Rechtsprechung

Ausbildung berechtigt nicht immer zum Studium

Das Verwaltungsgericht Mainz hat es abgelehnt, einen kaufmännischen Assistenten mit Fachrichtung Fremdsprachen die Hochschulzugangsberechtigung für die Aufnahme des Studiums Politikwissenschaft zum Wintersemester 2011/2012 zu erteilen.

Der Antragsteller hat eine Ausbildung zum kaufmännischen Assistenten (Fachrichtung Fremdsprachen) absolviert und war der Auffassung, diese stelle eine ausreichende berufliche Vorbildung für das gewählte Studium an der Universität dar.

Nachdem die Hochschule den Antrag auf Bescheinigung einer Hochschulzugangsberechtigung für den gewünschten Studiengang abgelehnt hatte, wandte der Antragsteller sich mit einem Eilantrag an das Verwaltungsgericht (VG), den die Richter der 3. Kammer abgelehnt haben.

Ein Anspruch auf die Hochschulzugangsberechtigung bestehe nicht, befanden die Richter. Zwischen der beruflichen Ausbildung zum kaufmännischen Assistenten und dem gewählten Studiengang bestehe nämlich kein hinreichender inhaltlicher Zusammenhang. Von der kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen beruflichen Ausbildung hebe sich der Gegenstand des Bachelor-Studiengangs Politikwissenschaft, der sich mit der Analyse, der Ausgestaltung und den Strukturen der Politik auf nationaler und internationaler Ebene befasse, grundlegend ab.

Es bestünden allenfalls untergeordnete Berührungspunkte. Die im Jahr 2010 mit der Änderung des Hochschulgesetzes erweiterte Durchlässigkeit von Bildungsabschlüssen gelte weiterhin nicht schrankenlos. Die Feststellung eines inhaltlichen Zusammenhangs zwischen den Bildungsgängen sei aus Sicht des Gesetzgebers erforderlich, um einen Studienerfolg des Studierenden möglichst zu erreichen.

Quelle:

VG Mainz, Beschluss vom 17.08.2011
Aktenzeichen: 3 L 749/11.MZ
PM des VG Mainz vom 06.09.2011

© arbeitsrecht.de - (mst)

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