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Kündigungsschutzklage und neuer Job

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  • Kündigungsschutzklage und neuer Job

    Hallo zusammen,

    zur Sachlage:

    Ich wurde gekündigt entsprechend der Frist, bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses freigestellt (bis Ende Dezember).

    Die Kündigung erfolgte aus privaten Gründen, ohne vorherige Abmahnung, ist also nach Absprache mit dem Anwalt nicht rechtens. Außerdem war die Kündigung überstürzt und auch ziemlich demütigend.

    Mit dem Anwalt besprach ich eine Freistellung mit Fortzahlung des Gehalts um ein paar Monate, um einen neuen Job zu finden (Sprinterregelung) und eine Abfindung, damit ich den Anwalt bezahlen kann.

    Nun bin ich schon dabei, mir einen neuen Job zu suchen für Mitte/Ende Januar. Der Anwalt meinte lediglich, dass ich eben nicht für vor Ende der Kündigungsfrist einen Vertrag unterschrieben solle (sprich im Januar beim neuen Arbeitgeber anfangen kann), ansonsten wäre alles ok.
    Nur sagte er auch, dass ich dann ja weniger verlangen könne, vielleicht 1-2 Monatsgehälter, womit ich vielleicht gerade die Anwaltskosten wieder drin hätte. Und er meinte, falls ich beim neuen Arbeitgeber in der Probezeit gekündigt werde, könnte man immer noch schauen, was man dann macht.

    Ich verstehe diese Strategie nicht ganz. Für mich wäre es doch so oder so besser, eine möglichst hohe Abfindung zu erzielen (bzw. Keine Lücke im Lebenslauf zu haben), wieso würde ein neuer Job hier meine Chancen schmälern? Was meint ihr?

  • #2
    Langfristig ist es am sinnvollsten möglichst schnell ein neues Arbeitsverhältnis zu finden.Selbst wenn ggf. zu einer etwas geringeren Abfindung führt. (Es ist durchaus denkbar, dass ein Gericht eine geringere Abfindung für nötig findet, wenn bereits ein neues Arbeitsverhältnis besteht.)

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    • #3
      Zitat von MorritonMahoney Beitrag anzeigen

      Ich verstehe diese Strategie nicht ganz. Für mich wäre es doch so oder so besser, eine möglichst hohe Abfindung zu erzielen (bzw. Keine Lücke im Lebenslauf zu haben), wieso würde ein neuer Job hier meine Chancen schmälern? Was meint ihr?
      Verstehe ich auch nicht. Dem alten AG muss man es ja nicht unbedingt auf die Nase binden, wenn man einen neuen Job hat.

      Gibt es denn schon Gerichtstermine? Oder verhandelt der Anwalt nur rum?

      Aber auch ich würde sagen: Mittel- bis langfristig wichtig ist neuer Job und keine Lücke im Lebenslauf. Selbst wenn du für deinen Anwalt noch ein paar € drauf legen müsstest.

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      • #4
        Zitat von MorritonMahoney Beitrag anzeigen
        ... Nun bin ich schon dabei, mir einen neuen Job zu suchen für Mitte/Ende Januar. Der Anwalt meinte lediglich, dass ich eben nicht für vor Ende der Kündigungsfrist einen Vertrag unterschrieben solle (sprich im Januar beim neuen Arbeitgeber anfangen kann), ansonsten wäre alles ok.
        Nur sagte er auch, dass ich dann ja weniger verlangen könne, vielleicht 1-2 Monatsgehälter, womit ich vielleicht gerade die Anwaltskosten wieder drin hätte. Und er meinte, falls ich beim neuen Arbeitgeber in der Probezeit gekündigt werde, könnte man immer noch schauen, was man dann macht.

        Ich verstehe diese Strategie nicht ganz. Für mich wäre es doch so oder so besser, eine möglichst hohe Abfindung zu erzielen (bzw. Keine Lücke im Lebenslauf zu haben), wieso würde ein neuer Job hier meine Chancen schmälern?
        Hallo,

        eine Kündigungsschutzklage hat pro forma zunächst das alleinige Ziel, die Weiterbeschäftigung im letzten Arbeitsverhältnis zu ermöglichen - auch wenn in der gelebten Praxis die allermeisten Verfahren einvernehmlich mit einer Abfindungsvereinbarung enden. Manche Arbeitgeber erklären im Laufe der Auseinandersetzung, dass sie aus der Kündigung keine Rechte mehr ableiten, sprich die Kündigung zurücknehmen. Das machen sie besonders gerne, wenn sie wissen oder vermuten, dass der Arbeitnehmer bereits eine andere Stelle hat. In diesem Fall müsstest du dann bekennen, dass du dort eigentlich gar nicht mehr arbeiten willst. Das schwächt deine Verhandlungsposition.

        Trotzdem sollte dir die Sicherung der beruflichen Zukunft wichtiger sein als ein kurzfristiger Erfolg bei der Abfindung.

        Gruß,
        werner

        Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
        Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

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        • #5
          Hallo zusammen,

          vielen Dank für die Antworten!
          Mir ist das neue Arbeitsverhältnis auf jeden Fall wichtiger, nur ging ich davon aus, dass es bei einem Vergleich/Prozess auch um den Anspruch auf Entschädigung bei einer nicht angebrachten Kündigung geht.

          Es gibt noch keinen Prozess, der Anwalt wollte mir eigentlich schon letzte Woche ein Schreiben schicken, das er dem Arbeitgeber erstmal zukommen lassen wollte. Ich habe da ein wenig das Gefühl, dem Anwalt hinterherzurennen und weiß ja leider auch nicht genau, wie sowas läuft. Obwohl er mir empfohlen wurde und auch sehr gute Bewertungen hat.

          Was allerdings nützlich wäre, wenn mein vorgeschriebenes Zeugnis vom Arbeitgeber übernommen werden würde. Da bin ich gerade dran.
          Wichtig ist ja hier der Schlusssatz. Wäre es rechtlich in Ordnung, hier eine Floskel zu wählen, die auf eine Kündigung durch den Arbeitnehmer hindeutet? Oder muss man hier bei der Wahrheit bleiben, obwohl die Kündigung nicht rechtens ist?
          Ansonsten wäre eine Floskel zum „beidseitigen Einvernehmen“ wahrscheinlich die einzige Wahl.

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          • #6
            Zitat von MorritonMahoney Beitrag anzeigen
            Was allerdings nützlich wäre, wenn mein vorgeschriebenes Zeugnis vom Arbeitgeber übernommen werden würde. Da bin ich gerade dran.
            Wichtig ist ja hier der Schlusssatz. Wäre es rechtlich in Ordnung, hier eine Floskel zu wählen, die auf eine Kündigung durch den Arbeitnehmer hindeutet? Oder muss man hier bei der Wahrheit bleiben, obwohl die Kündigung nicht rechtens ist?
            Solange das Arbeitsgericht kein Urteil gesprochen hat oder ihr euch vergleichsweise geeinigt habt, steht zunächst die arbeitgeberseitige Kündigung im Raum. Deshalb kann ein wahrheitsgemäß zu erstellendes Zeugnis hierzu keine gegenteilige Aussage treffen. Im Zuge der Einigung wird meist auch die Frage des Zeugnisses diskutiert. Bis dahin dürfte der AG eine Formulierung verwenden, die auf eine AG-seitige Kündigung schließen lässt.

            Ansonsten wäre eine Floskel zum „beidseitigen Einvernehmen“ wahrscheinlich die einzige Wahl.
            Wenn das Zeugnis insgesamt gut/sehr gut formuliert ist und der Schlusssatz den Austrittsgrund zwar nicht weiter konkretisiert, aber das Ausscheiden bedauert und eine Dankesformel enthält, liest sich das eher wie eine arbeitnehmerseitige Kündigung - ohne das wirklich so formuliert zu haben.

            Zum Beispiel: "Frau/Herr xyz scheidet mit Ablauf des 31. Dezember 2019 aus unseren Diensten aus. Wir bedauern dies (das wäre eigentlich gelogen, denn hätte der AG nicht gekündigt, müsste er es auch nicht "bedauern" - aber es kann ja auch die Entwicklung bedauert werden, die zur Kündigung führen musste) und danken Frau/Herr xyz für die geleistete Arbeit. Für ihre/seine weitere Zukunft wünschen wir ihr/ihm alles Gute."
            Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
            Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

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            • #7
              wen du keine Klage eingereicht hast, warum soll dann der Arbeitgeber dir was zahlen. Was für ein Feld-Wald und Wiesenanwalt hast du da?
              Ohne Klage zahle ich erstmal nichts!

              Die Einigung wird dann vor dem Arbeitsgericht getroffen, das die Abfindung, das ist das Zeugnis, das ist die Freistellung, und das ist der Auszahlungsmonat der Abfindung.
              Nur so mit ein paar Briefchen hin und her wird wohl die Frist verstrichen sein und du bekommst nichts außer Kosten

              Gruß
              meistermacher

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              • #8
                Er hat mir nun doch die Kündigungsschutzklage zur Prüfung geschickt, d.h. die Klage wird innerhalb der Frist erhoben.

                Das Zeugnis soll später Teil der Einigung werden, daher soll ich es selbst formulieren. Ich denke auch, dass ich keinen direkten Grund nennen werde, danke für Ihren Tipp werner h.

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                • #9
                  Hallo zusammen,

                  ich habe vrstl. zum 16.01.2020 einen neuen Job (musste leider eine kleine Notlüge zur Kündigungsfrist machen, daher nicht der 01.01., passt generell aber gut für mich).

                  Wäre es möglich, bzw. Sinnvoll, dass der Anwalt den Januar noch als Anstellung mit Sprinterregelung raushandelt, damit ich keinen halben Monat Lücke habe? Mache mir da eigentlich nur Sorgen wegen Versicherung und co.
                  Soweit ich das verstanden habe, könnte ich bei einer Sprinterregelung dann Anfang Januar (innerhalb von 3 Tagen) kündigen.

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                  • #10
                    Sprinterregelung sagt mir nichts, ich kenn nur das:
                    https://www.gesetze-im-internet.de/kschg/__12.html
                    evtl ist das gemeint, da ist die Frist aber eine Woche.

                    Sorgen wg. Versicherung muss man nicht haben. Das einzig problematische ist die Krankenversicherung und die wirkt zwischen 2 Anstellungen grundsätzlich einen Monat nach. In die Rentenversicherung würde halt nichts eingezahlt, das sind aber Pfennigbeträge am Schluss bei der Rente.

                    https://sozialversicherung-kompetent...sanspruch.html

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                    • #11
                      Hallo zusammen,

                      nochmal vielen Dank für eure Antworten!

                      Die Klage wurde eingereicht und ein Gütetermin nächstes Jahr (zu dem ich erscheinen muss) einberufen.

                      Der Anwalt meinte, dass er eine außergerichtliche Einigung/Vergleich anstrebt. Ist dies dann jetzt noch möglich vor dem Gütetermin?

                      danke & viele Grüße

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                      • #12
                        Zitat von MorritonMahoney Beitrag anzeigen

                        Der Anwalt meinte, dass er eine außergerichtliche Einigung/Vergleich anstrebt. Ist dies dann jetzt noch möglich vor dem Gütetermin?

                        danke & viele Grüße
                        Ja ist jederzeit möglich. Das Gericht freut sich, wenn ihr nicht kommt und den Termin absagt.

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