Rechtsprechung

KündigungCaritas-Referent klagt erfolgreich gegen Rauswurf

Der Versuch, einen gutbezahlten langjährigen Caritas-Mitarbeiter mithilfe einer betriebsbedingten Kündigung loszuwerden, ist fehlgeschlagen. Denn die Richter des Arbeitsgerichts Würzburg können die ungewöhnliche Begründung der Unternehmensleitung nicht nachvollziehen.

Der Fall:

Einem langjährigen Referent der gemeinnützigen Caritas-Einrichtungen GmbH in Würzburg wurde betriebsbedingt gekündigt, obwohl er gemäß seinem Arbeitsvertrag einen außerordentlich guten Sonderkündigungsschutz genießt.

Der Arbeitgeber begründete die Entlassung mit einer Neustrukturierung. Denn das Unternehmen mit seinen ursprünglich über 1000 Mitarbeitern und 15 Senioren- und Pflegeheimen in ganz Unterfranken wurde kürzlich in mehrere Regionalgesellschaften aufgeteilt. Im Kernunternehmen verbleiben 13 Mitarbeiter, darunter drei Geschäftsführer.

Die Unternehmensleitung ist der Auffassung, dass die Referentenebene jetzt überflüssig ist und die betroffenen Mitarbeiter betriebsbedingt entlassen werden können. Zumal die recht hohen Bezüge der Referenten das stark verkleinerte Kernunternehmen angeblich in eine finanzielle Schieflage bringen könnten.

Die Entscheidung:

Der Referent gewann seinen Kündigungsschutzprozess auf ganzer Linie. Denn die Richter mochten der Argumentation des Arbeitgebers nicht folgen.

Da die Voraussetzungen für eine betriebsbedingte Kündigung nicht erfüllt sind, muss die Caritas den Mann zu den bisherigen Konditionen weiterbeschäftigen. Das Unternehmen hat bereits angekündigt, in Berufung zu gehen.

Pikant: Vor zwei Jahren soll die gemeinnützige Caritas-Einrichtungen GmbH schon einmal versucht haben, ihren Referenten unter erheblichem finanziellen Aufwand loszuwerden.

Quelle:

ArbG Würzburg, Urteil vom 02.08.2013
Aktenzeichen: 10 Ca 474/13
dpa vom 02.08.2013 und mainpost.de vom 02.08.2013

© arbeitsrecht.de - (jes)

Lesetipp der Onlineredaktion:

»Die Kündigung – Rechtmäßigkeit und Reaktionsmöglichkeiten von Betroffenen und Betriebsräten« von Petra Ahlburg in »Arbeitsrecht im Betrieb (AiB)« Ausgabe 3/2013, S. 176 - 180

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