Rechtsprechung

Kündigung wegen Diebstahls eines Pakets Binden

Die fristlose Kündigung einer Verkäuferin eines Discounters wegen des Vorwurfs des Diebstahls eines Paketes Binden im Wert von 0,59 Euro ist rechtsunwirksam.

Die seit 2001 beschäftigte Klägerin benötigte nach Geschäftsschluss an einem Samstag noch ein Paket Binden. In Absprache mit einer Kollegin nahm sie ein Paket Binden mit und hinterlegte den Geldbetrag von 0,59 Euro auf einem Tisch im Aufenthaltsraum.

Als am darauf folgenden Montag die Bezirksleiterin die Filiale besuchte und fragte nach, wem das Geld auf dem Tisch gehöre, erklärte die Klägerin, dass dies ihr Geld sei und steckte es ein. Eine Bezahlung der Binden erfolgte nicht mehr.

Das ArbG Wuppertal hat die fristlose Kündigung für rechtsunwirksam erklärt.

Nach Auffassung der Kammer konnte der Klägerin nicht mit der notwendigen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden, dass sie zum Zeitpunkt des Einsteckens des Geldbetrages die Arbeitgeberin schädigen und sich selbst bereichern wollte.

Gegen das Urteil kann die Arbeitgeberin Berufung beim LAG Düsseldorf einlegen.

Quelle:

ArbG Wuppertal, Urteil vom 31.03.2009
Aktenzeichen: 4 Ca 3853/08
PM des ArbG Wuppertal Nr. 03/09 v. 31.03.2009

© arbeitsrecht.de - (Redaktion arbeitsrecht.de)

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