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Postzustellung als Verwaltungsfachangestellter?

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  • Postzustellung als Verwaltungsfachangestellter?

    Ich bin Verwaltungsfachangestellt er bei einer Stadtverwaltung.
    Wir haben monatlich Einladungen zu versenden, die zu einer bestimmten Frist beim Empfänger eingehen müssen.
    Eine rechtzeitige Zustellung durch die Post ist oft nicht möglich, da die Unterlagen zu spät fertiggestellt werden.
    Statt die Arbeitsabläufe so zu organisieren, dass rechtzeitig versendet wird, heißts dann einfach "Fahren Sie raus und werfen Sie die Pakete in die Briefkästen".
    Gehört Paketzustellung zu meinen Aufgaben als Verwaltungsfachangestellt er? In meiner Stellenbeschreibung steht jedenfalls nichts davon und soweit ich weiß, ist die ausschlaggebend.

    Schöne Grüße
    Amon
    Zuletzt geändert von Amon; 25.11.2021, 09:05.

  • #2
    In der Stellenbeschreibung muss dazu nicht ausdrücklich das Wort "Paketzustellung" vorkommen.

    "Übermittlung von Informationen an die Mitglieder des Gemeinderates" könnte auch mal beinhalten, dass man dazu hinfahren muss. Und da sind etliche weitere Beispiele denkbar.

    Außerdem ist eine Stellenbeschreibung meist nicht Teil des Vertrages, sondern eine Dienstanweisung - kann also schnell geändert werden.

    E.D.

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    • #3
      Zitat von Amon Beitrag anzeigen
      In meiner Stellenbeschreibung steht jedenfalls nichts davon und soweit ich weiß, ist die ausschlaggebend.
      Hallo,

      wenn ich solchen Aussagen höre, könnte ich immer wieder wutschäumend in die Tischkante beißen. Das ist der Grund dafür, dass ich es in meinen Verantwortungsbereichen tunlichst vermeide, Stellenbeschreibungen zu erstellen.

      Eine Stellenbeschreibung spiegelt den Ist-Zustand wider, der zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Beschreibung besteht. Naturgemäß unterliegt jede Stelle im Laufe der Zeit einem Wandel. Wer vor 40 Jahren in der Kämmerei mit einer elektrischen Rechenmaschine, Bleistift und Radiergummi angefangen hat, wird heute nicht sagen können "das Bedienen eines Computers steht nicht in meiner Stellenbeschreibung".

      Natürlich enthält eine Stellenbeschreibung nicht eine ausführliche Beschreibung aller einzelnen Vorgänge bis zum letzten Handschlag. Wie E.D. bereits sagt, geht es in der Beschreibung erst einmal um das große Ganze. Und theoretisch müssten Stellenbeschreibungen in einer agilen Verwaltung ständig auf den neuesten Stand gebracht werden - was in der Regel allerdings leider nie funktioniert und dann zu solchen Aussagen führt, wie sie von dir getätigt werden. Wenn das nicht in deiner Stellenbeschreibung steht, schreibt man es nun eben hinein und fertig ...

      Ich bin Verwaltungsfachangestellt er bei einer Stadtverwaltung.
      Und als solches hat dein Dienstherr ein weitgehendes Direktionsrecht, was deine täglichen Aufgaben betrifft.

      Wir haben monatlich Einladungen zu versenden, die zu einer bestimmten Frist beim Empfänger eingehen müssen.
      Eine rechtzeitige Zustellung durch die Post ist oft nicht möglich, da die Unterlagen zu spät fertiggestellt werden.
      Statt die Arbeitsabläufe so zu organisieren, dass rechtzeitig versendet wird, heißts dann einfach "Fahren Sie raus und werfen Sie die Pakete in die Briefkästen".
      Gehört Paketzustellung zu meinen Aufgaben als Verwaltungsfachangestellt er?
      Wenn du ein*e hoch eingruppierte*r Mitarbeiter*in bist, und durch diesen Einladungsversand tagtäglich nur noch als Amtsbot*in unterwegs bist, würde das meinem Empfinden nach nicht mehr zu deinen Aufgaben gehören. Handelt es sich dagegen nur um eine gelegentliche Tätigkeit, dann eher schon.

      heißts dann einfach "Fahren Sie raus und werfen Sie die Pakete in die Briefkästen".
      Hier stellt sich natürlich die Frage: Rausfahren mit dem Dienstfahrzeug oder dem Privatfahrzeug? Der Einsatz eines privaten Fahrzeugs kann von dir nicht zwingend verlangt werden. Steht ein Dienstfahrzeug zur Verfügung, wäre das kein Problem.

      Oder ihr organisiert das so, dass für solche Fahrten ein Kurierdienst eingesetzt wird. Die Kosten werden der verursachenden Kostenstelle in Rechnung gestellt und die Kostenstellenverantwortli chen müssen sich dafür irgendwann rechtfertigen. Natürlich kann ein Kurierdienst nicht auf eigene Initiative beauftragt werden, sondern nur in Absprache mit dem*der Dienstvorgesetzten. Da stellt sich dann auch die Frage, was teurer ist: Der Kurierdienst oder deine Arbeitszeit mit Fahrtkosten.

      Gruß,
      werner
      Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
      Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

      Kommentar


      • #4
        In der Stellenbeschreibung muss dazu nicht ausdrücklich das Wort "Paketzustellung" vorkommen.

        "Übermittlung von Informationen an die Mitglieder des Gemeinderates" könnte auch mal beinhalten, dass man dazu hinfahren muss. Und da sind etliche weitere Beispiele denkbar
        Stimmt.
        Hab nochmal nachgeschaut. Bei mir steht: "Zusammenstellung, Kontrolle und Versand der Unterlagen". Ob "Versand" auch "Zustellung" beinhaltet, wäre dann die Frage. Bauchgefühl sagt nein.

        Außerdem ist eine Stellenbeschreibung meist nicht Teil des Vertrages, sondern eine Dienstanweisung - kann also schnell geändert werden.
        Das kenne ich anders. Der Arbeitgeber kann nicht einseitig Stellenbeschreibungen ändern. Daher können auch nicht einfach neue Aufgaben(gebiete) zugewiesen werden.

        wenn ich solchen Aussagen höre, könnte ich immer wieder wutschäumend in die Tischkante beißen.
        Guten Appetit. Ich bin hingegen immer froh, wenn Arbeitnehmer vor willkürlichen Arbeitgebern geschützt werden.

        "das Bedienen eines Computers steht nicht in meiner Stellenbeschreibung"
        Deswegen ja auch "Buchen von Kassenanweisungen" und nicht "Buchen von Kassenanweisungen mit der Schreibmaschine".

        Natürlich enthält eine Stellenbeschreibung nicht eine ausführliche Beschreibung aller einzelnen Vorgänge bis zum letzten Handschlag
        Richtig, aber meiner Meinung nach ist Postzustellung eine von verwaltungstypischen Arbeiten so grundlegend verschiedene Tätigkeit, dass sie in der Arbeitsplatzbeschreibung konkret aufgeführt zu sein hat. So sind auch z.B. zu allgemein gehaltene Formulierungen wie "allgemeine Verwaltungsaufgaben" in der Stellenbeschreibung rechtswidrig.

        Oder ihr organisiert das so, dass für solche Fahrten ein Kurierdienst eingesetzt wird.
        Unser Hauptamt hat einen hauseigenen Botendienst, aber der sagt einfach "Kann nicht, keine Zeit".
        Zuletzt geändert von Amon; 25.11.2021, 13:12.

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        • #5
          In den üblichen Arbeitsverträgen im öffentlichen Dienst wird die Möglichkeit gelassen einseitig vom Arbeitgeber andere Aufgaben zu übertragen soweit sich dadurch die Eingruppierung nicht ändert. Wenn es also keine hohen Zeitanteile sind wird der Arbeitgeber diese Aufgabe dir zuweisen.

          Den Privatwagen wird man regelmäßig nicht nutzen müssen.

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          • #6
            Ich arbeite in einer Tätigkeit, die im öffentlichen Dienst der 4. Qualifikationsebene entspricht. Dass ich trotzdem auch mal etwas fotokopiere seh ich als kein großes Problem. Und es kam auch schon vor, dass ich Sachen weil es ganz eilig war und ich auf keinen Fall einen Termin verpassen wollte selbst zur Post, zu einer Behörde oder einem Gericht gebracht habe.

            Ein Verwaltungsfachangestellt er ist 2. Qualifikationsebene, und die 1. Ebene gibt es fast nicht mehr ...

            Problematisch würde es, wenn das mehr als die Hälfte der Arbeitszeit ausmacht, dann könnte es Folgen für die Eingruppierung haben (§ 12 TVöD).

            Die Argumentation mit der Stellenbeschreibung greift nur, wenn diese wirklich als Teil des Arbeitsvertrages gilt und es auch so formuliert ist, dass nichts anderes möglich ist. Nach den Verträgen die ich aus dem ö.D. kenne, wäre das sehr unwahrscheinlich.

            Wenn der Arbeitgeber keinen Dienstwagen stellen kann, bleibt noch behördeneigener Fuhrpark, ÖPNV oder Taxi.

            Dass man für bestimmte Dokumente keinen privaten Kurierdienst nimmt, ist verständlich. Die Sitzungsvorlagen für Gemeinderatsmitglieder enthalten z.B. oft Unterlagen für den nichtöffentlichen Teil der Sitzung, die besonderer Vertraulichkeit unterliegen.

            Falls es um Bayern geht, verweise ich mal auf eine Vorschrift aus der Verfassung (gibt es in anderen Ländern vielleicht auch):

            Art. 168
            (1) Jede ehrliche Arbeit hat den gleichen sittlichen Wert und Anspruch auf angemessenes Entgelt.
            "Botendienste" sind also nichts, weshalb man sich schämen müsste.

            E.D.

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            • #7
              Gut geschrieben E.D.

              Mir wurde mal plakativ in einer Rechtsberatung gesagt, jeder auch Akademiker müssen, wenn Not am Mann/Frau wäre, auch z.b. Schnee schippen.

              Und wie auch schon gesagt ist die Stellenbeschreibung nicht Teil des Vertrages und kann natürlich geändert werden.

              Eine Stellenbeschreibung ist ja immer auch Teil des Geschäftsverteilungsplane s. Und der hat mit den Aufgaben zu tun und nicht mit den real vorhandenen Mitarbeiter. Der Mitarbeiter füllt nur mehr oder weniger zufällig genau diese Stelle aus.
              Man will ja auch nicht, dass man fiele die Stelle weg direkt gekündigt bekäme. Wäre eine Kollegin oder Kollege nur für genaus diese Stelle eingestellt und fällt die weg, wäre er nach KSchG ja mit niemand anderen vergleichbar und es müsste bei einer betriebsbedingten Kü. nicht mal eine Sozialauswahl durchgeführt werden.
              Von daher ist die universelle Einsetzbarkeit z.b. als Verwaltungsangestellte sogar ein großer Vorteil
              Das hat halt auch Nachteile, dass einem viele Aufgaben zugewiesen werden können und man nicht verlangen kann 40 Jahre dasselbe zu machen.

              Tätigkeiten können neu zugewiesen werden und viele Kolleginnen und Kollegen sträuben sich auch meist nicht dagegen höherwertige Tätigkeiten zugewiesen zu bekommen, denn damit können sie evtl irgendwann ne Höhergruppierung erreichen.

              Das Ganze geht aber auch in die andere Richtung, das vergessen viele*. Genauso wie auch per TV das Gehalt sinken könnte.

              *Wobei wie oben schon geschrieben wurde wenn man z.b. nach EG6 eingestellt ist, man nicht mehr als 50% der Tätigkeiten aus EG2 zugewiesen werden kann. Das wäre schon ein Grund dagegen vorzugehen.

              Mal ne Stunde in der Woche Briefe zustellen oder wie E.D. ja sagte am Kopierer stehen (mach ich auch als Ing. selber), das gehört dazu und dagegen kann man nichts machen.

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