Rechtsprechung

Nach Alter gestaffelter Urlaubsanspruch ist diskriminierend

Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf hat der Urlaubsstaffelung im Manteltarifvertrag für den Einzelhandel in Nordrhein-Westfalen eine Absage erteilt. Sie benachteiligt jüngere Arbeitnehmer.

Das Arbeitsverhältnis der inzwischen 24-jährigen Kassiererin bei einer Einzelhandelskette unterliegt dem Manteltarifvertrag Einzelhandel NRW, wonach der jährliche Urlaubsanspruch nach dem Lebensalter schrittweise zwischen 30 Tagen bis zum 20. Lebensjahr und 36 Tagen nach dem vollendeten 30. Lebensjahr gestaffelt ist.

Die Kassiererin, der mit ihrem Lebensalter ein Anspruch von lediglich 34 Urlaubstagen zusteht, sieht in dieser Regelung eine nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz unzulässige Altersdiskriminierung und beansprucht 36 Urlaubstage pro Jahr.

Das Arbeitsgericht Wesel war in seinem Urteil vom 11.08.2010 der Rechtsauffassung der Klägerin gefolgt. Zwar bestehe Tarifautonomie, wodurch aber EU-Rechtsvorgaben nicht ausgehebelt werden dürften. Es seien auch keine objektiv vertretbaren Gründe für die angegriffene Urlaubsanspruchsstaffelung im Tarifvertrag erkennbar, die eine Altersdiskriminierung ausschließen.
Nach Ansicht des Landesarbeitsgerichts gibt es für die unterschiedliche Behandlung keinen nachvollziehbaren Grund. Es bestätigte damit die erstinstanzliche Entscheidung, dass durch die Regelung jüngere Arbeitnehmer aufgrund der geringeren Zahl der Urlaubstage gegenüber älteren benachteiligt werden.

Quelle:

LAG Düsseldorf, Urteil vom 18.01.2011
Aktenzeichen: 8 Sa 1274/10
dpa vom 18.01.2011, PM des LAG Düsseldorf vom 14.01.2010

© arbeitsrecht.de - (mst)

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