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wie Zeugnis einfordern ohne Kosten?

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  • wie Zeugnis einfordern ohne Kosten?

    Mein letzter Arbeitgeber ignoriert meine Bitte / Forderung nach einem Arbeitszeugnis komplett. Emails werden irgnoriert und Telefonate nicht angenommen, usw.
    Er ist anscheinend persönlich gekränkt, dass ich ihn und seine tolle Firma verlassen habe.

    Eine Nachfrage beim AG ergab, dass mir die Möglichkeit offen steht, Klage auf Erteilung eines Zeugnisses einzureichen. Hier würde zunächst
    ein Gütetermin stattfinden, der für mich noch nicht mit Kosten verbunden ist.

    Reagiert der Arbeitgeber darauf allerdings nicht bzw. stellt mir danach ein schlechtes oder fehlerhafttes Arbeitszeugnis aus, bliebe mir nur die sog.
    Zeugnisberichtigungsklage , bei der für mich hohe Kosten (Anwalt, Gericht) anfallen, je nach dem, wie weit es der Ex-Arbeitgeber treibt, um einen zu schikanieren.

    Nun meine Frage: wie komme ich relativ kostengünstig zu meinem Arbeitszeugnis? Ich will mich nicht mehr von diesem Menschen schikanieren lassen. Das hat er sechs Jahre getan. Und für ihn sind so ein paar Anwalts- und Gerichtskosten ja Peanuts. Er und sein Anwalt sind zusammen im Golfclub. Ich dagegen bin Alleinerziehend und versuche nur, bestmöglichst für mich und meinen Sohn zu sorgen.

    Danke schon mal im Vorraus für eure Tipps.

    LG
    Asseria

  • #2
    Auch für dich besteht beim Gericht kein Anwaltszwang. Die Gerichtskosten sind gering bis vernachlässigkbar. Also der AG will dich da bisschen ins Bockhorn jagen.

    Allerdings wenn man ohne Anwalt zum Gericht geht, sollte man sich schon ein bisschen mit der Materie beschäftigen. Wichtig wäre dass das spätere Zeugnis im Einigungsgespräch oder dann auch in einer richtigen Verhandlung sehr konkret vereinbart wird. Wenn der AG nur dazu verurteilt wird ein gutes Zeugnis zu erteilen, wird das natürlich zu Problemen führen. Also am besten eine konkreten Formulierungsvorschlag zu Protokoll geben.

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    • #3
      Zitat von Asseria Beitrag anzeigen
      Mein letzter Arbeitgeber ignoriert meine Bitte / Forderung nach einem Arbeitszeugnis komplett. Emails werden irgnoriert und Telefonate nicht angenommen, usw.
      Er ist anscheinend persönlich gekränkt, dass ich ihn und seine tolle Firma verlassen habe.
      Hallo,

      wie groß ist die Firma denn? Ist der Ex-Chef derjenige, der alle Fäden sachbearbeitend selbst in der Hand hält? Oder gibt es Verwaltungskräfte, eventuell sogar einen Personalbereich, mit entsprechender Aufgabenzuweisung? Es geht mir um die Frage, wessen Job es ist, das Zeugnis vorzubereiten. Oftmals ist es so, dass es nicht aus böser Absicht verschleppt wird, sondern weil einfach die Zeit dazu fehlt und alles andere wichtiger ist.

      Deshalb schlage ich vor, dass du dir dein Wunschzeugnis selbst formulierst und es ihm - als Entwurf gekennzeichnet - zuschickst, idealerweise sogar in Dateiform. Wenn es bisher tatsächlich nur ein Zeitproblem war, ist es für den Chef dann eine leichte Übung, diesen Entwurf in Reinform zu bringen und dir auszuhändigen.

      Gruß,
      werner
      Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
      Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

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      • #4
        die Firma besteht nur aus drei Leuten und er hält alle Fäden in der Hand. Es gibt also keine Personalabteilung o.*.

        Ich hatte ihm ja praktischerweise ein Zeugnis vorformuliert und als Word Datei geschickt; sogar schon so vorformatiert, dass er es nur noch auf Geschäftspapier hätte ausdrucken und unterschreiben müssen. Aber es geht hier ja nicht um ein Zeit- Formulierungs- oder Personalproblem, sondern schlichtweg um ein gekränktes Ego.

        Er ging schon immer sehr dreckig mit Kunden oder Geschäftspartnern um, die nicht mehr nach seiner Pfeife getanzt haben. So ist er halt. Ich hatte ja schon die Befürchtung, dass es mich auch treffen wird, wenn ich gehe.

        Ich würde ja auch durch alles Instanzen gehen, um diesem Typ endlich mal die Stirn zu bieten, aber das ist ein bisschen wie David gegen Goliath und auch eine Kostenfrage, leider.

        Eine Zeugnisberichtigungsklage scheint wohl doch eine längere Sache zu sein, was ich so höre .....

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        • #5
          Ja ein Klage dauert mehrere Monate. Bis man halt einen Termin bekommt. :-(

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          • #6
            Zitat von Asseria Beitrag anzeigen
            ... Ich würde ja auch durch alles Instanzen gehen, um diesem Typ endlich mal die Stirn zu bieten, aber das ist ein bisschen wie David gegen Goliath und auch eine Kostenfrage, leider.

            Eine Zeugnisberichtigungsklage scheint wohl doch eine längere Sache zu sein, was ich so höre .....
            Wie lange warst du dort beschäftigt? Und wie wichtig ist diese berufliche Station für deinen Lebenslauf? Wenn du dort beispielsweise nur mehrere Monate warst, könnte das Fehlen eines Zeugnisses bei weiteren Bewerbungen entschuldbar sein. Bei einer mehrjährigen Tätigkeit, die dazu auch noch besonders verantwortungsvoll war, würde ein fehlendes Zeugnis dagegen Fragen aufwerfen.

            Wie lange bist du dort bereits ausgeschieden? Irgendwann gilt der Zeugnisanspruch als verwirkt, wenn man sich nicht nachdrücklich darum kümmert.

            Um die Kostenfrage solltest du dir keine Gedanken machen müssen. In erster Instanz trägt jede Partei ihre Kosten selbst. Eine Klage auf Ausstellung eines Zeugnisses dürfte auch ohne rechtskundigen Beistand ein Selbstgänger sein. Da müsste eigentlich der golfspielende Anwalt deines Chefs seinem Mandaten raten, hier keine vergebliche Energie zu investieren.

            Eine Zeugnisberichtigungsklage wäre dann ein gesonderter Schritt, wenn das nach der Zeugniserteilungsklage erstellte Schriftstück nicht deinen Vorstellungen entspricht. Aber vielleicht könnt ihr euch bereits im ersten Gütetermin auf einen Entwurf einigen.
            Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
            Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

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            • #7
              Zitat von Asseria Beitrag anzeigen
              Das hat er sechs Jahre getan.

              LG
              Asseria
              Hallo Werner,

              aus dieser Aussage gehe ich davon aus, dass er 6 Jahre dort war. Also zu lange um auf ein Zeugnis zu verzichten.

              Gruß
              Hubertus

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              • #8
                Zitat von Hubertus Beitrag anzeigen
                aus dieser Aussage gehe ich davon aus, dass er 6 Jahre dort war. Also zu lange um auf ein Zeugnis zu verzichten.
                Wer lesen kann, ist klar im Vorteil ...
                Ich stimme dir natürlich absolut zu.

                dass er
                Irgendwie bin ich bis gerade eben völlig selbstverständlich davon ausgegangen, dass "Asseria" eine Frau ist. Aber egal, ob m/w/d, inhaltlich ändert das ja nichts.
                Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
                Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

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                • #9
                  Es ist sehr bedauerlich, wenn man so im Streit auseinandergeht, insbesondere wenn man sechs Jahre zusammengearbeitet hat. Dabei bedeutet eine Kündigung nicht in jedem Fall, dass man ein Problem mit der Firma hat. Manchmal möchte man sich einfach nur weiterentwickeln. Ein Arbeitsverhältnis ist schließlich kein Treueversprechen ganz nach dem Motto: "Bis das der Tod euch scheidet".

                  Was vielleicht ein Versuch wert wäre: Meist ist man in der schriftlichen Kommunikation wesentlich mehr auf Kontra gestellt als im direkten Gespräch. Immer wieder erlebe ich, dass ich wenn ich etwas schriftlich erbitte ganz andere Reaktionen bekomme, als wenn ich direkt auf die Leute zugehe. Auf deinen Fall bezogen könntest du probieren, dass ganze von Angesicht zu Angesicht zu lösen. Wenn du noch einmal in deine alte Firma gehst, mit dem vorfomulierten Arbeitszeugnis in der Tasche, und deinen Chef freundlich bittest, sein Autogramm darunter zu setzen und vielleicht noch einmal betonst, dass du sehr gerne in der Firma gearbeitet hast und was dir gefallen hat - vielleicht wäre das eine Chance.

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                  • #10
                    Es wurde hier erwähnt, dass ich nicht zu lange damit warten darf .... aber ich bin bereits im April 2017 dort ausgeschieden. Es ist jetzt also etwas mehr als 2 Jahre her. Ich wollte damals einfach meine Ruhe und keine weiteren Konflikte mehr mit dem Typ. Ich dachte mir: besser kein Zeugnis, als ein Schlechtes! Es ging mir seelisch damals nicht gut und dann hatte ich auch gleich einen neuen Job und alles war erstmal gut.

                    Vor ein paar Wochen rief er mich überraschenderweise an und fragte, ob ich zurückkommen möchte, da die Kollegin, die mich rausmobbte und der er immer die Stange hielt, wohl weg sei und er Personal bräuchte. Natürlich habe ich abgeleht, da ich mitlerweile einen richtig guten Job habe.

                    Er hatte mir zugesagt, mir nun doch ein Zeugnis zu schicken, doch nun kommt wieder nichts.Wahrscheinlich, weil ich nicht zurückkomme.

                    Macht das jetzt nach 2 Jahren noch Sinn vor das AG zu gehen?
                    Oder ist es nicht wirklich besser, gar kein Zeugnis zu haben, als ein Schlechtes?

                    Kommentar


                    • #11
                      Zitat von Asseria Beitrag anzeigen
                      Macht das jetzt nach 2 Jahren noch Sinn vor das AG zu gehen?
                      Oder ist es nicht wirklich besser, gar kein Zeugnis zu haben, als ein Schlechtes?
                      Jetzt stellt sich die Geschichte plötzlich anders dar. Nach zwei Jahren hast du deinen Zeugnisanspruch verwirkt. Da wird dir kein Arbeitsgericht weiterhelfen können.

                      Im Moment bist du in der neuen Firma glücklich und zufrieden und hast nicht vor, von dort wieder zu gehen? Vielleicht gibt es irgendwann eine Gelegenheit, dort ein Zwischenzeugnis anzufordern (z.B. aufgrund Vorgesetztenwechsels oder Übertragung neuer Aufgaben). Dann könntest du - falls es irgendwann nötig ist - die Bewerbung damit anreichern.
                      Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
                      Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

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