Rechtsprechung

Teilzeitbeschäftigung wird bei Überstunden nicht zur Vollzeitstelle

Eine Teilzeitbeschäftigung wird nicht zu einer Vollzeitstelle, nur weil der Arbeitnehmer wiederholt Überstunden leisten musste.

Im vorliegenden Fall wollte die Klägerin geltend machen, dass sie sich in einem Vollzeitarbeitsverhältnis befindet. Sie hatte argumentiert, der Arbeitgeber habe für sie in den vergangenen Jahren wiederholt Überstunden angeordnet. Das zeige, dass sie tatsächlich als vollbeschäftigt anzusehen sei und sich die vertraglich vereinbarte Teilzeitbeschäftigung durch die Praxis überholt habe.

Das LAG Rheinland-Pfalz sah dies anders.

Es kann nicht ohne weiteres unterstellt werden, der Arbeitsvertrag sei einvernehmlich abgeändert und statt der Teilzeit- eine Vollzeitbeschäftigung vereinbart worden. Für die Umwandlung einer Teilzeitbeschäftigung in eine Vollbeschäftigung ist das Einverständnis beider Vertragspartner nötig. Daran fehlt es hier.

Quelle:

LAG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 14.11.2007
Aktenzeichen: 7 Sa 523/07
dpa v. 08.05.2008

© arbeitsrecht.de - (Redaktion arbeitsrecht.de)

Artikel drucken

Ähnliche Artikel aus Rechtsprechung

Mehrarbeitsvergütung für Teilzeitbeschäftigte diskriminiert Frauen

07.12.2007 | Eine nationale Regelung, die zur Folge hat, dass Teilzeitbeschäftigte für die gleiche Zahl von Arbeitsstunden schlechter vergütet werden als Vollzeitbeschäftigte, verstößt gegen den Grundsatz der Entgeltgleichheit, wenn sie einen erheblich höheren Prozentsatz weiblicher als männlicher Beschäftigter betrifft und nicht sachlich gerechtfertigt ist.  [mehr]

ÜberstundenPauschalabgeltung verstößt gegen Transparenzgebot

14.11.2011 | Eine Klausel im Arbeitsvertrag, wonach Überstunden mit dem Bruttogehalt abgegolten sein sollen, ist unwirksam, da der Arbeitnehmer bereits bei Vertragsschluss erkennen können muss, welche Leistung er für die vereinbarte Vergütung maximal zu erbringen hat.  [mehr]

Diskriminierung von teilzeitbeschäftigten Mini-Jobberinnen

07.02.2011 | Das Arbeitsgericht Hamburg erklärte eine Stichtagsregelung für unwirksam, mit der vorwiegend weibliche Raumpflegerinnen mit Erreichen des 65. Lebensjahres unter Umgehung des gesetzlichen Kündigungsschutzes automatisch in die Altersrente geschickt wurden.  [mehr]

Keine nachträgliche Änderung des Verteilungswunsches bei Teilzeit

25.06.2008 | Haben sich die Arbeitsvertragsparteien auf die Verringerung der Arbeitszeit geeinigt und hat der Arbeitgeber im Rahmen der Erörterung dem Verteilungswunsch zugestimmt, ist der Arbeitnehmer hieran gebunden und kann diesen nicht mehr während eines Prozesses ändern.  [mehr]

Keine Befristungskontrolle Auch längerfristige Mehrarbeit ist durch Direktionsrecht gedeckt

31.07.2013 | Die Anordnung von Mehrarbeit – auch für einen längeren Zeitraum – unterliegt weder der Befristungskontrolle nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz noch der Inhaltskontrolle gemäß §§ 307 ff BGB.  [mehr]

Ähnliche Artikel aus den anderen Rubriken:

Arbeit & Politik

Teilzeitjobs schlechter bezahlt

28.02.2011 | Teilzeitbeschäftigte bekommen meist einen geringeren Stundenlohn als Arbeitnehmer mit Vollzeitjob. Nur ein Teil dieser Verdienstlücke lässt sich durch Qualifikationsunterschiede erklären. Bei westdeutschen Frauen ist Teilzeit besoders beliebt.  [mehr]

Deutschland an der Spitze beim Konjunkturvergleich

28.07.2010 | Die konjunkturelle Dynamik wird im zweiten Quartal 2010 ihren vorläufigen Höchststand erreichen. Dies geht aus dem Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor.  [mehr]

Das neue Teilzeitgesetz (19/2000)

13.12.2000 | Am 01. Januar 2001 wird das neue Teilzeitgesetz in Kraft treten. Hiernach sollen Arbeitnehmer zukünftig von ihrem Arbeitgeber verlangen können, nicht mehr in Vollzeit, sondern in Teilzeit zu arbeiten.  [mehr]

Arbeitgeber müssen den Teilzeitwunsch eines Arbeitnehmers mit diesem erörtern (16/2002)

28.08.2002 | Die schriftliche Ablehnung des Teilzeitwunsches durch den Arbeitgeber darf erst erfolgen, wenn eine Erörterung durchgeführt worden ist; eine vorher erfolgte Ablehnung erzeugt keine Rechtswirkungen.  [mehr]

Aus den Zeitschriften

Der Personalrat: Anspruch auf Verlängerung der Arbeitszeit

02.11.2010 | Hat der Arbeitgeber freie Stellen zu besetzen, können Teilzeitbeschäftigte bei gleicher Eignung verlangen, bevorzugt berücksichtigt zu werden. Verletzt der Arbeitgeber diese Pflicht, kommen sogar Schadenersatzansprüche in Betracht.  [mehr]

AiB Plus: Wenn Arbeitgeber Teilzeit verweigern

28.02.2011 | Das Mantra der Familienpolitik heißt »Vereinbarkeit von Beruf und Familie«. Doch die Realität am Arbeitsplatz sieht für Frauen meist anders aus: Teilzeitbeschäftigung wird ihnen oft hartnäckig verweigert. Wer sich wehrt, muss mit Nachteilen rechnen.  [mehr]