Rechtsprechung

Arbeitsunfähigkeit Ärztliches Attest schon ab dem ersten Krankheitstag

Braucht der Arbeitgeber einen besonderen Anlass, um die Vorlage des "gelben Scheins" vor dem Ablauf von drei Kalendertagen zu verlangen? Nein, die Anforderung bedarf keiner Begründung, sagt das Landesarbeitsgericht Köln in einem aktuellen Urteil.

In dem vom Landesarbeitsgericht (LAG) Köln zu entscheidendem Fall hatte sich eine Arbeitnehmerin für den Tag krank gemeldet, für den sie vorher vergeblich eine Dienstreise beantragt hatte. Der Arbeitgeber hatte sie daraufhin aufgefordert, künftig am ersten Tag der Krankmeldung ein ärztliches Attest einzuholen und vorzulegen. Die Arbeitnehmerin sah das als sachlich ungerechtfertigt an.

Ist ein Arbeitnehmer arbeitsunfähig erkrankt, muss er gemäߧ 5 Absatz 1 Satz 2 Entgeltfort-zahlungsgesetz (EFZG) spätestens nach drei Kalendertagen eine ärztliche Arbeitsunfähigkeits-bescheinigung beim Arbeitgeber vorlegen. Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Vorlage schon früher zu verlangen (§ 5 Abs. 1 Satz 3 EFZG). Es ist bislang unter Juristen umstritten, ob der Arbeitgeber dafür einen besonderen Anlass braucht.

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Das hat das Landesarbeitsgericht Köln in einem jetzt veröffentlichten Urteil verneint. Das Verlangen des Arbeitgebers, eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung schon ab dem ersten Tag der Krankheit vorzulegen, bedarf danach weder einer Begründung noch ist die Aufforderung des Arbeitgebers vom Gericht auf "billiges Ermessen" zu überprüfen. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtsfrage wurde die Revision zum Bundesarbeitsgericht zugelassen.

Quelle:

LAG Köln, Urteil vom 14.12.2011
Aktenzeichen: 3 Sa 597/11
Rechtsprechungsdatenbank PM des LAG Köln Nr. 8/2011 vom 14.12.2011

© arbeitsrecht.de - (akr)

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