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Urlaubsanspruch bei Übernahme nach Dualem Studium im selben Unternehmen

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  • Urlaubsanspruch bei Übernahme nach Dualem Studium im selben Unternehmen

    Hallo zusammen,

    ich werde im Juli mein Duales Studium abschließen und danach im gleichen Betrieb übernommen und in einer Vollanstellung arbeiten.

    Heute wurde ich darauf hingewiesen, dass ich meinen Urlaub anteilsmäßig zum Stichtag der Übernahme aufgebraucht haben muss. Also ungefähr die Hälfte des Jahresurlaubs, der für die Zeit des Dualen Studiums und der normalen Anstellung 29 Tage beträgt. Ich würde jedoch gerne einen Teil der Urlaubstage aus der Ausbildungszeit mit in die Anstellungszeit übernehmen, da ich die Urlaubstage ungern einfach verschwenden würde. Außerdem kann ich die Urlaubstage später in der Anstellungszeit gut gebrauchen, da ich berufsbegleitend weiterstudieren werde und für die Zeit ein paar freie Tage gut gebrauchen kann.

    Daher ist nun meine Frage, ob ich den anteiligen Urlaub in der Zeit des Dualen Studiums nehmen muss oder ob es mir rechtlich erlaubt ist, diesen erst in der zweiten Jahreshälfte zu nehmen. Mein Arbeitgeber besteht aktuell darauf, dass ich bis zur Übernahme im Juli 15 Tage Urlaub genommen haben muss. Auf Nachfrage worauf diese Vorgabe begründet ist, kam leider nur ein "es ist halt einfach so, es ist ja ein neuer Vertrag und der Urlaub ist dann für das Unternehmen teurer". Im Internet und hier im Forum habe ich leider keine eindeutigen Regelungen, Gesetze oder Rechtssprechungen gefunden, die die Aussage bestätigen oder widerlegen. Mir reicht diese Aussage nicht so ganz, da z.B. bei einer Beförderung, nach der der Urlaub ebenfalls mehr wert ist, der Urlaub auch nicht anteilig genommen werden muss. Auch glaube ich nicht, dass die wenigen zusätzlichen Rückstellungen, die für den Urlaub unterjährig aufgebaut werden müssten, für ein Unternehmen mit ~4500 MA dringende Betriebliche Gründe rechtfertigen.

    Vielleicht kann mir jemand von hier dabei weiterhelfen und mir sagen, ob die Aussage meines Arbeitgebers die Vorgabe begründet oder, ob ich ein Recht darauf habe, den Urlaub auch erst später zu nehmen. Vielleicht sehe ich das ganze ja auch falsch und ich muss den Urlaub wirklich nehmen. Dann sehe ich das natürlcih auch ein und würde den Urlaub nehmen/verschwenden.

    Vielen Dank für die Hilfe!

    Viele Grüße
    jp98

  • #2
    Hallo,

    leider hat dein Chef Recht. Dein Arbeitsverhältnis endet mit Bestehen deines Studiums. Und dann beginnt der neue Vertrag.
    Wenn der Chef oder HR nicht kulant sind, hast du keine Chance.

    Gruß
    Hubertus

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    • #3
      1. Zustimmung zu Hubertus
      2. Hintergrund ist doch klar - als Duales erhälst du wieviel Vergütung (ca. 1000 €) dann als Angestellter ca. 3.000 oder mehr?

      wenn der AG da also nicht mitspielen will und es lieber alles "korreckt" abrechnen will, hast du keinen Rechtsanspruch den Urlaub zu verschieben.

      Kommentar


      • #4
        Zitat von Hubertus Beitrag anzeigen
        Dein Arbeitsverhältnis endet mit Bestehen deines Studiums. Und dann beginnt der neue Vertrag.
        Wenn der Chef oder HR nicht kulant sind, hast du keine Chance.
        Zu einem anderen Ergebnis kommt:

        BAG, Urteil vom 29.11.1984 - 6 AZR 238/82 -

        Leitsatz:

        Schließt ein Arbeitsverhältnis an ein Berufsausbildungsverhältn is zum gleichen Arbeitgeber an, ist die Abgeltung von noch nicht erfüllten Urlaubsansprüchen aus dem Berufsausbildungsverhältn is ausgeschlossen. Diese Urlaubsansprüche sind nach den für das Arbeitsverhältnis maßgebenden Vorschriften zu erfüllen.
        E.D.


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        • #5
          Hallo E.D.

          du hast Recht, danke für das Urteil. Jetzt wird sich jp98 mit seinem AG vor Gericht streiten müssen, damit er den Urlaub nicht vor Ende des dualen Studiums nehmen muss. Ob das sinnvoll ist, wird sich dann irgendwann zeigen. Allerdings könnte auch im Ausbildungsvertrag stehen, dass der Urlaub zum Ausbildungsende genommen werden muss. Das ist aber nur Spekulation. Das stand z. B. bei meiner Tochter im Vertrag.

          Gruß
          Hubertus

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          • #6
            Und es könnte auch noch tarifvertragliche Regelungen geben.

            E.D.

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            • #7
              Wenn der Chef böse ist, wartet er mit der Unterschrift zum neuen Vertrag einfach bis zum ersten neuen Arbeitstag nach dem dualen Studium. Oder lässt sogar ein paar Tage oder Wochen dazwischen verstreichen.

              Dann endet der alte Vertrag wirklich und man hat nichts gewonnen.

              Also in meinen Augen macht es keinen Sinn sich zu streiten, wieso nimmt man den Urlaub nicht einfach wie gewollt und gut ist. Das ist auch die fairste Lösung. Schließlich gehört der anteilige Urlaub zu dem Ausbildungsverhältnis.

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              • #8
                Hm,
                ich sehe da den Widerspruch noch nicht. Der BGH verneint die Möglichkeit einer Urlaubsabgeltung. Das begründet ja aber gleichzeitig noch keine Rechtsgrundlage für den AN das auf Verlangen sein Urlaub in das neue AV mitzunehmen ist.
                Der AG besteht ja darauf das der Urlaub vorher genommen wird - was zeitlich demnach auch noch möglich ist.
                Der AG macht von seinem Recht gebrauch den Urlaub vor Beendigung der Ausbildung anzuordnen. Ich sehe da keine rechtlichen Bedenken.

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