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Durch "Falschangabe" von AG Sperrfrist bekommen

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  • Durch "Falschangabe" von AG Sperrfrist bekommen

    Hallo miteinander!
    Von einem Freund wurde mir diese Website empfohlen und daher möchte ich mich nun hiermit einmal Hilfesuchend an alle hier wenden.

    Ich wurde von meinem Arbeitgeber gekündigt, was ich an sich nicht schlimm fand, da ich vor Ort von meinen Vorgesetzten beleidigt und bloßgestellt wurde.

    Noch ein paar Hintergrundinfos: Arbeitgeber mit 3 Angestellten und 2 Chefs, welche neben den Angestellten sitzen und alle Mails lesen können.
    Grund für die Kündigung war sehr wahrscheinlich, dass ich es einfach nicht eingesehen habe, für einen viel zu niedrigen Lohn unbezahlte Überstunden zu machen, weswegen ich immer so 2-3 Minuten vor vertraglich festgelegtem Arbeitsbeginn in die Arbeit kam, nicht länger als 2-3 Minuten blieb und auch zusah, pünktlich Mittag zu machen, da ich die Zeit im Nachhinein eher nicht machen sollte, da man sonst ja in den Augen des AG die Pause überzieht. Achja, zusätzlich mussten wir in unserer Pause in einem kleinen Raum bleiben (es musste immer einer da sein) und die Post annehmen. Überstunden bei Pflicht-Messebesuchen gab es auch nicht. Das waren Stunden zum "Wohle der Firma". Wenn mir also etwas passiert wäre, dann wäre ich irgendwann also an sich nicht mal mehr versichert gewesen, da ja keine Arbeitszeit mehr. Seine Arbeitszeiten erfassen war übrigens verboten!
    Es kam dann zu einem Gespräch, dass ich um Punkt 8 Uhr Mails bearbeiten muss und alle anderen Aufgaben vorher (Müll entsorgen, Spülmaschine ausräumen, Rollos hochziehen) vorher, also unentgeltlich, erledigen zu habe. In dem Gespräch wurde mir auch meine chronische Krankheit vorgehalten, welche ich im Vorstellungsgespräch erwähnte und bei meinem angeprochenen Arzttermin sogar noch einmal nach Erlaubnis fragte, diesen wahrnehmen zu dürfen. Ich wurde sehr oft in diesem Gespräch beleidigt.
    Am nächsten Tag hatte ich einfach nur noch Angst in die Arbeit zu gehen und ging zum Arzt. Am selben Tag wurde ich gekündigt. Dies ging ohne Begündung und alles, da ich mich noch in der Probezeit befand.

    Jedenfalls ging das Verhältnis nicht friedlich aus und es folgte eine Aneinanderkettung von Böswilligkeiten seitens meines ehemaligem Arbeitgeber.
    Erst wurden mir Urlaubstage bei der Auszahlung unterschlagen, welche ich erst auf Nachdruck bekommen habe, dann hat sich mein Ex-AG bis zum letzten Tag des Monats Zeit gelassen mir meine Entgeltabrechnung sowie die Arbeitsbescheinigung zukommen zu lassen. Da ich nicht sofort wieder eine Stelle hatte, habe ich als Leistungsempfängerin beim Arbeitsamt natürlich die Pflicht, dass alle Daten pünktlich vor Ort sind um eine schnelle Bearbeitung zu gewährleisten. Ich denke also, dass das schon so passt und schicke die Unterlagen gleich weiter an das Amt.
    Dann der Schock:
    Ex-AG hat bei den Gründen für die Kündigung angekreuzt, dass es sich um vertragswidriges Verhalten gehandelt hat. Er hat zwar das vertragswidrig durchgestrichen um damit anzugeben, das mein Verhalten Grund war, aber das Arbeitsamt sieht in dem Moment nur das Kreuz bei Ja. Ich meldete mich bei meinem Ex-AG und bekam in einer Mail zurück die Zustimmung, dass ich mich nicht vetragswidrig verhalten habe, aber mein Verhalten Grund war. Ich bekam also einen Brief in dem ich angeben musste, warum ich mich vetragswidrig verhalten habe, hier habe habe ich den Sachverhalt erklärt, und auch die Mail in ausgedruckter Form angehängt. Darin wurde auch hingewiesen, dass meine Angaben für eine weitere Klärung dem Ex-AG gezeigt werden können.
    Ich wartete also über einen Monat und nun habe ich einen Eintrag in meinen Akten und bekomme für 3 Monate kein Geld aufgrund von "Sperrzeit 12 Wochen bei Arbeitsaufgabe § 159 Abs. 1 S. 2 Nr. 1 SGB III".

    Ich fühle mich nun ziemlich über den Tisch gezogen und möchte eigentlich nur den Eintrag in meinen Akten entfernt haben.
    An sich wollte ich vors Arbeitsgericht gehen, aber dort habe ich heute erfahren, dass sie dafür nicht zuständig sind und ich Widerspruch beim Amt einlegen muss.
    Ich male mir tatsächlich nicht große Hoffnungen aus, dass es bei einem Widerspruch bleibt und ich evtl. vors Sozialgericht muss.
    Ich scheue mich aber vor den Kosten im Falle des Verlierens des Prozesses.

    Kann mir jemand Rat geben, wie ich mich am schlausten Verhalte? Wenn mehr Informationen benötigt werden, kann ich diese gerne geben.

  • #2


    Also Widerspruch zum Bescheid formulieren (mit Anwalt macht das mehr Sinn, ich gehe aber davon aus, dass du keinen Rechtsschutz hast und .auch nicht in einer Gewerkschafts bist die dir den Rechtschutz gewährt).
    Zum einen greift das Kündigungsschutzgesetz nicht bei Kleinbetrieben
    Zum anderen hast du dich nicht Vertragswidrig verhalten und somit ist die Sperre unbegründet.

    Sollte der Widerspruch ins leere laufen, Klage einreichen (vor dem Sozialgericht).
    Mit dieser Sperre hast du 2 Nachteile, zum einen bekommst du nun 3 Monate keine Kohle, zum anderen danach nur 9 Monate statt 12 Monate.

    Die Kosten, nun als Gewerkschaftsmitglied trägt die die Gewerkschaft, die auch den Anwalt hierfür hat.
    Vor dem Sozialgericht darfst du dich auch ohne Anwalt vertreten, so dass die Kosten nicht so hoch werden.

    Für die zukunft, mitglied in einer Gewerkschaft werden vereinfacht das handeln.


    Gruß
    meistermacher

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    • #3
      Hallo Meistermacher,

      vielen Dank für deine Antwort!
      Ich habe tatsächlich keinen Rechtschutz und bin auch nicht in einer Gewerkschaft.
      So etwas erwartet man an sich auch nicht.

      Eine Sache habe ich bei meinem Hintergrundwissen vergessen zu erwähnen:
      Mein Ex-AG drohte damit mich zu kündigen, wenn ich noch einmal krank bin, aber nach den Beleidigungen und all dem ganzen hatte ich einfach nur noch Angst in die Arbeit zu gehen. Ich war auch nicht der Meinung, das Sie dies Ernst meinte.
      Ist die Sperre aufgrund dieser Tatsache gerechtfertigt?

      Kommentar


      • #4
        Hallo Samyra,

        doch, sowas erwartet man!
        Nicht ohne Grund gibt es Rechtsschutzversicherunge n und Gewerkschaften.

        Ob die Sperre berechtigt ist oder nicht entscheidet spätestens das Gericht, wenn denn Klage erhoben wird.
        Zuerst hast du es mit einem Widerspruch zu versuchen. Alles schriftlich, begründe, warum du unschludig bist.
        Sollte die Sperre bestehen bleiben, trotz deines Widerspruches wird es nur über das Sozialgericht gehen.
        Wenn die Sachlage stimmig ist, die du mir hier vorträgst, gehe ich in deinem Fall davon aus, dass die erste Instanz bei einer guten Vertretung reichen könnte die Sperre zu umgehen und das Ergebnis schon in der Güteverhandlung erzielt wird.
        Ohne anwaltliche Vertretung wird es schwieriger Erfolg zu erzielen. .

        Da du nicht in der Gewerkschaft bist und auch in keiner Rechtsschutz hast, hast du ja über Jahre hinweg Geld gespart. Da sollte auch das Geld da sein für die nun erforderliche Unterstützung. Das ist so wie mit der Haftpflichtversicherung, wenn du die nicht hast und einen Schaden verursachst, dann muss du auch dafür aufkommen, dafür hast du ja über Jahre die Beiträge gespart.


        gruß
        meistermacher

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        • #5
          Zitat von Samyra Beitrag anzeigen
          Ich male mir tatsächlich nicht große Hoffnungen aus, dass es bei einem Widerspruch bleibt und ich evtl. vors Sozialgericht muss.
          Ich scheue mich aber vor den Kosten im Falle des Verlierens des Prozesses.
          wie ich mich am schlausten Verhalte? Wenn mehr Informationen benötigt werden, kann ich diese gerne geben.
          Das Verfahren vor dem Sozialgericht ist gerichtskostenfrei. Als Risiko blieben da nur die Kosten des eigenen Anwaltes, falls man verliert.

          E.D.


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          • #6
            Zitat von E.D. Beitrag anzeigen
            Das Verfahren vor dem Sozialgericht ist gerichtskostenfrei. Als Risiko blieben da nur die Kosten des eigenen Anwaltes, falls man verliert.
            E.D.
            Muss ich dann im Falle des Verlierens nicht auch den Anwalt der Gegenseite zahlen?

            Kommentar


            • #7
              zu deiner lezten Frage: nein, denn auch die Gegenseite kann ja ohne Anwalt ankommen

              daher nach meiner Kenntnis, eigene Anwaltskosten muss man immer selber tragen.
              Die Anwaltskosten der Gegenseite trägt die Gegenseite selbst

              Sollte das Gericht jedoch dem "Gewinner" auch zugestehen, dass die gegenseite Kosten zu tragen hat, dann geht das auch. In all den Fällen (10 Jahre ehrenamtlicher Richter Sozialgericht) in denen ich aktiv war ist das kein mal passiert.

              https://www.stmas.bayern.de/fibel/sf_s075.php

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              • #8
                Zitat von Samyra Beitrag anzeigen
                Ich habe tatsächlich keinen Rechtschutz und bin auch nicht in einer Gewerkschaft.
                Hallo,

                in Sozialrechtsangelegenheit en helfen unter Umständen auch die Sozialverbände (z.B. SoVD, VdK, AWO, Parität) oder entsprechenden Beratungsstellen der Kirchen (z.B. Caritas, Diakonie). Mitgliedschaft natürlich in der Regel vorausgesetzt. Ob man da jeweils aus aktuellem Anlass eintreten und sofort Beistand anfordern kann, müsstest du selbst herausfinden.

                Gruß,
                werner

                Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
                Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

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                • #9
                  Zitat von Samyra Beitrag anzeigen

                  Muss ich dann im Falle des Verlierens nicht auch den Anwalt der Gegenseite zahlen?
                  Die Gegenseite ist die Arbeitsagentur, die beauftragt keinen Anwalt. Der Arbeitgeber oder Vorgesetzte wird evtl. als Zeuge vorgeladen, damit er unter Wahrheitspflicht aussagen muss.

                  E.D.

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                  • #10
                    hallo ED, auch die "Beauftragen" einen Anwalt.

                    In der Regel aus der Rechtsabteilung des "Konzerns" und auch dieser muss Nachweisen, dass er berechtigt ist das Verfahren zu führen . Meist hat er oder Sie eine hinterlegte Generalvollmacht der Behörde dabei.

                    Verwunderlich fand ich z.B. das zum Sozialgericht nach AC hier der Vertreter aus Frankfurt am Main angereist kam, obwohl nach meiner Ansicht das ganze auch vom lokalen Vertreter hätte geklärt werden können, denn der hatte ja die Sperfrist verhängt.

                    Die Kosten hierfür tragen dann alle Versicherteneinzahler.

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