Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Ist das noch Teilzeit?

Einklappen
X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Ist das noch Teilzeit?

    Hallo,

    ich (27 jahre alt, weiblich) habe seit 1 1/2 Jahren in einem Unternehmen einen befristeten Teilzeitarbeitsvertrag. Nun sieht es aber seitdem so aus, das ich bis auf 1-2 Monate im Jahr statt meinen vertraglich geregeleten 120 Stunden im Monat, ich zwischen 150 und 200 Stunden arbeite. Ich bekomme alle Stunden bezahlt (Stempeln)

    In einem halben Jahr erhalte ich meinen unbefristeten Arbeitsvertrag und mir stellen sich jetzt folgende Fragen:
    - habe ich Anspruch auf einen Vollzeitarbeitsvertrag? --> Welche Vorteile würde das mit sich bringen? (Habe mal gelesen das sofern beide Parteien nichts an der Situation ändern, also das ich so viel arbeite, arbeitsrechtlich der Teilzeitarbeitsvertrag stillschweigend zu einem Vollzeitarbeitsvertrag wird?

    - Welche Nachteile habe ich, wenn ich auf Teilzeit bleibe, aber trotzdem wie Vollzeit arbeite. (bezogen auf z.B. Rentenversicherung, ggf Elterngeld für den Fall das man ein Kind erwartet etc.)

    Zu erwähnen sei, das es in dem Betrieb in dem ich arbeite nur Teilzeitarbeitsverträge gibt und alle anderen Mitarbeiter dasselbe "Problem" haben wie ich.

    Was kann man tun? Ggf. mal einen Anwalt im Arbeitsrecht kontaktieren?
    Vielen Dank an alle die sich damit etwas auskennen.

  • #2
    Teilzeit ist alles was weniger als Vollzeit ist, also z.B. auch 39 Std. wenn Vollzeit bei 40 liegt. Der Begriff hat aber keine große Bedeutung.

    Ob Anspruch auf eine höhere Stundenzahl besteht hängt vor allem von den Gründen ab, weshalb mehr gearbeitet wurde als vereinbart.

    E.D.

    Kommentar


    • #3
      Zitat von E.D. Beitrag anzeigen
      Ob Anspruch auf eine höhere Stundenzahl besteht hängt vor allem von den Gründen ab, weshalb mehr gearbeitet wurde als vereinbart.
      Gründe sind z.b. Personalmangel.

      Ich frage mich das eben auch aus dem Grund, da ich es ja mittlerweile gewohnt bin "Vollzeit" zu arbeiten und dies seit diesen 1 1/2 Jahren auch mache, trotz Teilzeitvertrag.
      Sollte dieser Personalmangel sich aber mal beheben, wonach es momentan immer noch nicht aussieht. Könnte meine Chefin mich doch auf meine 120 Stunden im Monat setzen, dafür habe ich ja den Vertrag. Nach so einer langen Zeit sehe ich das aber nicht ein.
      Schließlich macht es einen Unterschied ob man finanziell (auf dauer) mehr im Monat hat oder nicht.

      Was wären denn Gründe um aus einem Teilzeitarbeitsvertrag einen Vollzeitarbeitsvertrag zu machen?
      Zuletzt geändert von Dreamily; 25.04.2019, 14:33.

      Kommentar


      • #4
        Wenn jetzt im Grunde ein neuer Vertrag abgeschlossen wird, dann ist alles Verhandlungssache. Anspruch auf irgendwas gibt es nicht. Ihr müsst Euch einigen.

        Was anderes ist es wenn einfach ohne neuen schriftlichen Vertrag weiter gearbeitet wird.

        Mal zu den Vor und Nachteilen. Bei Rente, in meinen Augen auch Elterngeld ist es egal. Du zahlst ja für alle Stunden die du bezahlt bekommst Rentenversicherung, auch Arbeitslosenversicherung, also bekommst du aus dem Betrag auch Leistungen.


        Grundsätzlich ist das aber so, die Arbeitgeber machen das oft so, dass sie nur Teilzeitverträge mit Überstunden geben, dass sie im URlaub und wenn man krank ist, einfach weniger zahlen. Ist das so?


        (Habe mal gelesen das sofern beide Parteien nichts an der Situation ändern, also das ich so viel arbeite, arbeitsrechtlich der Teilzeitarbeitsvertrag stillschweigend zu einem Vollzeitarbeitsvertrag wird?
        Hast du falsch gelesen oder verwechselt. Ein befristeter Vertrag wird durch einvernehmliche Weiterarbeit, nach Befristungsende, zu einem unbefristeten Vertrag mit gleichen Bedingungen, also bleibt auch die Arbeitsstundenzahl die vereinbart ist gleich. Sie wird nicht zu einer vollen Stelle aus einer Teilzeitstelle.

        Kommentar


        • #5
          Zitat von matthias Beitrag anzeigen
          Hast du falsch gelesen oder verwechselt. Ein befristeter Vertrag wird durch einvernehmliche Weiterarbeit, nach Befristungsende, zu einem unbefristeten Vertrag mit gleichen Bedingungen, also bleibt auch die Arbeitsstundenzahl die vereinbart ist gleich. Sie wird nicht zu einer vollen Stelle aus einer Teilzeitstelle.
          Ich glaube du hast mich falsch verstanden. Das bei der Vertragsverlängerung mein vorhandener Vertrag bleibt, ist mir klar. Nämlich Teilzeit 120 Stunden im Monat. Aber ich arbeite seit 1 1/2 Jahren wie Vollzeit. Ich habe selten einen Monat unter 160 Stunden und in diesem Zusammenhang habe ich dann mal google angeschmissen und mir versucht dort einen Eindruck zu verschaffen inwiefern das korrekt abläuft und fand eben dann das hier:

          "Wenn ein in Teilzeit beschäftigter Arbeitnehmer über einen längeren Zeitraum hinaus weit mehr als seine vertraglich vereinbarte Arbeitszeit arbeitet, liegt eine faktische Vollzeittätigkeit vor, die von der Rechtsprechung als stillschweigende Änderung des Arbeitsvertrages weg von einer Teilzeitbeschäftigung hin zu einer Vollzeitbeschäftigung gewertet wird.

          Denn wenn der als Teilzeitkraft eingestellte Arbeitnehmer über mehrere Jahre wegen verstärkten Arbeitsanfalls im Umfang einer Vollzeitkraft eingesetzt wird, kann dies im Sinne einer stillschweigenden Änderung des Arbeitsvertrages gewürdigt werden (LAG Hamm, Urteil vom 04.05.2006, Az. 8 Sa 2046/05)."


          Das ist ja bei mir der Fall. Ich werde einfach auf den Dienstplan geschrieben, wie selbstverständlich, ich bin teilweise 6 Tage die Woche arbeiten. Also ist sich mein Chef doch auch bewusst, das ich soviel arbeite. Scheint nicht daran interessiert zu sein, was zu ändern - wie auch, bei Personalmangel. Nur das ist keine befristete Situation das er mir z.b. sagte "Nur in diesem Jahr musst du mehr arbeiten." Es ist von anfang an so, seitdem ich dort angefangen habe zu arbeiten.




          Kommentar


          • #6
            Es könnte sich hier um die Befristung einzelner Arbeitsbedingungen handeln. Dafür gelten zwar nicht so strikte Regelungen wie für die Befristung insgesamt, aber in einzelnen Fällen haben Arbeitsgerichte schon einen Anspruch auf dauerhafte Änderung gesehene. Dazu wird AGB-Recht angewandt, die Befristung der Arbeitszeiterhöhung kann also unwirksam sein, "wenn sie den Vertragspartner des Verwenders entgegen den Geboten von Treu und Glauben unangemessen benachteiligen." Ob das zutrifft, entscheidet das Arbeitsgericht, wenn Du auf dauerhaft umfangreichere Beschäftigung klagst. Als Maßstab nehmen dazu die Gerichte insbesondere die Gründe, unter denen auch eine insgesamt befristete Einstellung zulässig wäre. Das kann z.B. vorübergehend erhöhter Arbeitsanfall, die Vertretung eines Kollegen, aber auch anderes sein.

            Unterschreibt man nun aber einen neuen Vertrag mit der alten Stundenzahl, hat man danach kaum noch Aussicht auf Erfolg.

            E.D.

            Kommentar


            • #7
              Zitat von Dreamily Beitrag anzeigen
              ... Scheint nicht daran interessiert zu sein, was zu ändern - wie auch, bei Personalmangel. Nur das ist keine befristete Situation das er mir z.b. sagte "Nur in diesem Jahr musst du mehr arbeiten." Es ist von anfang an so, seitdem ich dort angefangen habe zu arbeiten.
              Hallo,

              wenn dein Chef im Krankheits- oder Urlaubsfall nur die vertraglich vereinbarten Stunden zahlt oder dich später wieder nur 120 Stunden beschäftigt, hättest du laut der von dir zitierten Rechtsprechung gewissen Chancen, einen höheren Einsatz bzw. die daraus resultierende höhere Entgeltfortzahlung einzufordern.

              Ansonsten ist die Vertragsgestattung, wie die Vorredner schon sagten, Verhandlungssache. Dein Chef bietet dir eine Vertragsverlängerung an, und du sagst ihm, dass du nur weiterarbeitest, wenn der Vertrag auf Vollzeit bzw. z.B. 160 Stunden ausgestellt wird. Wird er dir dann sagen "Nein, dann müssen wir uns trennen"? Oder kommt er dir aufgrund des geschilderten Personalmangels entgegen?

              Gruß,
              werner

              Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
              Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

              Kommentar


              • #8
                Bekommst du denn nun bei Krankheit und Urlaub die verreinbarte Stundenzahl bezahlt, oder die reale durchschnittliche?

                Kommentar

                Unconfigured Ad Widget

                Einklappen

                Google

                Einklappen
                Lädt...
                X