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Übernahme nach Abschluss der Ausbildung

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  • Übernahme nach Abschluss der Ausbildung

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich habe vor wenigen Tagen meine Berufsausbildung zum Mechatroniker erfolgreich abgeschlossen. Während meiner Ausbildungszeit war ich Mitglied der Jugend- und Auszubildendenvertretung innerhalb des Unternehmens. Aufgrund von guten Leistungen und gutem Ansehen unter meinen Arbeitskolleginnen und -kollegen wurde mir mehrfach mündlich mitgeteilt, dass ich nach Ausbildungsende in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen würde. Dies war auch noch bis kurz vor Abnahme der mündlichen Prüfung mein Kenntnisstand.

    Vor wenigen Tagen - noch vor dem offiziellem Ende der Ausbildung - legte man mir einen auf sechs Monate befristeten Arbeitsvertrag, ohne Probezeit, vor. Als ich sagte, dass ich diesen nicht akzeptieren würde, erhielt ich noch am selben Arbeitstag einen auf ein Jahr befristeten Arbeitsvertrag, diesmal mit einer Probezeit von sechs Monaten. Diesen habe ich ebenfalls mit Verweis auf § 78a Betriebsverfassungsgesetz abgelehnt. Zeitgleich habe ich einen schriftlichen Antrag auf unbefristete Weiterbeschäftigung gestellt. Daraufhin wurde mir, ebenfalls mündlich, gedroht, dass man einen befreundeten Auszubildenden nach der Ausbildung nicht übernehmen werde, wenn ich meinen Antrag nicht sofort zurückziehe.

    Nachdem meinem Betrieb das Ausbildungsergebnis schriftlich mitgeteilt wurde, erhielt ich einen Tag später die Information, dass man mich fortan als Springer im Bereich XY einsetzen würde. Die genannte Lohngruppe liegt eine Stufe unter der Mindestlohngruppe nach Ausbildungsende gemäß Betriebsvereinbarung. Zudem würde man rechtlich gegen das fingierte Arbeitsverhältnis vorgehen, da ich mich geweigert hätte, einen befristeten Arbeitsvertrag zu unterzeichnen.

    Meine Fragen lauten nun:
    • Was habe ich nun zu befürchten?
    • Wie sollte ich mich verhalten?
    • Sollte ich die Sache bereits einem Anwalt übergeben? (Ich verfüge über keine Rechtsschutz-Police.)
    Es ist selbsterklärend, dass auf dieser Grundlage keine lang- oder auch nur mittelfristige Zusammenarbeit möglich ist. Mich interessieren momentan lediglich die rechtlichen Aspekte.

    Vielen Dank für Ihre Ratschläge.

    Mit freundlichen Grüßen

    JeepGC
    Zuletzt geändert von JeepGC; 04.08.2020, 21:37.

  • #2
    Der Arbeitgeber könnte klagen um die Unzumutbarkeit der Weiterbeschäftigung vom Arbeitsgericht feststellen zu lassen.

    Ob die geringere Eingruppierung zumutbar ist hängt vom Einzelfall ab. Hier steht dir ggf. der Rechtsweg offen.

    Als JAV-Mitglied sollte man in einer Gewerkschaft sein. Es ist offen gesagt recht naiv ohne Rechtsschutz in diese Situation hineinzugehen.

    Was sagt der Betriebsrat und unterstützt er?

    Einen Anwalt einschalten wäre dann sinnvoll, wenn man sich etwas davon verspricht. Wenn man sowieso nicht bleiben will muss man überlegen ob der Aufwand sich lohnt.

    Kommentar


    • #3
      Zitat von JeepGC Beitrag anzeigen
      Sollte ich die Sache bereits einem Anwalt übergeben? (Ich verfüge über keine Rechtsschutz-Police.)
      Hallo,

      eine anwaltliche Betreuung wäre in der Tat sehr hilfreich. Für eine Erstberatung musst du mit knapp 200 € rechnen.

      Haben deine Eltern ebenfalls keinen Rechtsschutz, der eventuell auch für dich noch gilt?

      Gruß,
      werner
      Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
      Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

      Kommentar


      • #4
        Hallo JeepGC,
        du bist nicht übernommen worden weil du deine Ausbildung bestanden hast (dann wäre dieses ja die befristete Übernahme gewesen) sondern in ein Unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen worden, weil du den Antrag nach §78aBetrVG gestellt hast.
        Bei der unbefristeten Übernahme muss der Betrieb schauen, wo kann ich einen Unbefristeten überhaupt gebrauchen.

        Wenn zufälligerweise im Bereich Empfang der Pförtner ausgefallen wäre, der sicher zu den niedriegsten Entgeltgruppen gehört, hättest du auch die Stelle als Pförtner bekommen können. Rechtlich daggen angehen wird schwierig, weil der§78a nur die Unbefristete Übernahme vorschreibt, nicht aber das es in einer Qualifizierten Beschäftigung sein muss.

        Daher, dieses Übernahme war berechtigt, sonst hätte der BR diese auch widersprochen wegen dem Verstoß gegen die BV. Denn das ist ein Widerspruchsgrund.

        Gruß
        Meistermacher

        Kommentar


        • #5
          Vielen Dank für die bisherigen Antworten.

          Ich möchte nochmals erwähnen, dass es mir nicht darum geht, eine andere Stelle im Unternehmen zu erhalten. Auch die Lohngruppe stellt momentan kein vordergründiges Problem für mich dar. Mir geht es in erster Linie darum, herauszufinden, welche Schritte seitens des Unternehmens als nächstes zu erwarten sind und wie ich mich entsprechend vorbereiten und schützen kann. Ist es aus Unternehmenssicht in der aktuellen Situation ratsam, mit dem Fall vors Arbeitsgericht zu ziehen?

          Zitat von LarsT Beitrag anzeigen
          Der Arbeitgeber könnte klagen um die Unzumutbarkeit der Weiterbeschäftigung vom Arbeitsgericht feststellen zu lassen.
          Welche Gründe könnte er für die Unzumutbarkeit anführen? Spricht nicht die Tatsache, dass mir zuvor mehrfach befristete Arbeitsverträge angeboten wurden, gegen die Unzumutbarkeit?

          Zitat von LarsT Beitrag anzeigen
          Als JAV-Mitglied sollte man in einer Gewerkschaft sein. Es ist offen gesagt recht naiv ohne Rechtsschutz in diese Situation hineinzugehen.
          Ich bin Mitglied in der IGM. In einem Erstgespräch konnte oder wollte man mir dort aber nicht wirklich weiterhelfen. Allein die Tatsache, dass man dort nicht einmal wusste oder zugeben wollte, dass mir gemäß §78a Betriebsverfassungsgesetz eine unbefristete Stelle zusteht, hat mir vorerst gereicht.

          Zitat von LarsT Beitrag anzeigen
          Was sagt der Betriebsrat und unterstützt er?
          Der Betriebsratsvorsitzende ist noch nicht lange im Amt. Er sagte mir, dass er mir aus Gründen des Selbstschutzes nicht weiterhelfen könne und ich hierfür bitte Verständnis haben solle. Sein Vorgänger wurde angeblich derart dreist gemobbt, dass er freiwillig das Unternehmen verlassen hat. Ob dies der Wahrheit entspricht, vermag ich allerdings nicht zu beurteilen.

          Haben deine Eltern ebenfalls keinen Rechtsschutz, der eventuell auch für dich noch gilt?
          Leider nicht.

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          • #6
            Dann hast du über die IGM Arbeitsrechtsschutz. Wende dich unbedingt erneut dahin. Wende dich erneut an die IGM-Geschäftsstelle. Wenn man dort blockt wende dich ggf. an übergeordnete Strukturen.

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            • #7
              Hallo Lars,

              und dann? Ich sehe keinen Anspruch auf eine höher qualifiziere Beschäftigung, auch nicht nach dem TV. Es handelt sich hier ja nicht um eine Übernahme (Befristet) auf Grund des Tarifvertrages sondern um eine Übernahme auf Grund der Einhaltung des BetrVG. Im BetrVG steht aber nicht, dass hiermit eine qualifizierte Übernahme verpflichtend ist!

              Mit diesem Problem haben wir auch regelmäßig zu tun.
              Wir haben als BR mit dem AG hierzu ein Agreement erreicht.

              Statt 1 Jahr gibt es bei uns 2 Jahre im Angebot mit qualifiziert Tätigkeit im Facharbeiterentgelt, wenn der JAV auf den §78a BetrVG verzichtet. Bei guten Leistungen (wir beurteilen jedes Jahr alle Beschäftigten) bevorzugte Übernahme (ist Bedarf da wird er übernommen)

              Gruß
              meistermacher
              Zuletzt geändert von meistermacher; 07.08.2020, 08:59.

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