Rechtsprechung

PrämieVertriebsmitarbeiter erhält edle Rolex

In einer Entscheidung vom 30.05.2012 hat das Landesarbeitsgericht (LAG) Hamm den Anspruch eines Getränkevertrieblers auf eine Rolex im Wert von 4.800 Euro festgestellt.

Sein Arbeitgeber, ein Getränkedienstleister, hatte 2007 unter seinen Vertriebsmitarbeitern für das Erreichen bestimmter Vertriebszahlen als Incentive (Motivationsprämie) eine Rolex-Uhr ausgelobt. Der anhand jeweils selbstgefertigter Aufzeichnungen zu den Vertriebszahlen ermittelte Gewinner des Wettbewerbs sollte eine „Rolex Submariner 2007" erhalten. Nachdem der Sieger feststand, wurde die Aktion verlängert.

Der Kläger behauptet mit Hinweis auf seine mittels einer Berichtssoftware verfassten Notizen, die verlangten Distributionsziele mithilfe seines Teams, der „Tankstellentruppe", erreicht und den Contest für sich entschieden zu haben.

In ihrer Begründung weisen die Richter des LAG Hamm darauf hin, dass der Arbeitgeber das Aufschreiben der Distributionspunkte durch seinen damaligen Mitarbeiter nicht bestreitet. Gleichzeitig gelinge es dem Arbeitgeber nicht, überzeugend darzulegen, dass die Punkte zu Unrecht notiert wurden. Die Voraussetzungen für den Erhalt der Prämie seien daher erfüllt.

Das Arbeitsgericht Paderborn hatte die Klage in der Vorinstanz mit Urteil vom 10.03.2011 (1 Ca 2265/10) abgewiesen.

Bereits Anfang 2012 war einem anderen Vertriebsmitarbeiter desselben Unternehmens in einem ähnlich gelagerten Fall der Anspruch auf eine Rolex rechtskräftig zugesprochen worden (LAG Hamm, Urteil vom 16.01.2012, Az.: 7 Sa 976/11).

Quelle:

LAG Hamm, Urteil vom 30.05.2012
Aktenzeichen: 5 Sa 638/11

© arbeitsrecht.de - (jes)

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