Rechtsprechung

Sony zu Entschädigung wegen Diskriminierung einer Abteilungsleiterin verurteilt

Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hat eine Entscheidung des Arbeitsgerichts Berlin bestätigt, mit der Sony zur Zahlung einer Entschädigung wegen einer geschlechtsspezifischen Benachteiligung einer Arbeitnehmerin verurteilt worden war.

Die Arbeitnehmerin war bei Sony im Bereich "International Marketing" als eine von drei Abteilungsleitern beschäftigt. Im September 2005 wurde die Stelle des Vorgesetzten frei. Die Arbeitgeberin besetzte diese mit einem Mann und nicht mit der damals schwangeren Klägerin. Sie verlangte daraufhin eine Entschädigung wegen Benachteiligung aufgrund ihres Geschlechts. Sie habe die Stelle wegen ihrer Schwangerschaft nicht erhalten. Die Arbeitgeberin behauptet, für die getroffene Auswahl sprächen sachliche Gründe.

Das Arbeitsgericht hatte der Klage stattgegeben. Das Landesarbeitsgericht (LAG) hatte sie zunächst abgewiesen. Das BAG hat die Entscheidung des Landesarbeitsgerichts aufgehoben (BAG, Urteil vom 27.01.2011, Aktenzeichen 8 AZR 483/09) und die Sache an dieses zurückverwiesen.

Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hat jetzt angenommen, bei einer Gesamtwürdigung aller Umstände spreche eine Vermutung dafür, dass die Arbeitnehmerin wegen ihrer Schwangerschaft nicht befördert worden sei. Dabei wurde die Äußerung der Arbeitgeberin berücksichtigt, "sie solle sich doch auf ihr Kind freuen". Zudem wurden ihr trotz Nachfrage keine konkreten Gründe für die Beförderung eines Kollegen genannt, obwohl ihrer Bewerbung zuvor Chancen eingeräumt worden waren. Die Vermutung konnte die Beklagte nicht widerlegen. Es war daher von einer geschlechtsspezifischen Benachteiligung auszugehen. 

Das LAG hat die Revision zum Bundesarbeitsgericht nicht zugelassen.

Quelle:

LAG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 28.06.2011
Aktenzeichen: 3 Sa 917/11
PM des LAG Berlin-Brandenburg vom 28.06.2011

© arbeitsrecht.de - (mst)

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