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  • Fristlose Kündigung

    1. Ein Arbeitnehmer, befristet und in VZ beschäftigt, ist über mehrere Wochen krankgeschrieben und nimmt nach einigen Wochen der Arbeitsunfähigkeit und bei andauernder Arbeitsunfähigkeit an einer mehrtätigen Weiterbildungsveranstaltu ng teil (3h/Tag), angeblich nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt.

    2. Arbeitgeber erfährt von der Teilnahme an der Weiterbildung und stellt dem Arbeitnehmer eine fristlose Kündigung aus, mit mündlicher Begründung, dass die Kursteilnahme ein grobes Fehlverhalten gegenüber dem Arbeitgeber darstelle und das Vertrauen nachhaltig zerstört habe. Hintergrund: Für den identischen Kurs hatte der Arbeitnehmer mehrere Monate zuvor schon einmal Bildungsurlaub beantragt. Tatsächliche Kursanmeldung erfolgte kurz vor dem Kursbeginn und angeblich in Rücksprache mt dem behandelndem Arzt stattfand.

    3. Arbeitnehmer ist angeblich wegen Burnout-Syndrom/Depressionen krankgeschrieben und der Kurs stünde der Genesung nicht im Wege. Zudem diene der Kurs auch als eine Art Belastungstest.

    4. Nach Erhalt der Kündigung reicht Arbeitnehmer Kündigungsschutzklage ein, um eine ordentliche Kündigung zu erreichen.

    Fragen:
    Wie ist das Verhalten von Arbeitnehmer und Arbeitgeber einzuschätzen?
    Hat die Kündigungsschutzklage eine Chance auf Erfolg?

  • #2
    AW: Fristlose Kündigung

    Hallo

    Die Erfolgschancen werden stark davon abhängen, ob der Arzt "angeblich" grünes Licht gegeben hat oder "tatsächlich" grünes Licht gegeben hat.

    Ich nehme mal nicht an, daß der AG den MDK eingeschaltet hat...???

    Gruß,
    LeoLo
    Wer sich die Anwaltskosten für eine Beratung nicht leisten kann und keine Versicherung hat, die einspringt, hat die Möglichkeit, Beratungshilfe beim Amtsgericht am Wohnort zu beantragen (außer in Hamburg und Bremen). Eine fachanwaltliche Erstberatung kostet dann eine Selbstbeteiligung von derzeit 10,00 €. Der Rechtsanwalt erhält vom Gericht dann eine Pauschale für Beratung und ggf erste außergerichtliche Tätigkeiten. Im Falle eines Prozesses kann man wiederum Prozesskostenhilfe beantragen.

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    • #3
      AW: Fristlose Kündigung

      Zitat von Walli Beitrag anzeigen
      1. Ein Arbeitnehmer, befristet und in VZ beschäftigt, ist über mehrere Wochen krankgeschrieben und nimmt nach einigen Wochen der Arbeitsunfähigkeit und bei andauernder Arbeitsunfähigkeit an einer mehrtätigen Weiterbildungsveranstaltu ng teil (3h/Tag), angeblich nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt.

      2. Arbeitgeber erfährt von der Teilnahme an der Weiterbildung und stellt dem Arbeitnehmer eine fristlose Kündigung aus, mit mündlicher Begründung, dass die Kursteilnahme ein grobes Fehlverhalten gegenüber dem Arbeitgeber darstelle und das Vertrauen nachhaltig zerstört habe. Hintergrund: Für den identischen Kurs hatte der Arbeitnehmer mehrere Monate zuvor schon einmal Bildungsurlaub beantragt. Tatsächliche Kursanmeldung erfolgte kurz vor dem Kursbeginn und angeblich in Rücksprache mt dem behandelndem Arzt stattfand.

      3. Arbeitnehmer ist angeblich wegen Burnout-Syndrom/Depressionen krankgeschrieben und der Kurs stünde der Genesung nicht im Wege. Zudem diene der Kurs auch als eine Art Belastungstest.

      4. Nach Erhalt der Kündigung reicht Arbeitnehmer Kündigungsschutzklage ein, um eine ordentliche Kündigung zu erreichen.

      Fragen:
      Wie ist das Verhalten von Arbeitnehmer und Arbeitgeber einzuschätzen?
      Hat die Kündigungsschutzklage eine Chance auf Erfolg?
      Hallo,
      ein AU geschriebener AN ist nur verpflichtet, sich so zu verhalten, dass er möglichst bald wieder gesund wird; er hat demzufolge alles zu unterlassen, was seine Genesung verzögern könnte. Für eine Kündigung ist daher Voraussetzung ein Verhalten des AN`s, das eine Verlängerung der Krankheitszeit durch nicht krankheitsgemäßes Verhalten verursacht haben könnte.
      GB
      Motto: „Lohn- und Arbeitsbedingungen sind nicht das Ergebnis von Billigkeitserwägungen, sondern der Ausdruck realer Machtverhältnisse. Nicht nach Recht und Gerechtigkeit füllt die Entscheidung darüber, ob die Löhne steigen oder fallen, ob Acht- oder
      Zehnstundenarbeitstag; alle Diskussionen darüber, ob das eine oder andere jeweils richtig und angemessen sei, sind nutzlos, der Stärkere setzt seinen Standpunkt durch.“
      Dr. Ernst Heller
      12. November 1925 im Unternehmerorgan „Das Holz“.

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      • #4
        AW: Fristlose Kündigung

        Zitat von Brummbär Beitrag anzeigen
        Hallo,
        ein AU geschriebener AN ist nur verpflichtet, sich so zu verhalten, dass er möglichst bald wieder gesund wird; er hat demzufolge alles zu unterlassen, was seine Genesung verzögern könnte. Für eine Kündigung ist daher Voraussetzung ein Verhalten des AN`s, das eine Verlängerung der Krankheitszeit durch nicht krankheitsgemäßes Verhalten verursacht haben könnte.
        GB
        Hallo Brummbär, vielen Dank für die Antwort. Klingt, als ob es dann davon abhängt, ob das Verhalten des AN als krankheitsgemäß bewertet wird. Obliegt das dem behandelnden Arzt? Ist ein entsprechendes Attest dem Arbeitgeber auszuhändigen und/oder zu einem Gütetermin mitzubringen? Oder wird eine ärztliche Stellungsnahme erst bei einem Kammertermin relevant?

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        • #5
          AW: Fristlose Kündigung

          Zitat von LeoLo Beitrag anzeigen
          Hallo

          Die Erfolgschancen werden stark davon abhängen, ob der Arzt "angeblich" grünes Licht gegeben hat oder "tatsächlich" grünes Licht gegeben hat.

          Ich nehme mal nicht an, daß der AG den MDK eingeschaltet hat...???

          Gruß,
          LeoLo
          Hi LeoLo, bislang wurde kein MDK eingeschaltet. Habe grad bei Brummbärs Antwort zum Thema schon gefragt, wann und wie AN das gründe Licht nachweisen müsste - Attest bei Gütetermin? Direkt an AG im Vorfeld des Gütetermins? Erst mündlich bei Gütetermin und schriftlich ggf. bei einem Kammertermin?

          Gruß
          Walli

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          • #6
            AW: Fristlose Kündigung

            Zitat von Walli Beitrag anzeigen
            Hi LeoLo, bislang wurde kein MDK eingeschaltet. Habe grad bei Brummbärs Antwort zum Thema schon gefragt, wann und wie AN das gründe Licht nachweisen müsste - Attest bei Gütetermin? Direkt an AG im Vorfeld des Gütetermins? Erst mündlich bei Gütetermin und schriftlich ggf. bei einem Kammertermin?

            Gruß
            Walli
            Der Beweis über eine bestehende Arbeitsunfähigkeit obliegt zunächst dem AN. Diesen kann er mit einem ärztlichen Attest (AU-Bescheinigung) erfüllen.

            Wenn der AG Zweifel an der bestehenden Arbeitsunfähigkeit hat, dann muß er zunächst den Beweiswert des ärztlichen Attests erschüttern. Dies kann beispielsweise durch eine abweichende Diagnose des MDK geschehen oder auch durch schlüssigen Sachvortrag, wonach der AN während der AU Dinge verrichtet hat, die er bei tatsächlich vorliegender AU nicht hätte machen können (Beispielsweise ein Maurer, der während der AU das Haus seines Schwagers hochzieht).

            Ob ein wegen Burn-Out/Depressionen krankgeschriebener AN zwar einen Lehrgang besuchen, aber dennoch nicht seiner eigentlichen ASrbeit nachgehen kann, hängt natürlich von der Art seiner Arbeit und ganz wesentlich von der Einschätzung des behandelnden Arztes ab. Sollte im Streitfall ein Richter durch die Teilnahme am Lehrgang den Beweiswert der AU-Bescheinigung als erschüttert ansehen, wird er dem AN auferlegen, weitere Tatsachen unter Beweisantritt vorzutragen, die für eine tatsächlich bestandene AU sprechen. Im schlimmsten Fall wird der AN dann seinen Arzt von der Schweigepflicht entbinden müssen.

            Sollte sich der AG dagegen nur darauf berufen wollen, daß der AN durch den Lehrgang seine Genesung verzögert hat, wäre er dafür darlungs- und beweislastig. Dies könnte er durch die Aufstellung der bloßen Behauptung und dem Beweisangebot mittels eines Sachverständigengutachten s tun. Falls der Richter die bloße Behauptung nicht gleich abschmettert, wird er einen entsprechenden Sachverständigen (Arzt) mit der Beweiserhebung beauftragen. Die Zeche und damit den Sachverständigen zahlt dann der Unterlegene. Sollte der Sachverständige zu dem Ergebnis kommen, daß die Genesung tatsächlich verzögert wurde, kann der AN immer noch argumentieren, daß sein behandelnder Arzt ihm Gegenteiliges mitgeteilt hat und er der Einschätzung des Fachmannes wohl vertrauen durfte. Dies müßte er notfalls beweisen, was er durch die Aussage seines Arztes tun könnte.

            Klaus II
            Zuletzt geändert von Klaus II; 12.08.2010, 09:55.

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            • #7
              AW: Fristlose Kündigung

              Hallo Klaus II

              *pfiff*

              eine nahezu wissenschaftliche Abhandlung...

              Da sieht man mal wieder: alte BwC-Schule.

              Gruß,
              LeoLo
              Wer sich die Anwaltskosten für eine Beratung nicht leisten kann und keine Versicherung hat, die einspringt, hat die Möglichkeit, Beratungshilfe beim Amtsgericht am Wohnort zu beantragen (außer in Hamburg und Bremen). Eine fachanwaltliche Erstberatung kostet dann eine Selbstbeteiligung von derzeit 10,00 €. Der Rechtsanwalt erhält vom Gericht dann eine Pauschale für Beratung und ggf erste außergerichtliche Tätigkeiten. Im Falle eines Prozesses kann man wiederum Prozesskostenhilfe beantragen.

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              • #8
                AW: Fristlose Kündigung

                Zitat von LeoLo Beitrag anzeigen
                Da sieht man mal wieder: alte BwC-Schule.
                Ach ja, was mag nur aus ihr geworden sein?

                *seufz*
                Klaus II

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                • #9
                  AW: Fristlose Kündigung

                  Hallo Klaus II

                  http://schulen.kreis-wtm.de/kgs/www/...hmiedeberg.jpg

                  Gruß,
                  LeoLo
                  Wer sich die Anwaltskosten für eine Beratung nicht leisten kann und keine Versicherung hat, die einspringt, hat die Möglichkeit, Beratungshilfe beim Amtsgericht am Wohnort zu beantragen (außer in Hamburg und Bremen). Eine fachanwaltliche Erstberatung kostet dann eine Selbstbeteiligung von derzeit 10,00 €. Der Rechtsanwalt erhält vom Gericht dann eine Pauschale für Beratung und ggf erste außergerichtliche Tätigkeiten. Im Falle eines Prozesses kann man wiederum Prozesskostenhilfe beantragen.

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                  • #10
                    AW: Fristlose Kündigung

                    Zitat von LeoLo Beitrag anzeigen
                    *lautaufschluchzundzumTas chentuchgreif*
                    Klaus II

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