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    Hallo zusammen,




    Also vor zirka einer Woche habe ich auf einem Festival gekellnert. Ich wurde an eine Theke gebracht die sehr gut besucht worden ist , dementsprechend war ich auch für 11 Stunden an diese Theke ohne wirklichen Pausen. Ich hatte 30 euro an Trinkgeld gemacht was dem Festival Leiter aufgefallen ist und er kurzerhand nach meiner Schicht mein Trinkgeld einkassiert hatte.Weil er der Meinung war das ich zuviel Trinkgeld gemacht hätte. Ich erklärte ihm das ich eine Verkäufer Schulung hatte und das ich zirka 2 Jahre im Kundenservice gearbeitet hatte und dementsprechend weiß wie ich mit Kunden umzugehen habe (Kellnern in einer Bar und Service im Fittnesstudio). Hinzukommen die Unmenschlichen Arbeitszeiten. Meine Schichten waren so eingeteilt 8 30 Morgens bis zirka halb zwei oder zwei Uhr Morgens und das vier Tage lang. Ein Tag habe ich sogar ohne Pausen arbeiten dürfen, da sie mich von der Theke abgezogen hatten und mich in den Abbau oder Aufbau von Theken eingeteilt hatten plus Getränke Service das heißt ich musste ständig 12 Theke im Uhrzeiger Sinn mit Getränken beliefern. Danach habe ich durch eine dritte Person mitbekommen das ich durch die Trinkgeld Sache nicht mehr für sie arbeiten darf. Ich habe wieder per Mail der per Post eine Antwort bekommen. Meine Frage ist darf er das als Arbeitgeber machen? Mein Trinkgeld einkassieren , mich für Arbeit einteilen für die ich mich nicht angemeldet habe und mich für Schichten einteilen wo nur 4-5 Stunden Ruhepause dazwischen sind.

  • #2
    Hallo,

    von 08:30 Uhr bis 01:30 oder 02:00 Uhr gibt nach meiner Rechnung deutlich mehr als die von dir genannten elf Stunden. Wie hast du das körperlich vier Tage lang durchgehalten?

    Wurde im Vorfeld ein schriftlicher Arbeitsvertrag geschlossen? Denn im Nachhinein wird es schwer sein zu beweisen, welche Konditionen im Vorfeld (mündlich) besprochen waren - sofern z.B. hinsichtlich des Trinkgeldes überhaupt eine Absprache bestand. Meines Wissens ist es in der Gastronomie nicht unüblich, dass Trinkgeld einkassiert und dann gegebenenfalls einem Pool für alle zugeführt wird.

    Sind die geleisteten Arbeitszeiten wenigstens korrekt abgerechnet und bezahlt worden?

    Ist dieser Arbeitgeber bzw. der künftige Einsatz dort für dich wichtig? Oder geht es dir in erster Linie darum, Gerechtigkeit herzustellen?

    Wenn du auf diese Jobs angewiesen bist, würde ich empfehlen, das Gespräch mit dem AG zu suchen, dort zu Kreuze zu kriechen, das Trinkgeld in den Wind zu schreiben und auf künftige Einsätze zu hoffen.

    Im anderen Fall gibt es im nachträglich nur noch sehr eingeschränkte Handlungsmöglichkeiten. Du könntest vor dem Arbeitsgericht auf Herausgabe des Trinkgeldes klagen - je nach Beweislage mit ungewissen Erfolgsaussichten. Dafür müsstest du zuerst begründen, warum dir das Trinkgeld deiner Meinung nach ungeteilt zusteht, und zum anderen belegen, um welchen exakten Betrag es sich handelte. Wenn du das argumetativ gut hinbekommst, wäre es zumindest einen Versuch wert - gegebenenfalls ohne Rechtsvertretung zumindest bis zum ersten Gütetermin. Dein AG müsste sich dann fragen, ob ihm der Betrag einen Rechtsstreit wert ist.

    Darüber hinaus könntest du beim zuständigen Gewerbeaufsichtsamt die Arbeitsbedingungen des Einsatzes schildern. Dann wird vermutlich ein Aufsichtsbeamter dem AG einen Besuch abstatten und nach Arbeitszeitnachweisen fragen - möglicherweise sogar mitten im nächsten Festivalbetrieb. Davon hast du persönlich natürlich nichts mehr.

    Gruß,
    werner
    Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
    Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

    Kommentar


    • #3
      Zitat von werner h. Beitrag anzeigen
      Darüber hinaus könntest du beim zuständigen Gewerbeaufsichtsamt die Arbeitsbedingungen des Einsatzes schildern. Dann wird vermutlich ein Aufsichtsbeamter dem AG einen Besuch abstatten und nach Arbeitszeitnachweisen fragen - möglicherweise sogar mitten im nächsten Festivalbetrieb. Davon hast du persönlich natürlich nichts mehr.
      Da reicht eigentlich schon die Mitteilung des Arbeitnehmers, er ist ja Zeuge im Bußgeldverfahren. Natürlich geht das nicht anonym.

      Im Erfolgsfalle wird allerdings die Folge sein, dass man beim nächsten Festival (wenn überhaupt) nur die gesetzlich erlaubten Stunden bekommt. Das ist zwar von Vorteil, da im Sinne der Gesundheitsvorsorge, führt aber natürlich auch zu weniger Einkommen. Da ein solches Festival auf wenige Tage beschränkt ist, können die Stunden ja nicht weiter verteilt werden, es müssen eben weitere Mitarbeiter angestellt werden.

      Beim Trinkgeld ist die Sache klar, das steht dem Arbeitnehmer persönlich zu (sofern nicht z.B. eine gemeinsame Trinkgeldkasse vereinbart ist). Aber jetzt wo es schon hergegeben wurde muss man es natürlich selbst wieder per Klage zurückfordern. Sollte der Arbeitgeber den Sachverhalt abstreiten, ist man in der Beweispflicht. Kollegen können vielleicht als Zeugen bestätigen dass es überhaupt so war, aber kaum die Höhe. Dass 30 Euro als "zuviel" bezeichnet wären ist sehr befremdlich, das sind bei 11 Stunden ja keine 3 Euro in der Stunde. Haben die Gäste nur 10-Cent-Münzen gegeben?

      E.D.






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