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Welche Rechte habe ich wenn Arbeitgeber mich nicht angemeldet?

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  • Welche Rechte habe ich wenn Arbeitgeber mich nicht angemeldet?

    Ich bin Studentin und habe vom September 2020-März 2021 als Bürohilfe bei einem E-Bike Verleih gearbeitet und im Durchschnitt monatlich 380€ verdient. Der Besitzer hat es immer vor sich hergeschoben mich anzumelden und wollte mich als freier Mitarbeiter anmelden. Ich besitze keinen Gewerbeschein und hatte nie vor selbstständig zu werden. Ihm ging es darum zu sparen. Im März habe ich endlich aufgehört und er zahlt mir mein letztes Gehalt nicht, solange er mich nicht angemeldet hat. Mir liegt immer noch kein Vertrag vor. Er ist der Meinung, dass er bei einem Minijobvertrag 700€ Abgaben für mich nachzahlen müsste. Das will er nicht machen und meint wir hatten ja etwas anderes besprochen, das mit dem freien Mitarbeiter...Nun ist sein Vorschlag, dass wir die 700€ durch zwei Teilen nach Minijobanmeldung. Mein letztes Gehalt sind 318€ und ich schulde ihm jetzt also noch 32€.
    Ich habe Angst zum Finanzamt zu gehen, da ich theoretisch in der Zeit schwarz gearbeitet habe und Angst vor einer hohen Strafe habe. Was kann ich in meiner Situation tun?

  • #2
    Der AG kann es sich nicht aussuchen ob er dich als freie Mitarbeiterin oder als grundsätzlich solzialversicherungspflic htig beschäftigt.
    Ein normaler Bürojob wo man weisungsgebunden ist, im Büro nach festgelegten Zeiten usw arbeitet ist sozialversicherungspflich tig und kein Job der über Gewerbeschein ginge.

    Hattet ihr einen schriftlichen Vertrag?
    Hast du jemals ne schriftliche Abrechnung bekommen?
    Wurde dein Gehalt überwiesen?

    Im übrigen hast du in meien Augen nicht schwarz gearbeitet, der AG hat dich nicht angemdelde und das ist seine Schuld.

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    • #3
      Zitat von Julia183 Beitrag anzeigen
      ... Nun ist sein Vorschlag, dass wir die 700€ durch zwei Teilen nach Minijobanmeldung. Mein letztes Gehalt sind 318€ und ich schulde ihm jetzt also noch 32€.
      Ich habe Angst zum Finanzamt zu gehen, da ich theoretisch in der Zeit schwarz gearbeitet habe und Angst vor einer hohen Strafe habe. Was kann ich in meiner Situation tun?
      Hallo,

      in dieser Situation musst du nicht zum Finanzamt, sondern zum Arbeitsgericht. Dort kannst du eine Zahlungsklage einreichen. Das geht auch ohne anwaltliche Vertretung, falls du keinen Rechtsschutz hast. Die Arbeitsgerichte stellen dazu häufig vorgefertigte Formulare zur Verfügung. Dabei musst du genau beziffern, welchen Anspruch du (der Höhe nach) geltend machst.

      Bevor du die Klage erhebst, kannst du deinem Ex-Arbeitgeber natürlich nochmals verdeutlichen, dass du seine Meinung nicht teilst und dich zur Klage genötigt siehst, wenn er dir das Geld nicht freiwillig zahlt.

      Ich bin Studentin
      Manchmal bieten die Studierendenwerke oder die AStAs eine Rechtsberatung an. Vielleicht wird dir auch dort geholfen.

      Gruß,
      werner
      Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
      Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

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      • #4
        Zuständig für die Anmeldung ist die Minijobzentrale der Bundesknappschaft. Beiträge dürfen nicht abgezogen werden, höchstens 2 % Lohnsteuer (auch das über die Minijobzentrale).

        Das Arbeitsgericht dann, wenn die Gehaltszahlung weiter ausbleibt, man könnte vorher noch mal mahnen mit kurzer Frist (aber evtl. Ausschlussfristen beachten, der Anspruch könnte nächste Woche verfallen).

        E.D.

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        • #5
          Zitat von E.D. Beitrag anzeigen
          ...(aber evtl. Ausschlussfristen beachten, der Anspruch könnte nächste Woche verfallen).
          Wenn Ausschlussfristen vereinbart wurden, könnte das in der Tat passieren. Aber:
          Mir liegt immer noch kein Vertrag vor.
          Es dürfte dem AG schwerfallen, schlüssig zu beweisen, dass Ausschlussfristen vereinbart wurden. Umso mehr, als dass er davon ausgehen wollte, dass gar kein Arbeitsverhältnis vorliegt.
          Dennoch
          mit kurzer Frist
          gibt es keinen Grund, noch lange zuzuwarten. Der AG hat seine Sichtweise bekannt gegeben und wird das ausstehende Gehalt nicht freiwillig zahlen wollen.
          Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
          Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

          Kommentar


          • #6
            Zitat von matthias Beitrag anzeigen
            Der AG kann es sich nicht aussuchen ob er dich als freie Mitarbeiterin oder als grundsätzlich solzialversicherungspflic htig beschäftigt.
            Ein normaler Bürojob wo man weisungsgebunden ist, im Büro nach festgelegten Zeiten usw arbeitet ist sozialversicherungspflich tig und kein Job der über Gewerbeschein ginge.

            Hattet ihr einen schriftlichen Vertrag?
            Hast du jemals ne schriftliche Abrechnung bekommen?
            Wurde dein Gehalt überwiesen?

            Im übrigen hast du in meien Augen nicht schwarz gearbeitet, der AG hat dich nicht angemdelde und das ist seine Schuld.
            Es gab keinen schriftlichen Vertrag, da er erst noch seinen Steuerberater wegen dem Vertrag über freie Mitarbeit fragen wollte und das hat sich ewig gezogen. Eine schriftliche Abrechnung habe ich nie erhalten, das Geld wurde vom Geschäftskonto überwiesen. Meine Stundenzahl hatte ich über Whatsapp mitgeteilt. Ich weiß nicht in wieweit Whatsapp Gespräch als Beweismittel gelten, jedoch hätte ich da einiges zu bieten. Z.B. wo er von mir verlangt, ihm die Hälfte der Abgaben, die der Arbeitgeber leisten muss, zu bezahlen.

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            • #7
              Zitat von werner h. Beitrag anzeigen
              Hallo,

              in dieser Situation musst du nicht zum Finanzamt, sondern zum Arbeitsgericht. Dort kannst du eine Zahlungsklage einreichen. Das geht auch ohne anwaltliche Vertretung, falls du keinen Rechtsschutz hast. Die Arbeitsgerichte stellen dazu häufig vorgefertigte Formulare zur Verfügung. Dabei musst du genau beziffern, welchen Anspruch du (der Höhe nach) geltend machst.

              Bevor du die Klage erhebst, kannst du deinem Ex-Arbeitgeber natürlich nochmals verdeutlichen, dass du seine Meinung nicht teilst und dich zur Klage genötigt siehst, wenn er dir das Geld nicht freiwillig zahlt.


              Manchmal bieten die Studierendenwerke oder die AStAs eine Rechtsberatung an. Vielleicht wird dir auch dort geholfen.

              Gruß,
              werner
              Hallo,
              vielen Dank für die Antwort.
              Eine Rechtschutzversicherung mit Selbstbeteiligung habe ich. Meine Überlegung hierbei war nur, ob es sich wegen 318€ wirklich lohnt, die Selbstbeteiligung zu zahlen und so ein großes Fass aufzumachen. Natürlich möchte ich das nicht auf mir sitzen lassen. Jedoch besteht meiner Meinung nach noch die Gefahr, selbst eine Strafe zu kassieren, da ich theoretisch schon früher hätte handeln können oder ohne Vertrag hätte gar nicht arbeiten dürfen. Soviel ich weiß kann ich Minijobvertrag sogar bis zu 6 Monate rückwirkend aufsetzt werden. Also für Jan, Feb und März diesen Jahres könnte er mich noch problemlos bis Ende diesen Monats anmelden. Die Sache ist eher, wie negativ sich der zeitliche Faktor nun für mich auswirkt.

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              • #8
                Zitat von E.D. Beitrag anzeigen
                Zuständig für die Anmeldung ist die Minijobzentrale der Bundesknappschaft. Beiträge dürfen nicht abgezogen werden, höchstens 2 % Lohnsteuer (auch das über die Minijobzentrale).

                Das Arbeitsgericht dann, wenn die Gehaltszahlung weiter ausbleibt, man könnte vorher noch mal mahnen mit kurzer Frist (aber evtl. Ausschlussfristen beachten, der Anspruch könnte nächste Woche verfallen).

                E.D.
                Wie sieht eine kurze Frist aus? Am Besten per Post per Einschreiben oder geht das auch per E-Mail?
                Was ist eine Abschlussfrist und warum könnte diese verfallen? Das ist mir leider nicht klar.

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                • #9
                  Zitat von Julia183 Beitrag anzeigen

                  Was ist eine Abschlussfrist und warum könnte diese verfallen? Das ist mir leider nicht klar.
                  Für Arbeitsverträge gelten nach BGB Verjährungsfristen von 3 Jahren. Wenn der AG z.b. mal nicht zahlt, kann man das Gehalt 3 Jahre nachfordern.

                  In vielen Arbeitsverträgen werden aber kürzere Fristen vereinbart, das müssen min. 3 Monate sein.
                  Wenn es bei dir aber keinen schriftlichen Arbeitsvertrag gibt, können auch keine kürzeren Fristen vereinbart sein, also gilt nach BGB 3 Jahre.

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                  • #10
                    Nur eine technische Verständnisfrage: Mit 380 EUR liegst du ja unter den 20 Stunden je Woche und bist als Studentin sozialversicherungsfrei. Er muss dann doch gar nicht so viel zahlen (unabhängig davon, dass er dich dennoch anmelden müsste)?

                    Kommentar


                    • #11
                      Zitat von FNS Beitrag anzeigen
                      Nur eine technische Verständnisfrage: Mit 380 EUR liegst du ja unter den 20 Stunden je Woche und bist als Studentin sozialversicherungsfrei. Er muss dann doch gar nicht so viel zahlen (unabhängig davon, dass er dich dennoch anmelden müsste)?
                      Ich kenne mich bei den Abgaben der Arbeitgeber nicht wirklich aus. Er ist der Meinung, dass ein Arbeitgeber pro Monat ca. 100€ für einen Minijobber an Abgaben zahlen muss.
                      Es hat sich nach mehrmaligem Nachfragen nun immer noch nichts getan.
                      Hat jemand Erfahrung darin, ob Whatsappgespräche bei Gericht zulässig sind?
                      Ich mache mir ernsthaft Gedanken darüber, ob ich beim Arbeitsgericht nicht sogar schon selbst zu spät dran bin und womöglich als Schwarzarbeiter abgestempelt werde.

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                      • #12
                        Für die sozialversicherungsrechtl iche Meldung und Beitragszahlung ist alleine der Arbeitgeber verantwortlich.

                        E.D.

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                        • #13
                          Zitat von Julia183 Beitrag anzeigen
                          Hat jemand Erfahrung darin, ob Whatsappgespräche bei Gericht zulässig sind?
                          Du kannst alles als Beweismittel vorlegen, was aus deiner Sicht nützlich ist. Das Gericht entscheidet dann darüber, ob es auf diesen Beweis im Zweifelsfall ankommt und ob der Beweis glaubhaft ist.
                          Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
                          Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

                          Kommentar

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