Rechtsprechung

Nettolohnvereinbarung im Profifußball

Das Landesarbeitsgericht Hamm hat sich mit der arbeitsrechtlichen Seite einer Steuerhinterziehung befasst. Ein Profifußballer wollte vom VfL Bochum rund 300.000 Euro wegen einer angeblichen Nettolohnvereinbarung.

Geklagt hatte ein Profifußballer des VfL Bochum. Im Zusammenhang mit seinem Wechsel zum VfL Bochum hatte der Fußballclub insgesamt 880.000 Euro an einen Spielervermittler gezahlt, der davon insgesamt 690.000 in mehreren Schritten an den Kläger zahlte. Da diese Beträge unversteuert blieben, wurde der Kläger wegen Steuerhinterziehung rechtskräftig zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Dabei wurde eine Steuerpflicht in Höhe von 311.488 Euro zugrundegelegt.

Diesen Betrag macht der Kläger im Verfahren gegen den VfL Bochum geltend und trägt vor, mit den Verantwortlichen des VfL Bochum war vereinbart, dass ihm die Ablöse und ein Handgeld netto zufließen sollten. Der Verein bestreitet eine entsprechende Vereinbarung. Auch sei nicht bekannt gewesen, dass der Spielervermittler die geleisteten Zahlungen an den Fußballprofi weiterleiten würde.

Mit Urteil vom 24.11.2009 in dem Verfahren 2 Ca 512/09 hat das Arbeitsgericht Bochum die Klage abgewiesen. Im durch den Kläger eingeleiteten Berufungsverfahren hatte sich in der mündlichen Verhandlung am 12.01.2011 - anders als noch vom Arbeitsgericht angenommen - herausgestellt, dass der Kläger die Steuern noch nicht an das Finanzamt abgeführt hat.

Das Landesarbeitsgerichts (LAG) Hamm hat die Berufung zurückgewiesen und darauf abgestellt, dass die Klage zur Zeit jedenfalls unbegründet ist, da der Kläger erst dann einen Anspruch gegen den VfL Bochum haben kann, wenn er selbst die Steuern gezahlt hat. Ob der Kläger einen Anspruch auf Freistellung gegen den Zweitbundesligisten hat, konnte die Kammer ebenso offen lassen wie die Frage, ob die Parteien überhaupt eine Nettolohnvereinbarung getroffen haben und ob und in welcher Höhe Steuern anfallen, weil der Kläger nicht Freistellung, sondern Zahlung verlangt hatte.

Die Revision zum Bundesarbeitsgericht hat das LAG nicht zugelassen.

Quelle:

LAG Hamm, Urteil vom 04.05.2011
Aktenzeichen: 3 Sa 660/10
PM des LAG Hamm vom 04.05.2011

© arbeitsrecht.de - (mst)

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