Rechtsprechung

Table-Dancing verhindert Karriere als Polizeibeamtin

Die Darstellung einer Tätigkeit als "Table-Dancerin" im Zusammenhang mit dem angestrebten Beruf als Polizeibeamtin in einem öffentlichen Internet-Forum rechtfertigt eine Ablehnung der Bewerbung wegen fehlender charakterlicher Eignung.

Eine Bewerberin für den Polizeivollzugsdienst Baden-Württemberg hatte in ein öffentliches Forum mit über einer Million Nutzern Fotos von sich eingestellt, die für den Betrachter wie "Table-Dancing" vor Publikum wirkten. Dabei bezeichnete sich die Bewerberin obgleich das Auswahlverfahren noch lief bereits als Polizeimeisteranwärterin.

Dem Bereitschaftspräsidium Baden-Württemberg waren die entsprechenden Auszüge aus dem Internet-Forum anonym zugeleitet worden; dieses brach daraufhin das Bewerbungsverfahren ab.

Gegen diese Entscheidung stellte die Bewerberin einen Eilantrag beim VG Stuttgart mit der Begründung, sie bediene zwar in dieser einen Bar und habe auch in Stiefeln und Bikini zum Amüsement der teilweise auch jugendlichen Gäste getanzt. Allerdings seien die Fotos mittlerweile wieder gelöscht.

Das VG hat den Antrag abgelehnt.

Die Darstellung der angestrebten Tätigkeit als Polizeibeamtin im Zusammenhang mit den Fotos legt die Vermutung nah, dass sich die Bewerberin davon einen verstärkten Zulauf bei ihrer Tätigkeit als Kellnerin versprochen hat. Dies verträgt sich grundsätzlich nicht mit dem Verhältnis von Beamtenstatus zu etwaigen Nebentätigkeiten. Überdies wurde gegen die Bewerberin mittlerweile wegen des Verdachts des Missbrauchs von Dienstbezeichnungen strafrechtlich ermittelt.

Quelle:

VG Stuttgart, Beschluss vom 18.02.2009
Aktenzeichen: 9 K 384/09
PM des VG Stuttgart v. 23.02.2009

© arbeitsrecht.de - (Redaktion arbeitsrecht.de)

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