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Chef verlangt viele Überstunden oder will Weihnachtsurlaub streichen

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  • Chef verlangt viele Überstunden oder will Weihnachtsurlaub streichen

    Hallo zusammen,

    Ich arbeite in einer kleinen GmbH mit 8 Mitarbeitern.
    Vor Weihnachten bekommen wir normalerweise viel Arbeit, aber dieses Jahr hat unser Chef ein sehr großes Arbeitspensum von vielen verschiedenen Kunden angenommen. Bis zu einem Punkt, an dem wir bereits wissen, dass dies nicht machbar seien wird, bevor unser Weihnachts-Betriebsurlaub beginnt. Er stellt auch Freelancer/Freiberufler an, um zu helfen, aber das verringert die Arbeitsbelastung nicht genügend, da wir zu unseren normalen Aufgaben nun auch noch diese Personen managen müssen.
    Unser Weihnachts-Urlaub soll vom 20.12.21 bis 31.12.12 statt finden und dies ist seit mehreren Monaten von der Firma festgelegt worden.

    Heute hat unser Chef eine E-Mail gesendet, dass wir ab sofort 10-12 Stunden am Tag plus 8h am Samstag oder 8h am Sonntag arbeiten sollen. Er sagt er weist dies an, damit wir nicht eventuell in unserem Weihnachts-Urlaub doch arbeiten müssen.

    Daher würde ich nun gerne wissen:
    Wie viele Überstunden dürfen in einer solchen Situation legal verlangt werden?
    Inwieweit darf er vorher vereinbarte Urlaubstage ändern und uns stattdessen arbeiten lassen? (Einige Kollegen haben schon Flüge für Weihnachten)
    Außerdem inwieweit darf er nach unseren persönlichen Terminen und Anlässen fragen, wenn wir diese an bestimmten Tagen nach der Arbeit schon vereinbart haben und sie sich mit den Überstunden überlappen?

    Links zu entsprechenden Stellen im Arbeitsrecht wären auch sehr hilfreich, damit unsere Argumente noch ein wenig Schlagkraft bekommen.

    Vielen Dank und Gruß
    Johannes

  • #2
    Zitat von johannes_m Beitrag anzeigen

    Daher würde ich nun gerne wissen:
    Wie viele Überstunden dürfen in einer solchen Situation legal verlangt werden?
    Das kommt darauf an was vertraglich vereinbart ist.
    Max. zulässig nach Gesetz sind 60h die Woche.

    Sonntagsarbeit ist nur erlaubt wenn der AG ne Genehmigung der Behörde hat. Die bekommen aber nur
    Betriebe in der Sonntagsarbeit auch wirklich nötig ist, weil z..b. die Maschinen immer durchlaufen müssen, z.b. in einem Kraftwerk das immer läuft oder ein Sicherheitsbetrieb, wo die Leute halt auch am Sonntag was bewachen müssen. Bei Tätigkeiten die man nicht auch an einem Werktag machen könnte, sondern die nur Sonntag gehen.

    Zitat von johannes_m Beitrag anzeigen
    Inwieweit darf er vorher vereinbarte Urlaubstage ändern und uns stattdessen arbeiten lassen? (Einige Kollegen haben schon Flüge für Weihnachten)
    Das kommt darauf an wie sicher diese Festlegung auf den Betriebsurlaub 2021 schon war.

    Wobei man auch z.b. argumentieren kann, in der Vergangenheit war das immer so:
    Der AG hat ne Mail geschrieben: "Betriebsferien sind um Weihnachten" und das wurde dann auch sicher so durchgeführt. Das nennt sich betriebliche Übung.

    Der AG kann dann nicht einseitig den Urlaub wieder streichen.

    Es ginge nur wenn die Leute das freiwillig machen und dann müsste der AG evtl. anfallende Stornokosten bezahlen.

    Zitat von johannes_m Beitrag anzeigen

    Außerdem inwieweit darf er nach unseren persönlichen Terminen und Anlässen fragen, wenn wir diese an bestimmten Tagen nach der Arbeit schon vereinbart haben und sie sich mit den Überstunden überlappen?
    Fragen darf er, antworten muss man nicht.



    Kommentar


    • #3
      Zitat von johannes_m Beitrag anzeigen
      Ich arbeite in einer kleinen GmbH mit 8 Mitarbeitern.
      Hallo,

      aufgrund der Betriebsgröße gilt der Schutz des Kündigungsschutzgesetzes in dieser Firma nicht. Wenn dem Chef dein Verhalten nicht passt, könnte er dich also ohne größere Probleme fristgerecht kündigen - es sei denn, dass nachvollziehbare Anhaltspunkte für einen Verstoß gegen das Maßregelungsverbot (§ 612 a BGB) vorliegen.

      Heute hat unser Chef eine E-Mail gesendet, dass wir ab sofort 10-12 Stunden am Tag
      Die höchstzulässige tägliche Arbeitszeit liegt bei zehn Stunden (§ 3 ArbZG). Mehr ist nicht erlaubt.

      plus 8h am Samstag oder 8h am Sonntag arbeiten sollen
      Ebenfalls aus § 3 ArbZG ergibt sich eine zulässige wöchentliche Arbeitszeit von maximal 60 Stunden (6 Werktage x 10 Stunden). Am Sonntag herrscht ein absolutes Arbeitsverbot (§ 9 ArbZG), sofern nicht eine Ausnahme nach § 10 ArbZG (siehe auch die Ausführungen von matthias) gegeben ist.

      Außerdem inwieweit darf er nach unseren persönlichen Terminen und Anlässen fragen, wenn wir diese an bestimmten Tagen nach der Arbeit schon vereinbart haben und sie sich mit den Überstunden überlappen?
      Grundsätzlich kann ein Arbeitgeber Überstunden anordnen, wenn diese Möglichkeit arbeits- oder tarifvertraglich vereinbart ist oder ein entsprechender Notstand (z.B. Flutkatastrophe) vorliegt. Dieser Überstundenanordnung musst du dann nachkommen. Sofern es Gründe gibt, die aus deiner Sicht gegen die Ableistung der Überstunden sprechen, muss der AG die betrieblichen und die privaten Gründe gegeneinander abwägen und eine Ermessensentscheidung treffen. Eine Abwägung ist natürlich nur dann sinnvoll möglich, wenn ihm die privaten Gründe bekannt gegeben werden. Kennt er die nicht, wird seine Ermessensentscheidung naturgemäß immer zugunsten den ihm bekannten betrieblichen Gründen ausfallen.

      Gruß,
      werner

      Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
      Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

      Kommentar


      • #4
        Zitat von werner h. Beitrag anzeigen
        Hallo,

        aufgrund der Betriebsgröße gilt der Schutz des Kündigungsschutzgesetzes in dieser Firma nicht. Wenn dem Chef dein Verhalten nicht passt, könnte er dich also ohne größere Probleme fristgerecht kündigen -
        Du hast natürlich Recht Werner <ironie on> aber das wäre aus Sicht des AGs der verzweifelt Personal sucht und der weiß dass auch andere AG verzweifelt Personal suchen eine sicher sehr sinnvolle Strategie </ironie off>

        Aber wie gesagt, es zu wissen und zu bedenken ist sinnvoll!!!!! Ich konnte mir die Anmerkung aber nicht verkneifen. ;-)

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