Rechtsprechung

SteuerrechtVergünstigtes Jobticket ist geldwerter Vorteil

Gibt ein Verkehrsbetrieb das vom Arbeitgeber bezuschusste Jobticket als Jahreskarte aus, fließt der gesamte geldwerte Vorteil den Arbeitnehmern bereits mit dem Erwerb der Fahrkarte insgesamt zu. Diese Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) sollte in allen betroffenen Unternehmen zu einer einfachen Konsequenz führen.

Der Fall:

Ein Arbeitgeber hatte mit einer Verkehrsgesellschaft einen Vertrag über die Ausgabe von sogenannten Jobtickets geschlossen.

Bei den Tickets handelte es sich um Jahreskarten. Der Ausgabepreis betrug in Abhängigkeit bestimmter Tarifgebiete zwischen 30 und 35 € pro Monat.

Die Finanzverwaltung vertrat die Ansicht, dass durch die Ausgabe des Jobtickets als Jahresticket die Freigrenze für Sachbezüge im Zeitpunkt der Ausgabe überschritten sei und unterwarf die Zuschüsse dem Lohnsteuerabzug.

Rechtlicher Hintergrund ist, dass Arbeitnehmer von ihrem Arbeitgeber Sachbezüge bis zu einer Freigrenze von 44 € monatlich lohnsteuerfrei erhalten können.

Die Entscheidung:

Der BFH entschied nun zu Ungunsten der Klägerin.

Nach Auffassung der Richter liegt auch im Fall von Jobtickets ein Sachbezug vor, soweit sich dies für den Arbeitnehmer als Frucht seiner Arbeit darstellt.

Dieser geldwerte Vorteil fließt den Arbeitnehmern einmalig im Zeitpunkt der Ausübung des Bezugsrechts zu, also im Moment des Erwerbs der Jahresnetzkarten. Eine Umlage auf die einzelnen Monate erfolgt nicht.

Praktische Konsequenz:

Wird das Jobticket in Form eines Jahrestickets ausgegeben, wird die 44 €-Sachbezugsfreigrenze im Regelfall überschritten. Damit nicht die gesamte Zuwendung lohnsteuerpflichtig wird, empfiehlt sich der Einsatz von Monatskarten.

Quelle:

BFH, Urteil vom 14.11.2012
Aktenzeichen: VI R 56/11

© arbeitsrecht.de - (jes)

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