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Diskriminierung durch Security?

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  • Diskriminierung durch Security?

    Hallo zusammen,

    ich arbeite neben meinem Studium in einem kleinen Logistikunternehmen in Münster. Ich bin viele
    arbeitsrechtlich fragwürdige Dinge gewöhnt wie etwa Anschläge mit der Anordnung, dass an Samstagen
    gearbeitet wird (ohne Absprache) oder Urlaub bzw. Unterstunden, die angeordnet werden weil nicht
    genug zu tun ist (um 12 Uhr nach Hause schicken) und so weiter. Nun hat meine Firma einen
    Sicherheitsdienst eingestellt, der bei Mitarbeitern alle Taschen kontrolliert wenn diese die Halle
    verlassen. Zusätzlich gibt es einen Zufallsgenerator, nachdem man sich (bei rotem Bildschirm) mit
    einem Metaldetektor scannen lassen muss.

    Es gibt jedoch noch einen ZWEITEN Eingang zur Halle für Mitarbeiter der IT, des Service sowie des
    Lagerleiters und des Geschäftsführers. Dort wird absolut nichts und niemand jemals kontrolliert, auch
    keine Taschen. Sämtliche Mitarbeiter dieses Gebäudetraktes betreten und verlassen das Warenlager
    mehrmals täglich um etwa PCs zu tauschen oder Warenmuster mit ins Büro zu nehmen. Sie unterstehen
    keinerlei Security im Gegensatz zu den normalen Arbeitskräften an ihrem improvisierten Seiteneingang
    auf der abgelegenen Seite des Gebäudes. Sehe ich das richtig, dass es sich hierbei um Diskriminierung
    handelt oder nehme ich das zu genau? Security in einem Warenlager macht ja Sinn, aber dann bitte
    auch für alle. Gewisse Mitarbeiter werden jeden Tag kontrolliert (manchmal auch mehrfach wenn sie in der
    Pause das Gebäude verlassen wollen) und andere niemals...??

    Was sagt Ihr dazu?
    Beste Grüsse an Alle!

  • #2
    Hallo,

    eine unzulässige Diskriminierung liegt nur vor, wenn es sich um die im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) genannten Gründe handelt. Die unterschiedliche Behandlung unterschiedlicher Berufsgruppen könnte allenfalls dann eine unzulässige Diskriminierung sein, wenn bei den Angehörigen der benachteiligten Gruppe mehrheitlich ein solcher Grund vorliegt (z.B. hier überwiegend Frauen, Ausländer usw.).

    Daneben gibt es den arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsat z. Aber dieser lässt eine unterschiedliche Behandlung von abgrenzbaren Gruppen zu. Aus dieser Sicht ist das Verhalten deines Arbeitgebers also ebenfalls in Ordnung.

    Habt ihr einen Betriebsrat? Der wäre bei Einführung dieser Maßnahme in der Mitbestimmung.

    Gruß,
    werner
    Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
    Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

    Kommentar


    • #3
      Die Frage ist eher, ob die Kontrollen überhaupt zulässig sind und die Durchführung korrekt ist. Dazu siehe z.B.:
      http://inxmail.bund-verlag.de/inxmai...Arbeitsschluss

      Eine Unterscheidung nach Berufsgruppen muss nicht unbedingt fehlerhaft sein. Es kann z.B. Gründe geben, die bei manchen Tätigkeiten zu einem höheren Diebstahlrisiko führen als bei anderen.

      E.D.

      Kommentar


      • #4
        Hallo

        vielen Dank für Eure Antworten. Einen Betriebsrat haben wir leider nicht, nur eine
        Vertrauensperson. Ich habe mir gerade mal Deinen Link durchgelesen E.D. Eine
        Betriebsvereinbarung in irgendeiner Form gibt es bei uns jedoch nicht. Es steht auch
        nichts davon in unseren Arbeitsverträgen. Und die Kontrolle aller Taschen wird bei
        jedem durchgeführt, der die Halle verlässt und nicht erst wenn er per Zufallsgenerator
        erfasst wird. Es gibt noch einen zweiten Standort, wo Retouren von Zalando bearbeitet
        werden. Dort wird man bei JEDEM Gang zur Toilette oder in die Küche mit einen
        Metalldetektor nach Schmuck abgetastet; teilweise 5 oder 6 mal pro Tag. Zum Glück
        arbeite ich dort aber nicht Unser Betriebsklima wird sowieso von Monat zu Monat
        schlechter. Viele langjährig Angestellte haben mittlerweile gekündigt. Aber ich
        schweife vom Thema ab...

        Es hatte mich einfach nur irritiert, dass verschiedene Personen unterschiedlich
        behandelt werden, obwohl jeder theoretischen Zugang zu der lagendern Ware hat. Es
        lässt sich doch nicht einfach so pauschal sagen, dass die Mitarbeiter aus dem Lager
        kontrolliert werden müssen und die Mitarbeiter der Büros (sofern sie die Lagerhalle beteten
        haben) ohne Kontrolle wieder gehen können. Wenn beispielsweise ein IT-ler mit einem alten
        Drucker durch seinen eigenen Ausgang die Halle verlässt und ich zufällig mit ihm in ein
        Gespräch vertieft bin und ebenfalls diesen Ausgang benutze, dann wäre das bei ihm OK
        und bei mir ein Fehlverhalten? Ganz salopp ausgedrückt... in so einem Druckergehäuse
        lässt sich theoretisch eine Menge Schmuck verstecken Aber da diese Möglichkeit ja
        von vorne herein gar nicht in Erwägung gezogen wird (weil es ein IT-ler ist) kam mir eben
        der Gedanke an Diskriminierung... Man kann doch nicht die Gefahr des Diebstahl daran
        bemessen welche Aufgabe der jeweilige Mitarbeiter in der Halle ausübt, oder? Kontakt
        zur Ware = Möglichkeit des Diebstahls, oder nicht?

        Beste Grüsse an Alle!

        Kommentar


        • #5
          Ich weiß nicht wie es gesetzlich angeht, aber ich würde sagen, es muss für alle gleich sein. Oder da muss man einen Eingang und Ausganz sein. Das ist nur meine Meinung. Bei uns in der Firma haben wir eine Karte und einen Eingang und Ausgang und ein Security. Die Taschen wurden nicht kontrlokkiert.

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          • #6
            Zitat von E.D. Beitrag anzeigen
            Die Frage ist eher, ob die Kontrollen überhaupt zulässig sind und die Durchführung korrekt ist. Dazu siehe z.B.:
            http://inxmail.bund-verlag.de/inxmai...Arbeitsschluss
            Das ist der richtige Ansatz. Das muss man sich fragen, ist die Kontrolle zulässig oder nicht.


            Als Arbeitnehmer macht es doch keinen Sinn zu verlangen, dass Kolleginnen und Kollegen aus anderen Abteilungen auch drangsaliert werden.

            Ansonsten würde ich eine Betriebsrat gründen. Ansonsten steht man eh alleine da, gegen den Arbeitgeber und ist immer im Nachteil. Wenn man auf sein Recht auf einen BR verzichtet, ist mal selber schuld.

            Desweiteren hilft nur, wenn man das mit dem BR nicht will: Kündigen, sich was neues suchen.

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