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Niedrigerer Lohn als geringerqualifizierte Kolleginnen

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  • Niedrigerer Lohn als geringerqualifizierte Kolleginnen

    Hallo in die Runde,

    ich habe gerade ein Problem mit der Entlohnung meiner Arbeit, bei der ich mich unfair behandelt fühle.
    Ich habe in einem Altenheim meine Ausbildung zur Altenpflegerin absolviert und wurde nach kurzer Zeit in dieser Tätigkeit zur Wohnbereichsleitung befördert (ohne entsprechende Qualifikation, da diese eine 500-stündige Fortbildung benötigt).

    Mein Lohn lag bei 2600€ brutto + 200€ Funktionszulage WBL (Feiertagszuschläge etc. beziehen sich auf den Lohn ohne Funktionszulage).
    Letzte Jahr ging es dann endlich mit der Fortbildung zur WBL los, die ich in Kürze abgeschlossen habe.

    Im Gespräch mit den Kolleginnen habe ich nun erfahren, dass die Azubinen, die ich ausgebildet habe, mit 2900€ brutto übernommen wurden, das Grundgehalt liegt also ohne Funktionszulage (für eine Tätigkeit, die ich so ausführe) 300€ über meinem Einkommen, obwohl ich mehr Berufserfahrung besitze und länger im Betrieb tätig bin.

    Eine Kollegin, die mit mir die Ausbildung begonnen hat, diese jedoch erst im 2. Anlauf abschließen konnte (also 6 Monate später in dem Beruf angefangen hat) erhält ebenfalls 2900€ Grundgehalt. Dazu kommen 200€ Funktionszulage als stellvertretende Wohnbereichsleitung, warum die Vertretung genauso vergütet wird, wie die tatsächliche Tätigkeit erschließt sich mir hier nicht.
    Eine Weiterbildung zur WBL oder eine vergleichbare Qualifikation liegt bei dieser Kollegin nicht vor.

    Ich habe das Thema mit der Heimleitung besprochen und schriftlich eine Anpassung meines Gehalts auf 2900€ Grundgehalt + Funktionszulage gefordert. Ich habe jetzt einen Brief erhalten, in dem steht, dass ich mich über eine Gehaltserhöhung auf 2700€ + 200€ Funktionszulage im Monat freuen darf.
    Damit verdiene ich als Wohnbereichsleiterin weiterhin weniger als die frisch übernommenen Azubinen, und über 200€ weniger als eine Kollegin, die zeitgleich mit mir angefangen hat, in einer niedrigeren Position arbeitet und geringer qualifiziert ist.

    Das finde ich sehr diskriminierend, an meiner Qualifikation oder meiner Leistung liegt dies definitiv nicht, denn der Betrieb möchte mich nach Abschluss der WBL-Fortbildung auch zur Pflegedienstleitung weiterbilden und plant mit mir als stellvertretende Pflegedienstleitung. Ich kann mir nur vorstellen, dass der Betrieb hier hofft sparen zu können, weil ich die russische Staatsbürgerschaft besitze und erst 7 Jahr ein Deutschland lebe.


    Habe ich hier eine rechtliche Handhabe, einen Lohn zu fordern, der mindestens dem Lohn der Kolleginnen entspricht (Gleich*be*hand*lungs*gru nd*satz?).
    Dabei ist sowohl meine Qualifikations als auch meine Tätigkeit als höher einzustufen, grundsätzlich wäre ich jedoch mit den 2900€ + Funktionszulage einverstanden.

  • #2
    Nein, der Arbeitgeber darf seine Beschäftigten unterschiedliche bezahlen.
    Wenn du mit den Vertragsbedingungen nicht einverstanden bist kannst du verhandeln oder schauen ob du wo anders bessere Vertragsbedingungen findest.

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    • #3
      Hat denn der Arbeitgeber die Weiterbildung bezahklt und falls ja eine Bindungsfrist vereinbart? Dann wäre es nicht so problemlos, anderswo hinzugehen.

      Welche Belege gibt es dafür, dass die russische Abstammung der Grund ist? Verdienen Russen dort alle weniger als Deutsche?

      E.D.

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      • #4
        Zitat von LarsT Beitrag anzeigen
        Nein, der Arbeitgeber darf seine Beschäftigten unterschiedliche bezahlen.
        Wenn du mit den Vertragsbedingungen nicht einverstanden bist kannst du verhandeln oder schauen ob du wo anders bessere Vertragsbedingungen findest.
        Ich kann mit dem AG nicht verhandeln, da der Betrieb über solche Fragen nicht entscheiden kann/darf.
        Das Altenheim wurde vor 3 Jahren von einer Kette übernommen, ich kann mit meiner Pfelgedienstleiterin sprechen (die sagte, dass 2900€+Zulange eigentlich eine zu geringe Forderung war, das sollte auf jeden Fall klappen) und mit der Einrichtungsleiterin, die sagt, sie könne es nicht entscheiden, Gehaltsentscheidungen würden in der Zentrale in Berlin getroffen.

        Ich kann nur Briefe schicken und erhalte nach 6-8 Wochen eine Antwort, in diesem Fall die Antwort, dass ich mit mehrere Jahren Berufserfahrung und als Vorgesetze weniger Gehalt verdienen würde, als Berufseinsteiger, die ich selbst ausgebildet habe mir untergeordnet sind, was nach meinem Verstandnis ein Unding ist.

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        • #5
          Zitat von E.D. Beitrag anzeigen
          Hat denn der Arbeitgeber die Weiterbildung bezahklt und falls ja eine Bindungsfrist vereinbart? Dann wäre es nicht so problemlos, anderswo hinzugehen.

          Welche Belege gibt es dafür, dass die russische Abstammung der Grund ist? Verdienen Russen dort alle weniger als Deutsche?

          E.D.
          Der AG hat versucht, 6 Wochen nach Beginn der Weiterbildung, ohne vorherige Absprache, eine Bindungsfrist von 2 Jahren zu vereinbaren, die ich anteilig bei vorzeitiger Kündigung zurückzahlen müsse. Das Dokument habe ich jedoch nie unterschrieben.

          Der Beleg ist, dass 4 deutsche Kolleginnen besser bezahlt werden als eine russische Kollegin, die sowohl eine verantwortungsvollere Tätigkeit ausführt, als auch besser qualifiziert ist und mehr Berufserfahrung besitzt.

          Es gibt ansonsten keine logische Erklärung, wie hier ein niedrigeres Gehalt begründet werden soll.
          2 Azubinen, die ich 3 Jahre lang in meinem Bereich ausgebildet habe, erhalten mehr Gehalt als ich, obwohl ich weiterhin deren Vorgesetze bin.

          Nach unfairer finde ich den Fall der Kollegin, die wie ich einen WBL-Funktionszuschlag bekommt:
          - Zeitgleicher Beginn der Ausbildung
          - Kollegin fällt in der Abschlussprüfung durch, schafft eine 3 im zweiten Anlauf 6 Monate später, ich schließe im ersten Anlauf mit 1,3 ab.
          - Kollegin hat einen Hauptschulabschluss, ich ein in Russland ein abgeschlossenes Studium (allerdings in einem anderen Bereich)
          - Kollegin ist stellvertretende WBL, ohne Fortbildung, ich bin seit längerem WBL mit nahezu abgeschlossener Fortbildung
          Wie erklären sich hier über 200€ Gehaltsdifferenz zu Gunsten der Kollegin?

          An sich geht es mir aber nur um rechtliche Ansatzpunkte, mit denen ich sachlich argumentiert Druck auf die Leitung ausüben könnte, wenn es diese nicht gibt werde ich den wohl Betrieb wechseln müssen, sobald die Weiterbildung abgeschlossen ist.



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          • #6
            Hallo,

            werden die Gehälter bei euch frei verhandelt? Oder gibt es einen Tarifvertrag oder ein betriebsinterne Gehaltsregelung?

            Habt ihr einen Betriebsrat bzw. eine Mitarbeitervertretung?

            Ansonsten sehe ich ebenfalls nur die Möglichkeit, nach Abschluss der Weiterbildung den Arbeitgeber zu wechseln. Da du die Bindungsvereinbarung nicht unterschrieben hast, bist du frei in deiner Entscheidung.

            Das mit einer Diskriminierungsklage könntest du versuchen. Wenn du die einzige Ausländerin bist und alle Deutschen gleichmäßig höher bezahlt werden, wäre das zunächst ein hinreichendes Indiz. Dann müsste der Arbeitgeber beweisen, dass es sich eben nicht um eine Diskriminierung handelt. Das würde ihm möglicherweise schwerfallen, auch wenn gar keine Diskriminierung beabsichtigt war.

            Falls er jedoch darauf verweisen könnte, dass im Betrieb - oder auch im gesamten Unternehmen - generell unterschiedlichste Vergütungen gezahlt werden, wäre das Diskriminierungsargument ausgehebelt. Es ist eben so, dass ohne Tarifbindung je nach Arbeitsmarktlage zum Eintrittstermin und Verhandlungsgeschick unterschiedlich hohe Gehälter angeboten werden. Wer schlechter startet als zuvor oder danach eingestellt Kolleg*innen, hat Mühe, auf lange Sicht das höhere Niveau zu erreichen.

            Gruß,
            werner
            Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
            Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

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            • #7
              Zitat von wblbux Beitrag anzeigen
              Der Beleg ist, dass 4 deutsche Kolleginnen besser bezahlt werden als eine russische Kollegin, die sowohl eine verantwortungsvollere Tätigkeit ausführt, als auch besser qualifiziert ist und mehr Berufserfahrung besitzt.

              Es gibt ansonsten keine logische Erklärung, wie hier ein niedrigeres Gehalt begründet werden soll.
              2 Azubinen, die ich 3 Jahre lang in meinem Bereich ausgebildet habe, erhalten mehr Gehalt als ich, obwohl ich weiterhin deren Vorgesetze bin.
              Das reicht nicht. Die jüngeren Kolleginnen haben eben einfach besser verhandelt. Ich hab mit der Berufsgruppe zu tun und sage denen selbst in der Ausbildung: verlangt mindestens Stufe 3 (ca. 3.000 Euro) als Anfangsgehalt und wenn das abgelehnt wird, schreibt noch ein paar Bewerbungen, andere nehmen euch gerne dafür. Wer das nicht macht, bekommt halt nur das unterste Gehalt. Bei der Kette (ich ahne welche) gilt wohl auch kein Tarifvertrag, und eine WBL muss ohne Tarifbindung keinen Zuschlag bekommen. Aber das hat alles nichts mit der Staatsangehörigkeit zu tun, die anderen waren eben hartnäckiger.

              Mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung ist dein "Marktwert" natürlich höher, ich würde mal sagen im TVöD:

              "Entgeltgruppe P 12
              1. Beschäftigte als Stationsleiterinnen oder Stationsleiter"

              Und da liegt das niedrigste Gehalt ohne Zulagen bei ca. 3.800 Euro. Also wenn der momentane Arbeitgeber das nicht bezahlen will, schnellstmöglich einen tarifgebundenen Arbeitgeber suchen und dann kündigen. Nicht 8 Wochen auf eine Antwort warten.

              Deine Azubis hast Du gut ausgebildet, für Pflegefachkräfte ohne Leitungsfunktion ist als Anfänger um die 3.000 schon ganz gut. Die haben gelernt, was sie wert sind.

              E.D.


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              • #8
                Zitat von E.D. Beitrag anzeigen

                Das reicht nicht. Die jüngeren Kolleginnen haben eben einfach besser verhandelt. Ich hab mit der Berufsgruppe zu tun und sage denen selbst in der Ausbildung: verlangt mindestens Stufe 3 (ca. 3.000 Euro) als Anfangsgehalt und wenn das abgelehnt wird, schreibt noch ein paar Bewerbungen, andere nehmen euch gerne dafür. Wer das nicht macht, bekommt halt nur das unterste Gehalt. Bei der Kette (ich ahne welche) gilt wohl auch kein Tarifvertrag, und eine WBL muss ohne Tarifbindung keinen Zuschlag bekommen. Aber das hat alles nichts mit der Staatsangehörigkeit zu tun, die anderen waren eben hartnäckiger.

                Mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung ist dein "Marktwert" natürlich höher, ich würde mal sagen im TVöD:

                "Entgeltgruppe P 12
                1. Beschäftigte als Stationsleiterinnen oder Stationsleiter"

                Und da liegt das niedrigste Gehalt ohne Zulagen bei ca. 3.800 Euro. Also wenn der momentane Arbeitgeber das nicht bezahlen will, schnellstmöglich einen tarifgebundenen Arbeitgeber suchen und dann kündigen. Nicht 8 Wochen auf eine Antwort warten.

                Deine Azubis hast Du gut ausgebildet, für Pflegefachkräfte ohne Leitungsfunktion ist als Anfänger um die 3.000 schon ganz gut. Die haben gelernt, was sie wert sind.

                E.D.


                Die übernommenen Azubis haben überhaupt nicht verhandelt. Die haben Post aus Berlin bekommen mit einem jeweil identischen Übernahmeangebot in Höhe von 2900€ monatlich und das unterschrieben. Keine Verhandlung, kein anderer Job, 2.900€ als erste Angebot des AGs.
                Nur mir gegenüber heißt es seitens der "Familie", mehr als 2.700€ könne man einfach nicht zahlen - und das ist gelogen.

                Das Finden eines Jobs wäre grundsätzlich kein Problem in meiner Berufsgruppe, ich kenne hier nicht ein einziges Pflegeheim in der Region, dass derzeit nicht nach examinierten Pflegerinnen sucht (ein Heim der AWO, tarifgebunden, hat mich diesbezüglich auch schon mehrfach kontaktiert), allerdings mag das Altenheim grundsätzlich, es ist fußläufig erreichbar für mich, ich möchte eigentlich nicht kündigen - nur fair entlohnt werden, nicht schlechter als die Personen, deren Vorgesetze ich bin.

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                • #9
                  Suche dir was anderes. Wenn du dich damit so schwer tust zu wechseln könntest du um ein Arbeitszeugnis bitten und nochmal über das Gehalt verhandeln. Vielleicht bringt das Bewegung in die Sache. Wenn nicht kann ich nur raten einen anderen Arbeitgeber zu suchen.

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                  • #10
                    Zitat von wblbux Beitrag anzeigen
                    Das Finden eines Jobs wäre grundsätzlich kein Problem in meiner Berufsgruppe, ..., allerdings mag das Altenheim grundsätzlich, es ist fußläufig erreichbar für mich, ich möchte eigentlich nicht kündigen - nur fair entlohnt werden, nicht schlechter als die Personen, deren Vorgesetze ich bin.
                    Wärst du bereit, das höhere Gehalt einzuklagen, wenn es eine rechtliche Möglichkeit geben würde? Denn allein das Wissen, dass dir Unrecht geschieht, hilft nicht weiter, solange du nichts dagegen unternimmst. Damit könntest du allerdings das Risiko eingehen, dass "das Altenheim" (bzw. dein Arbeitgeber) dich nicht mehr mag, und dann wäre das Tischtuch sowieso zerschnitten.

                    Falls du bereit bist zu kämpfen, kannst du auch eine*n Rechtsanwält*in beauftragen, deinen AG in deinem Auftrag anzuschreiben. Die passenden Argumente vorgetragen (Diskriminierungsverdacht , schlechtere Bezahlung als nachgeordnete Mitarbeiterinnen), könnte so ein anwaltliches Schreiben eine andere Wirkung haben als der Brief einer kleinen Angestellten.

                    Sofern du rechtlich nicht abgesichert bist, könnte dich ein solches Anwaltsschreiben einen kleinen dreistelligen Betrag kosten. Nach mehreren Monaten hast du das wieder drin. Oder du trittst (falls nicht bereits geschehen) in die zuständige Gewerkschaft ein. Dort wirst du beraten und hast nach der erforderlichen Wartezeit Anspruch auf eine Rechtsvertretung.

                    Wenn das alles nicht der richtige Weg für dich ist, musst du letztendlich Prioritäten setzen: Lieber im Altenheim arbeiten, das du magst und fußläufig erreichbar ist - oder ein anderes Heim lieben lernen, etwas weitere Wege in Kauf nehmen und dafür deutlich mehr Geld verdienen.
                    Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
                    Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

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