Rechtsprechung

Keine EntschädigungBewerber muss an ausgeschriebener Stelle ernsthaft interessiert sein

Bewirbt sich ein Arbeitsuchender erfolglos auf eine altersdiskriminierende Stellenanzeige, ohne ernsthaft an dieser Position interessiert zu sein, kann er keine Entschädigung nach dem AGG verlangen.

Der Fall:
Der Kläger ist promovierter Rechtsanwalt mit eigener Kanzlei.

Er bewarb sich auf eine Stellenanzeige, mit der die Beklagten einen Rechtsanwalt (m/w) "als Berufsanfänger oder Kollegen mit 1-3 Jahren Berufserfahrung" suchten. Nachdem seine Bewerbung abgelehnt worden war, nahm er die Beklagten auf eine Entschädigung wegen Altersdiskriminierung von bis zu 60.000 Euro in Anspruch.

Die Entscheidung:
Das LAG Berlin-Brandenburg hat die Entschädigungsklage abgewiesen.

Die Berliner Richter hielten es für offensichtig, dass es dem Mann bei seiner Bewerbung allein darum gegangen isr, eine Entschädigung zu erhalten. So hat er sich zuvor unabhängig vom Rechtsgebiet, der Kanzlei oder dem Einsatzort vielfach auf Stellenanzeigen für Berufseinsteiger beworben und im Fall der Ablehnung eine Entschädigung von 60.000 Euro gefordert.

Er hat zudem die Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle nicht erfüllt und sich mit einem kaum aussagekräftigen Bewerbungsschreiben um die Stelle beworben. Bei einer Gesamtwürdigung aller Umstände muss festgestellt werden, dass der Rechtsanwalt nicht ernsthaft an der Stelle interessiert war; sein Entschädigungsverlangen ist deshalb rechtsmissbräuchlich.

Ob die Stellenausschreibung eine Altersdiskriminierung enthalten hat, kann daher offen bleiben.

Quelle:

LAG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 31.10.2013
Aktenzeichen: 21 Sa 1380/13

© arbeitsrecht.de - (ts)

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