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Krank mit Ansage

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  • Krank mit Ansage

    Hallo Zusammen,

    ich habe eine Frage zu o.g. Thema.

    Es ist folgendes passiert, ich gehe zu meinem Chef und sage ihm, dass ich morgen zum Arzt gehe weil es absolut nicht mehr geht. Darauf hin geht dieser zu seinem Vorgesetzten, welcher mich ins Büro zitiert und mir folgendes sagt: sollten sie ab morgen krank sein, liegt danach die fristlose Kündigung da.

    Nun die Frage, kann mein AG mich kündigen, wenn ich aus guten Willen den Hinweis gebe, dass es nicht mehr geht und zum Arzt gehe? Warum ich das gemacht habe, weil ich meinem AG die Chance geben wollte bis morgen einen Ersatz zu finden.

    Nun bin ich gehemmt trotz starker Schmerzen zum Arzt zu gehen aus Angst die Arbeit zu verlieren.

    Ich hoffe auf schnelle Antworten.

    Vielen Dank im Voraus.

  • #2
    Wenn du krank bist und sagst dass du morgen zum Arzt gehst ist das völlig in Ordnung.

    Wie groß ist denn die Firma und wie lange arbeitest du schon dort?

    Eine fristlose Kündigung würde vor dem Arbeitsgericht aber wahrscheinlich kein Bestand haben.

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    • #3
      15 Jahre und ca. 300 Mitarbeiter also kein Kleinbetrieb.

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      • #4
        Hallo Mausi,

        wenn du zum Arzt gehst und dieser dich AU schreibt, dann bist du AU.
        Wenn er dann zum BR geht (falls ihr einen BR habt) und die fristlose Kündigung anhört wegen Krank auf Ansage und dich dann fristlos Kündigt, dann ist das auch so, wenn er dich morgen, weil du schnupfen hast und nicht zum Arzt gehst fristlos kündigt, dann ist auch das so.

        Wenn du dann nicht innerhalb von 3 Wochen vor dem Arbeitsgericht einen Kündigungsschutzklage einreichst und immer wieder deine Arbeitskraft (nach Ende der AU) anbietest, dann bist du fristlos gekündigt. Dieses Kündigung muss schriftlich erfolgen und du musst dann zum Arbeitsgericht und zur Arbeitsagentur.
        Ob die fristlose Kündigung dann ungerechtfertigt war kann dir nicht das Forum sagen sondern wird ein Arbeitsgericht feststellen.
        Es kann aber auch zu einem Vergleich kommen, in dem festgestellt wird, dass das Vertrauensverhältnis zwischen deinem Arbeitgeber und dir so zerrüttet ist, dass es deinem Arbeitgeber unzumutbar ist dich weiter zu beschäftigen. Du bist zum Ende der Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist unwiderruflich von der Arbeit freigestellt wirst und eine Abfindung in Höhe von 0,5 Monatsgehälter für jedes Beschäftigungsjahr erhältst.

        Wenn ich du wäre würde ich selbst wenn ich nicht gekündigt werde mich umgehend nach einem neuen Job umsehen. Sollte der neue Job dann da sein (Arbeitsvertrag Unterschrieben) würde ich ohne Einhaltung einer Frist bei meinem Arbeitgeber kündigen mit dem Hinweis Hiermit kündigen ich zum xyz um die von Ihnen angedrohte fristlose Kündigung zuvor zu kommen. Sie sind für mich als Arbeitgeber untragbar.

        gruß
        meistermacher

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        • #5
          Also bisher war ich hier nur als Fragesteller und stiller Mitleser tätig, aber hier möchte ich mich doch mal beratend einklinken.

          Zitat von meistermacher Beitrag anzeigen
          Es kann aber auch zu einem Vergleich kommen, in dem festgestellt wird, dass das Vertrauensverhältnis zwischen deinem Arbeitgeber und dir so zerrüttet ist, dass es deinem Arbeitgeber unzumutbar ist dich weiter zu beschäftigen.
          Damit KSchG §9 (1) zieht, muss schon wirklich was vorgefallen sein! Wenn ein AN seinem AG einfach nur im guten Ton (ohne dass dies im Kontext gesehen als "Racheakt" für irgendwas aufgefasst werden könnte) mitteilt, dass er voraussichtlich ab den nächsten Tag krank sein wird, dann wird dadurch sicherlich nicht das Vertrauensverhältnis zerrüttet.
          Eine Kündigung (egal ob ordentlich oder fristlos), welche nur auf diesen Sachverhalt aufbaut, dürfte mit 95%iger Sicherheit als unwirksam erachtet werden (wenn sonst nichts anderes vorgefallen sein sollte).

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          • #6
            Zitat von Mausi32 Beitrag anzeigen
            ich gehe zu meinem Chef und sage ihm, dass ich morgen zum Arzt gehe weil es absolut nicht mehr geht. Darauf hin geht dieser zu seinem Vorgesetzten, welcher mich ins Büro zitiert und mir folgendes sagt: sollten sie ab morgen krank sein, liegt danach die fristlose Kündigung da.

            Nun die Frage, kann mein AG mich kündigen, wenn ich aus guten Willen den Hinweis gebe, dass es nicht mehr geht und zum Arzt gehe? Warum ich das gemacht habe, weil ich meinem AG die Chance geben wollte bis morgen einen Ersatz zu finden.

            Nun bin ich gehemmt trotz starker Schmerzen zum Arzt zu gehen aus Angst die Arbeit zu verlieren.
            Hallo,

            die Kündigung (fristlos oder fristgemäß) könnte dir drohen, wenn du die Ankündigung der Krankheit als Druckmittel gegen deinen Arbeitgeber verwendest. Die reine Mitteilung dagegen, dass eine bereits bestehende Erkrankung nun voraussichtlich zur Arbeitsunfähigkeit führen wird, berechtigt den AG dagegen nicht zur Kündigung. Das kannst du z.B. hier nachlesen:
            https://www.haufe.de/oeffentlicher-d...HI7225822.html

            Aber wie meistermacher bereits sagt, kann es natürlich sein, dass dir dein AG dennoch - ungerechtfertigt - kündigt. Dann musst du dich eben dagegen wehren.

            Gruß,
            werner
            Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
            Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

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            • #7
              Zitat von kurzefrage Beitrag anzeigen
              Also bisher war ich hier nur als Fragesteller und stiller Mitleser tätig, aber hier möchte ich mich doch mal beratend einklinken.



              Damit KSchG §9 (1) zieht, muss schon wirklich was vorgefallen sein! Wenn ein AN seinem AG einfach nur im guten Ton (ohne dass dies im Kontext gesehen als "Racheakt" für irgendwas aufgefasst werden könnte) mitteilt, dass er voraussichtlich ab den nächsten Tag krank sein wird, dann wird dadurch sicherlich nicht das Vertrauensverhältnis zerrüttet.
              Eine Kündigung (egal ob ordentlich oder fristlos), welche nur auf diesen Sachverhalt aufbaut, dürfte mit 95%iger Sicherheit als unwirksam erachtet werden (wenn sonst nichts anderes vorgefallen sein sollte).

              95% soso, und was ist mit den restlichen 5 %, und weiter was ist wenn es nicht zum Rechtsakt kommt, also die MA nicht klagt?
              kurzgefragt, sorry, aber nicht einzelne Inhalte zerreißen ohne das ganze zu verstehen.
              Fest steht, wenn ich dich als Schwangere MA morgen fristlos und grundlos kündigen, weil mir nun deinen Nase nicht mehr passt und du erhebst nicht innerhalb der 3 Woche dagegen Klage dann bist du raus. PUNKT.

              Warst du schon mal vor dem Arbeitsgericht und hast deinen AG verklagt?
              ich habe es getan.
              Als Vergleich ( und das habe ich geschrieben) hat das Arbeitsgericht bei mir 2 mal den Vorschlag der Zerrüttung gebracht, den ich immer abgelehnt habe. Ich habe immer geklagt wegen Benachteiligung, und festgestellt, ich will in dem Job arbeiten, für den ich einen Vertrag habe und nach dem ich bezahlt werde und nicht als Hilfskraft unter Beibehaltung meines Geldes und Arbeitszeit am Band stehen.

              Gruß
              meistermacher

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              • #8
                Danke für die vielen Ratschläge und Informationen

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                • #9
                  Zitat von kurzefrage Beitrag anzeigen
                  Damit KSchG §9 (1) zieht, muss schon wirklich was vorgefallen sein! Wenn ein AN seinem AG einfach nur im guten Ton (ohne dass dies im Kontext gesehen als "Racheakt" für irgendwas aufgefasst werden könnte) mitteilt, dass er voraussichtlich ab den nächsten Tag krank sein wird, dann wird dadurch sicherlich nicht das Vertrauensverhältnis zerrüttet.
                  Eine Kündigung (egal ob ordentlich oder fristlos), welche nur auf diesen Sachverhalt aufbaut, dürfte mit 95%iger Sicherheit als unwirksam erachtet werden (wenn sonst nichts anderes vorgefallen sein sollte).
                  Trotzdem führen rund 80 bis 90 % der Kündigungsschutzverfahren nicht zur tatsächlichen Weiterbeschäftigung, meist ist es ein Vergleich mit Abfindung. Der Job ist aber trotzdem weg.

                  E.D.

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                  • #10
                    @ meistermacher

                    Ob du's glaubst oder nicht: ich bin von meinem jetzigen AG tatsächlich schon mal gekündigt worden, habe geklagt und klar gewonnen. Seitdem muss ich immer wieder mal Schikanen von "oben" hinnehmen.
                    Ich vermute, viele Richter (bekanntlich chronisch ausgelastet) sind auch bestrebt, einen Fall zügig schon zur Vergleichsverhandlung abzuschließen, um bissl weniger Arbeit zu haben. Da wird dann halt auch mal bissl Druck gemacht ...
                    Ich persönlich würde jedem Mut machen, gegen ne Kündigung zu klagen (allein schon, damit nicht der falsche als Gewinner dasteht).

                    @ E.D.

                    Letztlich entscheidet immer noch der AN, ob er einen Vergleich annehmen will oder ein Urteil abwarten will. Viele wollen einfach nach ner Kündigung nicht mehr beim alten AG arbeiten, weil sie ihn satt haben und anderweitig Chancen sehen. Manchen ist sicher auch der Zeitraum bis zum Prozess zu lang (man hängt in der Luft und ist sich nicht sicher, wie's ausgeht). Dann nehmen manche wohl lieber paar Euronen mit.

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