist nach meiner Auffassung ein sittenwidriger Lohn! Was ist denn Ihrer Meinung nach die Definition einer Festanstellung?
      Ist es auch, deswegen habe ich ja dann den Mund aufgemacht. Das fand er im Grunde auch toll, dass ich mich traue ihm meine Meinung zu sagen und somit dachte ich ja auch, dass es absofort keine weiteren Probleme geben wird.


      Zitat von filter Beitrag anzeigen
      Wenn man sich innerhlab der ersten 6 Monate bewegen würde, dann wäre eine Kündigung zum 5.12. möglich. Sie irren mit Ihrer Auslegung zum 15. Das trifft nur auf die 4-wöchige Kündigungsfrist aus dem Abs. 1 des § 622 BGB zu.
      Das trifft auch zu, wenn der Kündigungstag außerhalb der Probezeit liegt (der 5.12. ist ja 5 Tage nach Ablauf)?

      Und zudem habe ich ja noch 15 Tage Urlaub (mit der Annahme, dass ich zum 5.12. ja über 6 Monate festangestellt war und somit 20 Urlaubstage habe), die muss ich noch abfeiern.


      Zitat von filter Beitrag anzeigen
      Aber wie gesagt, m.E. dürfte der AG bereits jetzt nur mit der 4-Wochen-frist kündigen und da wäre es fristgerechte Kündigung derzeit frühestens zum 31.12. möglich.
      Das wäre natürlich der Idealfall, wenn das stimmt, hätte ich noch genug Zeit mich umzusehen (was ich jetzt schon intensiv tue).


      Zitat von filter Beitrag anzeigen
      Wieviel AN arbeiten in dem Betrieb und von wann bis wann waren sie ohne "Festanstellung" dort beschäftigt?
      Da der Chef mehrere "Firmen" leitet kann ich nur sagen, dass in der Firma, in der ich arbeite, nur noch ein weiterer AN fest angestellt ist.
      Ich war von Mitte März bis Ende Mai auf 400€-Basis angestellt mit voller 40-Stunden-Wochen-Arbeitszeit (es wurden Versprechungen mit Provisionsbeteiligung etc. gemacht, aber da kam nie was, deswegen wollte ich ein richtiges Gehalt).


      Zitat von filter Beitrag anzeigen
      Warum lassen Sie sich die Überstunden nicht bezahlen? Steht im Arbeitsvertrag etwas von ausschlussfristen? Wurden die Überstunden dokumentiert, sprich gibt es eine Aufzeichnung darüber?
      Die Überstunden wurden nicht dokumentiert und im AV steht eine Satz vowegen der AN ist damit einverstanden gelegentlich Arbeitsmehraufwand ohne besondere Vergütung zu leisten (sinngemäß).

      Kommentar


      • #4
        AW: Kündigung in der Probezeit (Urlaub?)

        Gibt es noch andere Vorteile, die sich dem AG in der Probezeit ergeben?
        Keine Ahnung. Einige AG vereinbaren während der Probezeit ein geringeres Gehalt. Auch da gibt es gelegentlich Probleme, wenn die offizielle Probezeit sich ihrem Ende nähert.


        Das trifft auch zu, wenn der Kündigungstag außerhalb der Probezeit liegt (der 5.12. ist ja 5 Tage nach Ablauf)?
        Ja, das wäre so. Spielt bei Ihnen keine Rolle, die 6 Monate sind längst vorbei, da die Zeit der gerinfügigen Beschäftigung ohne Zweifel mit dazu gezählt wird.

        Zitat:
        Zitat von filter
        Das ist nach meiner Auffassung ein sittenwidriger Lohn! Was ist denn Ihrer Meinung nach die Definition einer Festanstellung?

        Ist es auch, deswegen habe ich ja dann den Mund aufgemacht. Das fand er im Grunde auch toll, dass ich mich traue ihm meine Meinung zu sagen und somit dachte ich ja auch, dass es absofort keine weiteren Probleme geben wird.
        Wenn im Arbeitsvertrag keine wirksamen Ausschlussfristen vereinbart sind, dann könnte man den entsprechenden Lohn bis zu 3 Jahre nachfordern (31.12.2014.

        Die Überstunden wurden nicht dokumentiert und im AV steht eine Satz vowegen der AN ist damit einverstanden gelegentlich Arbeitsmehraufwand ohne besondere Vergütung zu leisten (sinngemäß).
        Das ist dann leider Ihr Problem, wenn Sie die Stunden nicht genau dokumentieren. Die Klausel mit der "gelegentlichen Mehrarbeit ist bereits mit dem Gehalt abgegolten" ist in der Form mit ziemlicher Sicherheit unwirksam.

        Kommentar


        • #5
          AW: Kündigung in der Probezeit (Urlaub?)

          Zitat von filter Beitrag anzeigen
          Ja, das wäre so. Spielt bei Ihnen keine Rolle, die 6 Monate sind längst vorbei, da die Zeit der gerinfügigen Beschäftigung ohne Zweifel mit dazu gezählt wird.
          Habe im §622 BGB nicht mit Kündigungsfrist auf geringfügige Beschäftigung gefunden, bzw. wie das sich verhält, wenn sich die Anstellungsart ändert.
          Aber ich hoffe mal das stimmt so... gibts da Urteile dazu oder ein anderes besipiel?


          Zitat von filter Beitrag anzeigen
          Wenn im Arbeitsvertrag keine wirksamen Ausschlussfristen vereinbart sind, dann könnte man den entsprechenden Lohn bis zu 3 Jahre nachfordern
          du meinst die Differenz zwischen den 400€ und meinem jetzigen Nettolohn? für die Dauer der geringfügigen Beschäftigung?
          Was ist eine Ausschlussfrist? (sorry, bin da echt nicht so in der Materie)

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          • #6
            AW: Kündigung in der Probezeit (Urlaub?)

            Zitat von xysawq Beitrag anzeigen
            Habe im §622 BGB nicht mit Kündigungsfrist auf geringfügige Beschäftigung gefunden, bzw. wie das sich verhält, wenn sich die Anstellungsart ändert.
            Aber ich hoffe mal das stimmt so... gibts da Urteile dazu oder ein anderes besipiel?



            du meinst die Differenz zwischen den 400€ und meinem jetzigen Nettolohn? für die Dauer der geringfügigen Beschäftigung?
            Was ist eine Ausschlussfrist? (sorry, bin da echt nicht so in der Materie)
            Hallo, xysawq
            Häufig sind im AV=Arbeitsvertrag oder im TV= Tarifvertrag sog. Ausschluss/Verfallfisten vereinbarrt. Soll heißen, das die von der Ausschlussfrist erfassten Forderungen (z.B. drei Monate) nach Fälligkeit oder Beendigung des Arbeitsverhältnisses schriftlich geltend zu machen sind.Geschied dies nicht innerhalb der FRist, verfallen die Forderungen.
            Gruß FS
            In einem guten Wort ist Wärme für drei Winter!

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            • #7
              AW: Kündigung in der Probezeit (Urlaub?)

              Habe im §622 BGB nicht mit Kündigungsfrist auf geringfügige Beschäftigung gefunden, bzw. wie das sich verhält, wenn sich die Anstellungsart ändert.
              Aber ich hoffe mal das stimmt so... gibts da Urteile dazu oder ein anderes besipiel?
              Und was Schlussfolgern wir daraus? Richtig, auch geringfügig beschäftigte sind ganz normale Arbeitnehmer, bei den alle arbeitsrechtlichen Mindestregeln anzuwenden sind. Also Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, bezahlter Urlaub nach dem BUrlG, Kündigunsschutz (wenn kein Kleinbetrieb), Kündigungsfristen, usw.

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