Rechtsprechung

Qualifiziertes ArbeitszeugnisArbeitnehmer kann keine Umstellung der Wortreihenfolge verlangen

Ein Arbeitnehmer hat keinen Anspruch darauf, dass das Verhalten gegenüber den Vorgesetzten vor dem Verhalten gegenüber den Kollegen erwähnt wird. Die Benennung der Kollegen vor den Vorgesetzten wertet ein Arbeitszeugnis erfahrungsgemäß nicht ab.

Der Fall:
Der Kläger hatte einen gerichtlichen Titel gegen seinen Arbeitgeber auf Erteilung eines Arbeitszeugnisses mit einer guten Leistungs- und Verhaltensbewertung erstritten.
Dieser stellte dem Mann ein Arbeitszeugnis aus, in dem die Beurteilung seines Verhaltens gegenüber seinen Kollegen vor der Beurteilung seines Verhaltens gegenüber seinen Vorgesetzten stand.

Der Kläger sah darin einen unzulässigen Geheimcode im Sinne von § 109 Abs. 2 S. 2 GewO. Er verlangte die auf Umstellung der Wortreihenfolge. Dies wurde vom Arbeitsgericht abgelehnt.

Die Entscheidung:
Auch das LAG Schleswig-Holstein sah keine Handlungsbedarf.

Der Anspruch des Klägers auf ein schriftliches Arbeitszeugnis mit einer guten Leistungs- und Verhaltensbewertung ist erfüllt und damit nach § 362 Abs. 1 BGB erloschen. Ein Anspruch auf Änderung der Wortreihenfolge besteht nicht, so die Richter.

Zwar hat der Arbeitgeber eine missverständliche oder doppelsinnige Wortwahl oder Satzstellung bei der Erteilung von Zeugnissen zu vermeiden. Eine solche ist in der von der Beklagten gewählten Reihenfolge jedoch nicht zu erkennen. Die Benennung der Kollegen vor den Vorgesetzten wertet ein Arbeitszeugnis erfahrungsgemäß nicht ab.

Quelle:

LAG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 11.12.2013
Aktenzeichen: 1 Ta 207/13

© arbeitsrecht.de - (ts)

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