Rechtsprechung

Häusliches ArbeitszimmerKosten eines Poolarbeitsplatzes sind abzugsfähig

Arbeitnehmer können die Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer auch dann steuerlich geltend machen, wenn ihnen beim Arbeitgeber kein fester, sondern ein Poolarbeitsplatz zur Verfügung steht.

Der Fall:
Der Arbeitnehmer, der auch im Außendienst tätig war, verfügte im Gebäude seines Arbeitgebers über keinen festen Arbeitsplatz. Vielmehr nutzte er an den Tagen seiner Anwesenheit einen der vom Arbeitgeber ohne feste Zuordnung vorgehaltenen Pool-Arbeitsplätze. Anhand einer Bescheinigung seines Arbeitgebers wies er nach, dass am Betriebssitz im Schnitt für acht Arbeitnehmer nur drei Arbeitsplätze bereit gehalten werden.

Das Finanzamt lehnte die Berücksichtigung der Kosten für das häusliche Arbeitszimmer mit der Begründung ab, dem Arbeitnehmer werde von seinem Arbeitgeber ein Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt.

Die Entscheidung:
Das Finanzgericht Düsseldorf hat dem Arbeitnehmer Recht gegeben.

Das Gericht hat darauf hingewiesen, dass diesem kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung gestanden hat. Daher können die Aufwendungen für das Arbeitszimmer steuerlich berücksichtigt werden. Zwar handelt es sich bei dem Pool-Arbeitsplatz um einen anderen Arbeitsplatz. Dieser hat dem Arbeitnehmer jedoch nicht für sämtliche beruflichen Zwecke zur Verfügung gestanden. Denn der Arbeitnehmer hat aufgrund der Unterdeckung an Arbeitsplätzen nicht jederzeit auf einen freien Arbeitsplatz zugreifen können. Wenn alle Arbeitsplätze aufgrund der Anwesenheit anderer Mitarbeiter besetzt sind, muss er seine Tätigkeit zwingend im häuslichen Arbeitszimmer verrichten.

Es kommt nach Auffassung des Gerichts auch nicht darauf an, dass der Arbeitnehmer seiner Steuererklärung eine Bescheinigung seines Arbeitgebers beilegt, aus der hervorgeht, dass er auch bei Beantragung eines festen Arbeitsplatzes einen solchen z.B. aus Platzgründen oder anderen betriebsorganisatorischen Gründen nicht erhalten kann.

Quelle:

FG Münster, Urteil vom 23.04.2013
Aktenzeichen: 10 K 822/12 E
FG Münster-online

© arbeitsrecht.de - (ts)

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