Rechtsprechung

Unterbrechung des Heimwegs kostet den Versicherungsschutz

Auch eine zeitlich geringfügige Unterbrechung eines Weges von und zu der Arbeitsstätte lässt den gesetzlichen Unfallversicherungsschutz des Arbeitnehmers entfallen, wenn er den öffentlichen Straßenraum verlässt. Das hat das Sozialgericht Stuttgart entschieden.

Ein Arbeitnehmer war zu Fuß von seinem Arbeitsplatz nach Hause unterwegs. Da er sich die Schaufensterauslage eines Reisebüros ansehen wollte, verließ er den Bürgersteig und ging eine Treppe mit fünf Stufen hinauf. Er stürzte von der Treppe und brach sich den Außenknöchel.

Die Krankenkasse klagte gegen die Berufsgenossenschaft des Arbeitnehmers auf Erstattung der Behandlungskosten mit der Begründung, es habe sich um einen Arbeitsunfall in Form eines Wegeunfalls gehandelt.

Das Sozialgericht (SG) Stuttgart hat die Klage abgewiesen. Es habe kein Wegeunfall vorgelegen, da der Arbeitnehmer den öffentlichen Straßenraum verlassen und bei seinem Sturz den unterbrochenen Heimweg nicht bereits fortgesetzt habe.

Quelle:

SG Stuttgart, Urteil vom 26.10.2010
Aktenzeichen: S 13 U 8068/09
PM des SG Stuttgart vom 26.08.2011

© arbeitsrecht.de - (mst)

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