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AU Meldung (Wochende/Feiertag)

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  • AU Meldung (Wochende/Feiertag)

    Hallo, ich habe eine Frage zum Thema Krankmeldung die mich beschäftigt.

    Ein AN hat eine 5 Tageswoche von Mo-Fr. und hat Feiertage frei + 31.01. arbeitsfrei.

    Angenommen der AN meldet sich Freitags beim AG arbeitsunfähig ohne Au-Bescheinigung, in der Hoffnung das er sich über das Wochenende erholt. Montags ist arbeitsfrei da 31.01., Silvester ist auch frei, da Feiertag. Mittwoch meldet AN sich erneut AU geht aber zum Arzt und lässt sich eine AU Bescheinigung ausstellen für den Rest der Woche (Mi. - Fr.) und schickt sie per Post am selben Tag noch zum AG (700km) sodass die AU folglich am Donnerstag bei AG eingeht.

    Im Tarifvertrag steht folgendendes:

    "dauert die krankheitsbedingte Arbeitsverhinderung voraussichtlich länger als 3 Kalendertage, so haben sie über § 12 Abs. 6 hinaus eine ärztliche Bescheinigung über die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer spätestens an dem darauf folgenden allgemeinen Arbeitstag vorzulegen"

    Hat AN sich vertragswidrig verhalten?

    Welche arbeitsrechtliche Konsequenzen kann dies dem AN zur Folge haben (Abmahnung o. sogar fristlose Kündigung ohne Abmahnung?) AN genießt allg. Kündigungsschutz

  • #2
    hallo Elias, was die fristlose KÜ betrifft, schau dir den § 626 BGB an.
    Gruß FS
    In einem guten Wort ist Wärme für drei Winter!

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    • #3
      bei der "krankheitsbedingten KÜ kommt es auf die Gesundheitsprognose, des weiteren ob es sich um eine Langzeiterkrankung handelt oder eben um häufige Kurzerkrankungen.
      Gruß FS
      In einem guten Wort ist Wärme für drei Winter!

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      • #4
        Danke für deinen schnellen Beitrag.

        Aber was hat das mit meiner Frage zu tun

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        • #5
          Das verhalten des Arbeitnehmers ist nicht zu beanstanden, wenn die Prognose der vermutlichen Gesundung realistisch war. Eine fristlose Kündigung ist nicht gerechtfertigt. Auch keine ordentliche Kündigung. Eine Abmahnung ist grundsätzlich immer denkbar. Dann muss man halt schauen was drin steht und diese abheften... (und schauen ob man zukünftig etwas anders machen sollte).

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          • #6
            Zitat von Elias2019 Beitrag anzeigen
            Danke für deinen schnellen Beitrag.

            Aber was hat das mit meiner Frage zu tun
            Nichts.......aber das ist bei vielen Antworten dieses Users die Realität. Leider........
            Die Anzahl der Beiträge ist kein Beleg für deren inhaltliche Qualität.

            .......

            Nun zu deinen Fragen:

            Der AN hat sich am Freitag, den 29.12 AU gemeldet. Richtig war sich unverzüglich (schnellmöglichst & ohne eigenes Verschulden) beim AG krank zu melden. Nur unter der (nachträglich falschen) Annahme des AN, er wäre auf keinen Fall länger als drei Tage krank, wäre das richtig gewesen:
            Er hätte am Montag. den 31.12 den Arzt seines Vertrauens bzw. den Vertretungsarzt(evtl. wg. Silvester) aufsuchen müssen, um sich
            eine AU-Bestätigung ausstellen zu lassen. Ein "Frei" ist hier unbedeutend.
            Diese AU-Bestätigung als Kopie per Fax, E-Mail, Whats-up o.* zu seinem AG senden (wg. 3 Tagesfrist, die mit dem ersten AU-Tag beginnt, Wochende, Feiertage, Frei, etc. zählen zu der Frist) mit dem Hinweis Orginal-AU kommt sofort per Post, dann das Orginal per Post zum AG schicken.
            Somit hätte der AN alle ihm auferlegten Obligenheiten erfüllt.

            Anmerkung: wenn der AN erst am Mittwoch die AU-Bestätigung per Post abschickt, dann kommt diese (bei 700km) wahrscheinlich erst am Freitag beim AG an. Also 4 Tage zu spät..... ausserdem verzichtest du auf eine Entgeltfortzahlung für den Freitag.

            Natürlich "kann" dein AG dir kündigen, nur wird er im Falle einer Kündigungsschutzklage damit auf die Nase fallen. "Könne" kann jeder alles, aber dürfen....
            Dein AG darf Dir rechtlich eine Abmahnung erteilen oder auch zukünftig eine AU-Meldung ab dem ersten Tag verlangen.
            Mehr nicht......

            Als Ratschlag kann nur lauten, sollte man einen "überkorrekten" AG haben, am ersten Tag zum Arzt zu gehen und sich über den Zeitraum des "auskurierens" AU schreiben zu lassen. dies ist im Sinne des Patienten, des Arztes und wg. der Planungssicherheit, auch des Betriebes.

            Näheres hierzu: https://www.praktischarzt.de/blog/kr...ldung-ab-tag-1

            https://www.frag-einen-anwalt.de/Rei...l--f38195.html

            Kommentar


            • #7
              Zitat von Elias2019 Beitrag anzeigen
              Ein AN hat eine 5 Tageswoche von Mo-Fr. und hat Feiertage frei + 31.01. arbeitsfrei.

              Angenommen der AN meldet sich Freitags beim AG arbeitsunfähig ohne Au-Bescheinigung, ... Montags ist arbeitsfrei da 31.01., Silvester ist auch frei, da Feiertag. Mittwoch meldet AN sich erneut AU geht aber zum Arzt und lässt sich eine AU Bescheinigung ausstellen für den Rest der Woche (Mi. - Fr.) und schickt sie per Post am selben Tag noch zum AG (700km) sodass die AU folglich am Donnerstag bei AG eingeht.

              Im Tarifvertrag steht folgendendes:
              ...
              Hat AN sich vertragswidrig verhalten?

              Welche arbeitsrechtliche Konsequenzen kann dies dem AN zur Folge haben (Abmahnung o. sogar fristlose Kündigung ohne Abmahnung?) AN genießt allg. Kündigungsschutz
              Hallo,

              ohne vorherige Abmahnung wird man hier kaum eine rechtmäßige Kündigung aussprechen können. Weder eine fristgemäße und schon gar keine fristlose. Am ersten Krankheitstag (Freitag) konntest du noch davon ausgehen, dass du voraussichtlich nicht länger als drei Kalendertage arbeitsunfähig sein wirst. Am Montag, 31. Dezember, war der vierte Kalendertag. Da hast du zwar gemerkt, dass die Gesundheit noch nicht ausreichend wieder hergestellt ist - aber ein Arztbesuch an diesem Tag wäre vermutlich etwas schwierig gewesen (Praxis geschlossen, allenfalls ärztlicher Bereitschaftsdienst). Also war Mitwoch, der 2. Januar der erste Tag, an dem du wirklich handeln konntest.

              Dementsprechend hast du die vorhandenen und geboteten Möglichkeiten unverzüglich wahrgenommen.

              Falls es nicht bereits in der Vergangenheit weitere ähnliche Vorfälle gab, aufgrund derer du von deinem AG entsprechende Hinweise erhalten hattest, würde aus meiner Sicht nicht einmal eine Abmahnung der gerichtlichen Überprüfung Stand halten. Denn welche Möglichkeiten hättest du denn objektiv für ein anderes Verhalten gehabt?

              Ich unterstelle, dass du der Anzeigepflicht (rechtzeitige Mitteilung über die Arbeitsunfähigkeit, also z.B. Anruf beim AG spätestens zum Arbeitsbeginn) nachgekommen bist.

              Im Zweifelsfall empfehle ich, die Arbeitsunfähigkeit künftig vorab per Fax oder Mail (Scan/Foto) an den AG zu senden. Im Smartphone-Zeitalter sollte das kein Problem mehr sein.

              Gruß,
              werner

              Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
              Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

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              • #8
                Zitat von Eulenspiegel Beitrag anzeigen
                ... ausserdem verzichtest du auf eine Entgeltfortzahlung für den Freitag.
                Warum das?

                Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
                Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

                Kommentar


                • #9
                  Vielen Dank für Eure teilweise sehr ausführlichen Antworten.

                  Das hätte ich nicht erwartet.

                  Eine Frage habe ich noch bzgl. der EntgeldfortzahlungEulenspiegel

                  Wird dann das Gehalt definitiv für den AN dementsprechend geringer ausfallen um diesen Tag, oder nur wenn das ganze auch beim AG "aufliegt" ?

                  Kommentar


                  • #10
                    Zitat von werner h. Beitrag anzeigen
                    Warum das?
                    Welcher Arzt schreibt denn eine rückwirkende AU-Bescheinigung über mehrere Tage aus? Und ohne AU kein Moos..

                    Gemäß den Arbeitsunfähigkeits-Richtlinien darf ein Arzt maximal 3 Tgae rückwirkend krankschreiben (seit 2016 geändert).

                    https://www.g-ba.de/informationen/richtlinien/2/

                    Und wenn der AN, wie Du vorgeschlagen hast, erst am Mittwoch zum Arzt geht, dann ist eine AU max. erst ab Sonntag möglich.
                    So entfällt leider das Entgelt für vorangegangen Freitag (kein Nachweis einer AU!)

                    Der AG ist zur Entgeltzahlung für den gesamten Zeitraum nur verpflichtet wenn eben eine AU-Bescheinigung für den gesamten Zeitraum vorliegt.

                    Deshalb....lieber zweimal zuviel zum Arzt gehen, als einmal zu wenig
                    Zuletzt geändert von Eulenspiegel; 03.01.2019, 19:06.

                    Kommentar


                    • #11
                      Zitat von Elias2019 Beitrag anzeigen
                      Vielen Dank für Eure teilweise sehr ausführlichen Antworten.

                      Das hätte ich nicht erwartet.

                      Eine Frage habe ich noch bzgl. der EntgeldfortzahlungEulenspiegel

                      Wird dann das Gehalt definitiv für den AN dementsprechend geringer ausfallen um diesen Tag, oder nur wenn das ganze auch beim AG "aufliegt" ?
                      Das kommt natürlich immer auf den AG an.
                      Die meisten AG legen Wert auf einen Betriebsfrieden, aber es gibt auch andere........die sind dann Fan´s von Helmut Naujoks.

                      Du hast doch eine AU Bescheinigung für drei Tage abgegeben (Mi-Fr), warum sollte der AG "rechtlich" gesehen denn den Freitag vorher auch bezahlen? Es liegt für diesen Tag keine AU vor.

                      Vorschrift: "Besteht an arbeitsfreien Tagen Arbeitsunfähigkeit, z. B. an Samstagen, Sonntagen, Feiertagen, Urlaubstagen oder an arbeitsfreien Tagen auf Grund einer flexiblen Arbeitszeitregelung (sogenannte Brückentage), ist sie auch für diese Tage zu bescheinigen........aber auf keinen Fall länger als drei Tage zurückdatiert"

                      "....Die ärztlich festgestellte Arbeitsunfähigkeit ist Voraussetzung für den Anspruch auf Entgeltfortzahlung....." §4.Abs.2

                      "....Die Arbeitsunfähigkeit soll für eine vor der ersten ärztlichen Inanspruchnahme liegende Zeit grundsätzlich nicht bescheinigt werden...."
                      "....ausnahmweise in begründeten Fällen, nur bis zu drei Tagen rückwirkend zulässig." §5 Abs.3

                      Quelle: Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit und die Maßnahmen zur stufenweisen Wiedereingliederung nach § 92 Absatz 1 Satz 2 Nummer 7 SGB V
                      (Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie)

                      https://www.g-ba.de/informationen/richtlinien/2/

                      Allerdings kann es erstens sein, das dein AG von dieser Richtlinie keinen blassen Schimmer hat oder er zweitens zu der netten Gattung AG gehört



                      Im allgemeinen empfehle ich einen kostenlosen Anruf bei den Fachleuten, wenn man sich dort nicht mit Phrasen abwimmeln läßt, wird man mit "Fachkundigen" (oft sogar Fachanwälten) verbunden:

                      Arbeitsrecht: 030 221 911 004

                      Ist natürlich kein Spam o.*. , sondern die Hotline für Arbeitsrecht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.
                      Näheres hierzu:
                      https://www.bmas.de/SharedDocs/Downl...cationFile&v=4

                      Da dort noch Analoge arbeiten, muss in dem Dokument alles hinter .pdf gelöscht werden.
                      Zuletzt geändert von Eulenspiegel; 03.01.2019, 19:51.

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                      • #12
                        Zitat von Eulenspiegel Beitrag anzeigen
                        Allerdings kann es erstens sein, das dein AG von dieser Richtlinie keinen blassen Schimmer hat oder er zweitens zu der netten Gattung AG gehört
                        Das dürfte vermutlich bei der Mehrheit der AG der Fall sein (erstens oder zweitens). Bei uns ist tariflich Heiligabend und Silvester ebenfalls arbeitsfrei. Da müsste ich bei den Kolleginnen im Personalbereich mal nachfragen, ob sie zu "erstens" oder "zweitens" gehören ...

                        Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
                        Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

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