Rechtsprechung

DiebstahlsvorwurfArbeitgeber scheitert mit Überwachungsvideo vor Gericht

Ein Unternehmer ist vor dem Düsseldorfer Landesarbeitsgericht mit dem Versuch gescheitert, einen Ex-Mitarbeiter als Einbrecher zu überführen. Der Inhaber einer Waschstraße beschuldigte seinen ehemaligen Stationsleiter, den Firmentresor ausgeräumt und dabei 5840 Euro erbeutet zu haben.

Der Fall:
Der Waschstraßeninhaber hatte den Mitarbeiter zum 30.04.2011 gekündigt. Im Nachgang nimmt er ihn auf Schadensersatz in Anspruch. Er wirft dem Mann vor, wenige Tage nach der Kündigung abends in die Waschstraße eingebrochen zu sein und aus dem Tresor 5.841,00 Euro entwendet zu haben.

Der Unternehmer stützt sich dabei im Wesentlichen auf das Video der Überwachungskamera. Der Ex-Mitarbeiter hat den Vorwurf  bestritten.

Die Entscheidung:
Ebenso wie die Vorinstanz hat auch das LAG Düsseldorf einen Schadensersatzanspruch verneint.

Der Inhaber konnte den ihm obliegenden Beweis nicht führen, dass sein ehemaliger Stationsleiter die 5.841,00 Euro entwendet hat. Zu dieser Überzeugung ist die Kammer unter Berücksichtigung der sachverständigen Feststellungen, der Inaugenscheinnahme des Videos und der Vernehmung mehrerer Zeugen gelangt.

Auf dem Video ist der Mann nicht zu erkennen. Das Sachverständigengutachten hatte nach Verbesserung der Bildqualität kein anderes Ergebnis ergeben. Ebenso war es nicht möglich, den ehemaligen Stationsleiter anhand von Gesicht, Körperbau und Bewegungsabläufen zu identifizieren, wenn sowohl er als auch das Video in Augenschein genommen wurde. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme war dies auch der erkennenden Kammer nicht möglich.

Auch die Vernehmung weiterer Zeugen hat zur Überzeugung der Kammer keine weiteren Indizien ergeben, die den für eine Verurteilung hinreichend sicheren Schluss zulassen, dass der Ex-Mitarbeiter der Täter ist. Da die Beweislast bei dem Inhaber der Waschstraße liegt, konnte seine Klage keinen Erfolg haben.

Das Landesarbeitsgericht hat die Revision nicht zugelassen.

Quelle:

LAG Düsseldorf, Urteil vom 18.12.2013
Aktenzeichen: 7 Sa 1792/12

© arbeitsrecht.de - (ts)

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