Rechtsprechung
WerbungskostenStewardess kann Ausgaben für Pilotenschein steuerlich absetzen
Eine Flugbegleiterin kann die Kosten für eine weitere Ausbildung uneingeschränkt steuerlich geltend machen. Dies gilt auch dann, wenn sie für die Tätigkeit als Stewardess nur eine betriebsinterne Schulung erhalten und keinen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf erlernt hat.

©pixelio / kirchhoff
Die Klägerin absolvierte im Anschluss an ihre Tätigkeit als Flugbegleiterin eine Pilotenausbildung. Die hierfür entstandenen Kosten in fünfstelliger Höhe machte sie als vorweggenommene Werbungskosten bei der Einkommensteuer geltend. Das Finanzamt berücksichtigte nur einen Betrag in Höhe von 4.000 € als Sonderausgaben. Das Finanzamt vertrat die Auffassung, dass es sich bei der Ausbildung zur Flugbegleiterin weder um eine Berufsausbildung nach dem Berufsausbildungsgesetz noch um einen ansonsten anerkannten Lehr- oder Anlernberuf handele. Die Pilotenausbildung stelle daher eine erstmalige Berufsausbildung im Sinne des § 12 Nr. 5 Einkommensteuergesetz dar, so dass deren Kosten nur eingeschränkt berücksichtigt werden könnten.
Der 7. Senat teilte diese Auffassung nicht und gab der Klage statt. Er ist der Ansicht, dass eine erstmalige Berufsausbildung im Sinne dieser Vorschrift keine Ausbildung im Rahmen eines öffentlich-rechtlich geordneten Ausbildungsgangs erfordere. Ausreichend sei vielmehr, dass eine Ausbildung berufsbezogen sei und eine Grundvoraussetzung für die geplante Berufsausübung darstelle. Diese Voraussetzungen seien bei der Schulung zur Flugbegleiterin gegeben. Somit handele es sich bei der Pilotenausbildung um eine zweite Ausbildung, für die keine Abzugsbeschränkung gelte.
Der Senat hat die Revision zum Bundesfinanzhof in München zugelassen.
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