Rechtsprechung

Baucontainer ist keine regelmäßige Arbeitsstätte

Das Finanzgericht Münster hat entschieden, dass ein Monteur, der über einen längeren Zeitraum auf dem Betriebsgelände eines Kunden seines Arbeitgebers eingesetzt ist, dort keine regelmäßige Arbeitsstätte hat. Er kann die volle Strecke als Fahrtkosten bei der Steuererklärung angeben.

Ein angestellter Monteur war für die Inbetriebnahme und die Wartung industrieller Großanlagen verantwortlich. Hierzu war er an insgesamt 223 Tagen in einem Baucontainer auf dem Betriebsgelände eines Kunden seines Arbeitgebers tätig. Das Finanzamt berücksichtigte für die Fahrten dorthin lediglich einen Werbungskostenabzug in Höhe der Entfernungspauschale nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG (0,30 Euro je Entfernungskilometer), da es den Baucontainer als regelmäßige Arbeitsstätte ansah. Der Kläger verlangte dagegen die Berücksichtigung der Fahrtkosten nach Dienstreisegrundsätzen.

Das Finanzgericht (FG) Münster gab dem Monteur Recht und gewährte ihm einen Werbungskostenabzug in Höhe von 0,30 Euro für die tatsächlich zurückgelegte Fahrststrecke. Die niedrigere Entfernungspauschale für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte gelte nur bei einer ortsfesten dauerhaften betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers. Dies sei bei einem leicht abtransportierbaren Baucontainer auf dem Betriebsgelände eines Kunden nicht der Fall.

Der Monteur habe sich nicht darauf einstellen können, über einen längeren Zeitraum dieselbe Strecke zurücklegen zu müssen. Nur wenn dies  der Fall gewesen wäre, sei die Anwendung der den Werbungskostenabzug begrenzenden Ausnahmeregelung gerechtfertigt.

Quelle:

FG Münster, Urteil vom 14.09.2011
Aktenzeichen: 10 K 2037/10 E
FG Münster, Newsletter 10/2011

© arbeitsrecht.de - (mst)

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