Rechtsprechung

DoppelbesteuerungTätigkeit als Auslandskorrespondent ist im Inland steuerfrei

Die Tätigkeit als Auslandskorrespondent unterliegt in Deutschland nicht der Steuerpflicht. Dies gilt auch, wenn im Rahmen der journalistischen Tätigkeit Reisen in angrenzende Länder erfolgen.

Der Fall:
Die Klägerin – eine Journalistin - wird zusammen mit ihrem Ehemann in Deutschland zur Einkommensteuer veranlagt. Sie hat in Deutschland ihren Familienwohnsitz und arbeitete 2006 und 2007 in Österreich als Auslandskorrespondentin. Dort arbeitete sie im Büro der Redaktion in Wien, wo sie auch eine Wohnung unterhielt. Gleichzeitig unternahm sie zahlreiche Dienstreisen in die angrenzenden Länder.

Das Finanzamt teilte dem Arbeitgeber der Klägerin mit, dass der Arbeitslohn der Frau nicht dem Steuerabzug in Deutschland unterliege (s. § 39d Abs. 3 Satz 4 i. V. m. § 39b Abs. 6 EStG und dem Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Österreich zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen).

Die Frau wurde für 2006 und 2007 mit ihren Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit als Auslandskorrespondentin zur Einkommensteuer in Österreich veranlagt. Dennoch unterwarf das zuständige Finanzamt in Deutschland die Einkünfte zunächst in vollem Umfang auch der Besteuerung in Deutschland. Nachdem die Journalistin gegen diese Handhabung Einspruch einlegte, änderte das Finanzamt seine Auffassung. Nunmehr besteuerte es die Einkünfte, soweit diese auf Tage entfallen waren, an denen Dienstreisen in Länder außerhalb Österreichs erfolgt waren. Denn an diesen Tagen habe sich die Journalistin nicht in Österreich aufgehalten, so dass der Bundesrepublik Deutschland das Besteuerungsrecht zustehe.

Die Entscheidung:
Das Finanzgericht Düsseldorf hat der  Klage der Journalistin in vollem Umfang stattgegeben.

Die Einkünfte aus der Tätigkeit als Auslandskorrespondentin sind insgesamt als in Deutschland steuerfrei zu behandelt. Gehälter und Löhne sind ausschließlich in dem Staat zu besteuern, in dem die Arbeit ausgeübt werde. Die Texte und weiteren journalistischen Leistungen sind ausschließlich in Österreich erbracht worden. Auch wenn Dienstreisen in andere Länder  durchgeführt worden waren, führt dies nicht dazu, dass Deutschland das Besteuerungsrecht zusteht, so die Richter.

Die Tätigkeit als Journalist ist durch eine umfangreiche Reise- und Recherchetätigkeit geprägt. Käme es auf Dauer und Umfang der Auslandsreisen an, müssten allein für die Frage, wo die Einkünfte zu versteuern seien, taggenaue Aufzeichnungen geführt werden. Das zwischen Deutschland und Österreich abgeschlossene Doppelbesteuerungsabkommen will die Zuordnung des Besteuerungsrechts aber möglichst einfach durch Abstellen auf einen einheitlichen Tätigkeitsort regeln.ext

Quelle:

FG Düsseldorf, Urteil vom 19.02.2013
Aktenzeichen: 10 K 2438/11 E
FG Düsseldorf-online

© arbeitsrecht.de - (ts)

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