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Permanente Erreichbarkeit während des Freizeitausgleichs?

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  • Permanente Erreichbarkeit während des Freizeitausgleichs?

    Mitarbeiter A macht regelmäßig Wochenenddienste. Im Tarifvertrag ist geklärt, dass er dafür Freizeitausgleich in vollen Tagen bekommt, ein Sonntagsdienst bedeutet also ein freier Tag in der Woche. Die freien Tage können aber auch gesammelt und am Stück (fünf Dienste samstags oder sonntags = eine Woche frei zu einem späteren Zeitpunkt) genommen werden. Alles weitere regelt der Tarifvertrag nicht und es gibt dazu auch keine Betriebsvereinbarung.

    Nun wurde Mitarbeiter A schriftlich eine freie Woche zugesagt, die er daraufhin privat verplant hat. Während dieses Freizeitausgleichs wurde das widerrufen, er wurde in der Freizeit angerufen und ihm wurde mitgeteilt, dass er den Freizeitausgleich zwei Tage später abzubrechen habe.

    Mich würde interessieren: 1. Darf schriftlich zugesagter Freizeitausgleich (NICHT Urlaub!) nach Lust und Laune vom Arbeitgeber widerrufen werden (es lag weder ein plötzlicher Krankheitsfall in der restlichen Belegschaft noch irgendein überraschend eingegangener Großauftrag oder so etwas vor)? Und 2.: Muss ein Arbeitnehmer auf seinem privaten Handy (Diensthandys gibt es nicht) im Freizeitausgleich permanent erreichbar sein?

  • #2
    Zitat von Karla123 Beitrag anzeigen
    ... Nun wurde Mitarbeiter A schriftlich eine freie Woche zugesagt, die er daraufhin privat verplant hat. Während dieses Freizeitausgleichs wurde das widerrufen, er wurde in der Freizeit angerufen und ihm wurde mitgeteilt, dass er den Freizeitausgleich zwei Tage später abzubrechen habe.

    Mich würde interessieren: 1. Darf schriftlich zugesagter Freizeitausgleich (NICHT Urlaub!) nach Lust und Laune vom Arbeitgeber widerrufen werden (es lag weder ein plötzlicher Krankheitsfall in der restlichen Belegschaft noch irgendein überraschend eingegangener Großauftrag oder so etwas vor)?
    Hallo,

    im Prinzip ist ein Freizeitausgleich widerruflich (vgl. z.B. http://www.schichtplanfibel.de/urteile3.htm). Allerdings müsste der Arbeitgeber meiner Meinung nach eine Interessenabwägung durchführen. Das heißt, er muss die betrieblichen Interessen an deiner Mitarbeit im fraglichen Zeitraum mit deinen persönlichen Interessen an der Freistellung abwägen. Das kann er natürlich nur tun, wenn du ihm sagst "Ich kann nicht zur Arbeit, weil ...". Wenn der AG dann letztendlich zum Ergebnis kommt, dass sein Interesse schwerer wiegt also deines, musst du der Aufforderung Folge leisten.

    Muss ein Arbeitnehmer auf seinem privaten Handy (Diensthandys gibt es nicht) im Freizeitausgleich permanent erreichbar sein?
    Nein, muss er nicht. Du kannst entsprechende Anrufe getrost ignorieren. Wenn dir dein AG allerdings eine schriftliche Aufforderung in den Briefkasten legt und du nicht nachweisbar abwesend bist, bist du in der Pflicht.

    Gruß,
    werner
    Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
    Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

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    • #3
      Zitat von werner h. Beitrag anzeigen
      Hallo,

      im Prinzip ist ein Freizeitausgleich widerruflich (vgl. z.B. http://www.schichtplanfibel.de/urteile3.htm). Allerdings müsste der Arbeitgeber meiner Meinung nach eine Interessenabwägung durchführen.
      Und eine angemessene Ankündigungsfrist einhalten, das ist in meinen Augen hier mit 2 Tagen nicht gegeben.
      Zumal die freie Zeit angetreten ist und man nicht erreichbar sein muss, wie du schon sagst.

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      • #4
        Da er es weiß, wurde er offenbar erreicht, egal ob er erreichbar sein musste oder nicht. Für die Wirksamkeit (nicht Verbindlichkeit) der Mitteilung ist das also egal. Wenn er erreichbar sein musste, wäre aber eine Vergütung für Rufbereitschaft zu prüfen.

        E.D.

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