Rechtsprechung

Sturz bei Fahrradtour ist kein Arbeitsunfall

Eine Fahrradtour mit ein paar Kollegen steht nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

Im Juni 2001 nahm die Angestellte eines Fördervereins einer Schule in Gießen an einer längeren Fahrradtour mit neun Lehrerinnen und Lehrern teil. Bei einem Sturz verletzte sich die Pädagogin am Handgelenk. Die Berufsgenossenschaft lehnte eine Entschädigung ab. Der Unfall sei nicht bei einer versicherten Tätigkeit geschehen. Die hiergegen gerichtete Klage blieb erfolglos. Die Revision wurde nicht zugelassen.

Zwar umfasst die versicherte Tätigkeit auch die Teilnahme an Betriebssport und betrieblichen Gemeinschaftsveranstaltungen. Mangels Regelmäßigkeit kann eine Fahrradtour allerdings nicht als Betriebssport angesehen werden.

Eine betriebliche Gemeinschaftsveranstaltung liegt ebenfalls nicht vor. Auf Grund der konditionellen Fähigkeiten haben nur wenige der insgesamt 70 Lehrkräfte an der Fahrradtour teilnehmen können. Die Veranstaltung ist somit von ihrer Programmgestaltung her nicht geeignet gewesen, zur Förderung der Gemeinschaftsgestaltung beizutragen.

Soweit die private Freizeitgestaltung - wie vorliegend - im Vordergrund steht, macht eine Anerkennung als Arbeitsunfall zudem eine sinnvolle Abgrenzung zwischen betrieblicher und persönlicher Sphäre unmöglich und dehnt die gesetzliche Unfallversicherung auf einen weiten Teil der privaten Lebenssphäre aus.

Quelle:

Hess. LSG, Urteil vom 18.03.2008
Aktenzeichen: L 3 U 266/05
PM des Hessischen LSG Nr. 21/08 v. 15.07.2008

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